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Der beliebteste TV-Krimi als Kinoerlebnis

Der achte Schweizer Tatort mit Stefan Gubser als Kommissar Reto Flückiger wird diesen Sommer nicht nur am Fernsehen, sondern auch auf der Kinoleinwand zu sehen sein.

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FOTOS
Visualimpact.ch/Rainer Eder, SRF/Daniel Winkler, zVg
25. Mai 2015

Schauspieler Stefan Gubser für einmal nicht als Kommissar, sondern privat in Luzern.


Interview

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Haben Sie nie an Ihrer Berufswahl gezweifelt?
Doch, oft sogar, mein Weg war nicht gradlinig. Es ging immer wieder auf und ab.

Was ist das Schwierigste?
Man steht mit seiner ganzen Person in der Öffentlichkeit und in der Kritik. Und man weiss nie, wie die Zukunft aussieht. Diese Unsicherheit muss man aushalten können.

Stehen Sie immer noch ab und zu auf einer Theaterbühne?
Im Moment ist es eher schwierig, freie Termine dafür zu finden.

Wieso?
Der Tatort beansprucht zwei Mal im Jahr ziemlich viel Zeit: pro Folge fast drei Monate. Zuerst bereite ich mich mit dem Drehbuch vor, dann gibt es Leseproben mit allen Beteiligten, fünf Wochen wird in Luzern gedreht, und danach folgt die Postproduktion, in unserem Fall die Synchronisation für Deutschland und Österreich.

Lieber am Anfang schlechte Kritiken und dann bessere.»

Stefan Gubser (57), Tatort-Kommissar

Wann spielten Sie den Kommissar Flückiger zum ersten Mal?
Vor etwa neun Jahren, damals noch am deutschen Ufer des Bodensees.

2011 waren Sie massgeblich daran beteiligt, dass es wieder einen Schweizer Tatort gab.
Ja, ich habe mich sehr dafür eingesetzt und meine Produktionsfirma konnte die erste Folge drehen. Für mich ist der Tatort die Champions League im deutschen Fernsehen. Ich fand und finde es wichtig, dass wir uns mit dem Schweizer Tatort in Deutschland präsentieren können. Es ist auch eine gute Plattform für junge Schweizer Schauspielerinnen, Kameramänner und so weiter.Der Anfang war holprig, fast sah es aus, als ob es nicht funktionieren würde mit dem Tatort in Luzern. Jetzt läuft es gut. Lieber am Anfang schlechte Kritiken und dann immer bessere als umgekehrt!

Was reizt Sie am Kommissar Reto Flückiger?
Die Rolle ist sehr vielseitig, wir sind in immer wieder anderen Situationen und Milieus.

Steckt viel von Ihnen in ihm?
Ja, es verbindet uns einiges. Er ist wie ich sehr naturverbunden. Er ist auch loyal und hat einen ausgesprochenen Gerechtigkeitssinn.

Punkto Liebe und Beziehungen ist er anders.
Allerdings, er ist ein Einzelgänger. Beziehungen sind nicht seine Sache. Ich hingegen lebe gern in einer Beziehung.

Kommissar Flückiger segelt gern. Und Sie?
Mittlerweile auch. Ich lernte wegen dieser Rolle auf dem Zürisee segeln. Dann packte mich das Virus und ich machte noch den Hochseeschein. Jetzt segle ich am liebsten auf dem Meer. Letzten Sommer verbrachte ich mit meiner Frau Brigitte zwei Monate auf einem Katamaran im Pazifik. Wir haben uns eine Auszeit gegönnt.

Wo suchen Sie Ihr Glück?
In der Natur und in der Liebe. Meine Frau ist seit bald 20 Jahren mein Fels in der Brandung. Wichtig sind mir auch meine erwachsene Tochter, gute Freunde und mein Beruf.

Sehen Sie Flückiger und Ritschard zum Beispiel in Luzern am See.

Was braucht es, um in der Schweiz Karriere zu machen?
Man muss bereit sein, mehr zu geben als der Durchschnitt. Es braucht Fleiss, Ausdauer, Hartnäckigkeit und vor allem Leidenschaft.

Und dann klappt es?
Dann sind die Chancen nicht nur gut, sondern fantastisch. Wir können auf vieles stolz sein, das wir in unserem Land erreicht haben.

Zum Beispiel?
Unser politisches System sucht weltweit seinesgleichen. Unsere Behörden, unser Staat funktionieren.

Alles bestens also?
Wir sollten Sorge tragen zum Erreichten, uns nicht zu sehr abschotten und uns auch für Menschen in Not, für Flüchtlinge einsetzen.

Damit wären wir beim Tatort, den wir diesen Sommer sehen können.
Genau, der spielt rund ums Asylwesen. Dass der Tatort sich immer um aktuelle und relevante Themen dreht, gefällt mir sehr.

Das klingt alles ein bisschen nach Politik. Wäre das eine weitere mögliche Karriere für Sie?
Ich bin politisch interessiert, gehe wählen und stimme ab, habe aber keine Ambitionen in diese Richtung. Eher als in einer Partei engagiere ich mich karitativ.

Stefan Gubser

Stefan Gubser, geboren am 1. August 1957, lebt mit seiner Frau Brigitte Gubser in der Nähe von Zürich. Die Tochter aus erster Ehe, Stefanie, ist 34.

Nach dem Gymnasium besuchte Gubser in Wien die renommierte Max-Reinhard-Theaterschule. Dann trat er an Theatern in Österreich und Deutschland auf und bildete sich in New York in Method Acting weiter. Bei dieser Methode geht es darum, Gefühle sichtbar zu machen und mit der Rolle zu verschmelzen. Bekannt wurde Stefan Gubser vor allem für seine Rollen in deutschen Fernsehserien. Daneben drehte er Filme und produzierte Theaterstücke und TV-Sendungen.

Luna-Cinema

Weitere Informationen auf der Internetseite von Coop

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