Die Liebeserklärung an Davos | Coopzeitung
X

Beliebte Themen

Freizeit

Die Liebeserklärung an Davos

Marc Gianola ist seit 20 Jahren beim HC Davos tätig, erst als Spieler, heute als Manager. Der Bündner zeigt seine Lieblingsorte und organisiert mit dem Sheraton Waldhuus einen Charity-Event für krebskranke Kinder.

FOTOS
Andrea Badrutt, Prisma, zVg
10. August 2018
Marc Gianola beim Schwarzsee: Hier ging er früher fischen, heute kommt er mit den Kindern zum Bräteln, Baden und Biken.

Marc Gianola beim Schwarzsee: Hier ging er früher fischen, heute kommt er mit den Kindern zum Bräteln, Baden und Biken.

Marc Gianola.

Davos? Der HCD, das WEF, das SLF. Doch Davos bietet noch viel mehr als präzise Zuspiele auf dem Eis, Schnee-, Lawinen- oder Wirtschaftsprognosen. Obwohl – HCD-Fans werden jetzt sagen, dass es gar nichts Besseres gibt als hervorragendes Eishockey. Wie auch immer, Davos ist auf jeden Fall eine Reise wert. Davon hat sich die Coopzeitung vom langjährigen HCD-Crack und heutigen Manager des Clubs, Marc Gianola, überzeugen lassen.

Einst Spieler, heute Manager aber immer in Davos.

Die Tour beginnt im Dorfteil Laret beim Schwarzsee: «Hierher ging ich früher fischen, heute komme ich mit den Kindern zum Bräteln, Baden und Biken», erzählt der vier­fache Familienvater. Der kleine See ist so versteckt, dass wir an diesem Augusttag seine einzigen Gäste sind. Gianola kam vor 20 Jahren zum HCD, spielte 17 Jahre in der ersten Mannschaft und ist natürlich auch heute noch sehr sportlich. Darum gehört zu seinen Lieblingsorten in Davos der Seil- und Bikepark Färich. «Hier können sich auch unsere vier Kinder austoben und ihre körperlichen Fähigkeiten entwickeln.» Sein Jüngster sei gerade mal vier Jahre alt, sagt Gianola. «Aber mit seinem Bike fräst er um alle Kurven und über alle Hügel des Parks.»

Die Kirche im Dorfteil Monstein, einer ursprünglichen Walsersiedlung.

Auf dem Weg von einem Lieblingsort zum anderen kommt die Sprache natürlich auch aufs Hockey im Allgemeinen, den HCD mit seinen 18 Fanclubs – darunter viele im Unterland – im Besonderen. «Die Beliebtheit des Eishockeys hat sicher damit zu tun, dass es der schnellste Mannschaftssport überhaupt ist», glaubt Gianola. «Zwölf Spieler auf 60 × 30 Meter Eis, Freude am Spiel, verständliche Regeln plus Tricks, Technik, Kampf.» Dass der HCD seit Jahren der beliebteste Club der Schweiz ist, so glaubt dessen Manager, habe sicher mit Arno Del Curto zu tun. «Er hat Charisma, sagt, was er denkt, und hat den Club zu dem gemacht, was er heute ist.» Mit Del Curto ist Davos in 17 Jahren 5 Mal Meister geworden und hat 5 Mal den Spengler Cup gewonnen. Das Geheimnis hinter den Erfolgen? «Wenn Del Curto heute Meister wird, beginnt er schon in der Nacht auf morgen mit der Arbeit am nächsten Titel. Er lehnt sich nie zurück. Nie.»

Die Schatzalpbahn erschliesst von Davos aus ein riesiges Wandergebiet.

Weitere sehenswerte Orte, an denen sich Marc Gianola gerne aufhält, sind das Kirchner-Museum oder die Schatzalp: «Ich bin ja nicht gerade als Esoteriker bekannt», schmunzelt der gelernte Elektromonteur. «Aber hier oben – das ist wirklich ein Kraftort. Hier fliessen extrem starke Energien.» Gianola ist nicht der Erste, der das spürt, Thomas Mann hat den Flecken oberhalb des Dorfes bezeichnenderweise Zauberberg genannt. Weiter gehts in den Dorfteil Monstein, eine ursprüngliche Wal­sersiedlung. Sonnenverbrannte Häuser, eine leere Strasse – und die höchstgelegene Kleinbrauerei Europas. «Hierhin zieht es mich, wenn ich wirklich Ruhe suche – oder zum Pilzesammeln», erklärt Gianola und schaut einer Katze nach, die ungestört die Dorfstrasse überquert.

Adventure Park Davos Färich.

Dann geht es zurück nach Davos ins Hotel Sheraton Waldhuus und schnell zeigt sich, warum auch dieses schöne Haus ein Lieblingsort für Gianola ist: Die Hotelière Dagmar Weber empfängt ihn mit einer Umarmung, Alex Bez, der Küchenchef, ruft ihn in die Küche. «Wir sind hier immer sehr willkommen und wir arbeiten sehr gerne mit dem Waldhuus zusammen», erklärt Gianola. «Die Leute hier denken so professionell wie wir beim HCD – und wie wir, haben sie ein Herz für die krebskranken Kinder.» Weil das so ist und weil sowohl der HCD als auch das Sheraton Waldhuus auf die Leser der Coopzeitung zählen, organisieren sie auch dieses Jahr einen Charity-Event für Kinder, die an Krebs erkrankt sind (siehe Reiter «Charity-Event»).

Kinder und Krebs: Weitere Informationen


«Wichtigeres als Hockey»

HCD-Trainer Arno Del Curto über das Engagement für krebskranke Kinder und seinen Club.

HCD-Trainer Arno Del Curto initiierte den Charity-Event.

Coopzeitung:  Wie kommt es, dass sich ein ganzer Club für Kinder mit Krebs engagiert?
Arno Del Curto:  Ursprünglich geht es auf meine Initiative zurück, ich habe als Jugendlicher meinen Bruder an diese Krankheit verloren. Was ich damals im Uni-Spital mit betroffenen Kindern und Eltern sah, lässt mich bis heute nicht los. Dieses Leid lässt sich nicht mit Worten beschreiben.

Was macht der HCD konkret?
Wir laden die Kinder und deren Eltern zu Weekends nach Graubünden ein, nehmen sie mit in die Kabine und an die Matches. Es gibt Plauschspiele mit jenen Kindern, die noch können, und es ist schon vorgekommen, dass meine Spieler die Kinder zu Bett gebracht, ihnen Geschichten erzählt haben. Dann gibt es Schlittel- und Skirennen, ach, eigentlich alles, was die Kleinen wollen und können.

Wie reagieren die Spieler?
Total lieb. Und manch einem hilft die Begegnung mit den Betroffenen über ein persönliches oder spielerisches Tief hinweg. Er sieht dann auf einmal, dass Hockey für uns zwar wichtig ist, dass es aber viel, viel Wichtigeres gibt. Ich habe mehr als einmal erlebt, dass Spieler nach einer solchen Begegnung ihre Probleme relativiert und viel befreiter aufgespielt haben.