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Dynamik: Am Strand läufts rund

Erfolg: Vor 25 Jahren fand in der Schweiz das erste Beachvolleyball-Turnier statt. Es war der Start zu einer Erfolgsgeschichte. Medaillen gehörten während der Boomjahre zum Alltag. Und jetzt?

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Georgios Kefalas, Andreas Eisenring, PONS, Beatrice Thommen-Stöckli, zvg
11. Mai 2015

Tanja Hüberli (links) und Tanja Goricanec, die aktuellen Vize-Europameisterinnen und Nummer 1 der Schweiz.


Geschichte

Ohne den Verband, sagt Tanja Hüberli (23), wäre dieser Erfolg kaum möglich gewesen. Die Schweizer Beachvolleyballerin denkt zurück an die Europameisterschaften 2014 in Italien und ihre Augen leuchten. Vor knapp einem Jahr gewann sie mit ihrer Partnerin Tanja Goricanec (25) die Silbermedaille. Seither wissen wir, dass wir die besten Teams der Welt schlagen können wenn wir im entscheidenden Moment unser Potenzial ausschöpfen können. Um dies zu erreichen, haben sich die beiden Tanjas mit Lothar Linz den Sportpsychologen ins Boot geholt, der 2012 das deutsche Team Brink/Reckermann zum Olympiasieg redete. Und auch bei den Trainern ist dem Volleyverband Swiss Volley für seine Athletinnen und Athleten nur das Beste gut genug. Solch tolle Bedingungen findet man im internationalen Vergleich höchstens noch in Brasilien, loben die Athletinnen.

Unser Ziel ist es, dass sich sicher drei Teams für die Olympischen Spiele in Rio qualifizieren.»

Philippe Saxer, Direktor Beachvolleyball bei Swiss Volley

Alles völlig unkompliziert

Das war nicht immer so. Blicken wir 25 Jahre zurück. 1990, im Jahr, als Tanja Goricanec geboren wurde, fand auf der Sportanlage Grünfeld in Jona SG erstmals in der Schweiz ein Volleyballturnier auf Sand statt. Gespielt wurde drei gegen drei. Aber nicht an einem Strand oder, wie es heute oft der Fall ist, auf extra dafür herangekarrtem, feinem Sand, sondern auf einer umgepflügten Kugelstossanlage. Nach dem Finalspiel, so will es die Legende, soll so mancher Hautfetzen die raue Unterlage geziert haben.

Zwei Jahre später, im Jahr, als Tanja Hüberli das Licht der Welt erblickte, fanden im Lido in Luzern die ersten Beachvolleyball-Schweizermeisterschaften statt. Den Anlass organisierte Werner Augsburger, der heutige CEO von Swiss Volley, und im Sand aktiv war ein damals 20-jähriger Jüngling mit Namen Philippe Saxer, heute Direktor Beachvolleyball bei Swiss Volley. Wir kamen, zahlten 30 Franken Teilnahmegebühr und spielten, erinnert sich Saxer, alles völlig unkompliziert. Nicht einmal eine Lizenz war damals nötig, die kam erst 2004. Deshalb gibt es auch keine Zahlen, die die nachfolgende, rasante Entwicklung der neuen Sportart in der Schweiz dokumentieren.

Auch ohne Statistiken ist aber klar: Beachvolleyball boomte. In vielen Schwimmbädern und auf Schulhausanlagen entstanden Beachfelder wie viele genau, weiss niemand. Und wie in so vielen jungen Sportarten feierten Schweizer Athletinnen und Athleten grosse Erfolge. Zwischen 1997 und 2006 stand bei den Europameisterschaften zehnmal in Folge mindestens ein Schweizer Männer-Team auf dem Podest. Am erfolgreichsten waren die Brüder Paul und Martin Laciga mit drei Gold-, zwei Silber- und einer Bronzemedaille. Die Lacigas, so Philippe Saxer, haben das immer sehr professionell betrieben. Aber die hatten nur in der Vorbereitung einen Trainer, zu den Turnieren gingen sie allein.

Wenn sie solches hören, bleibt den beiden Tanjas nur das Staunen. Denn: Nicht ohne meinen Coach, lautet die Devise heute. Egal, ob in den mehrwöchigen Trainingslagern auf den Kanaren oder bei den Turnieren der World Tour, die zwischen April und Oktober rund um den Globus stattfinden: Der Trainer ist immer dabei. Der Physiotherapeut auch. Und in der Schweiz auch der Athletik- und meist auch der erwähnte Mentaltrainer.

Routine trifft Nachwuchs

Der Aufwand lohnt sich. Als in den Jahren bis 2012 mit Markus Egger, Stefan Kobel, Paul und Martin Laciga, Patrick Heuscher, Sascha Heyer und Simone Kuhn innert kurzer Zeit über 40 Schweizermeister-Titel zurücktraten, ahnte man Schlimmes. Mit Grund, aber zu Unrecht, wie sich heute zeigt: Der Verband hatte vorgesorgt. Im Dezember 2009 konnten wir in Bern das Nationale Leistungszentrum eröffnen, blickt Philippe Saxer zurück, das war ein ganz wichtiger Schritt. Das Zentrum umfasst neun Plätze, drei davon in der Halle und somit ganzjährig benützbar. Davon profitieren der Nachwuchs und die Spitzenspieler gleichermassen. Routine trifft Nachwuchs, lautete denn auch das Motto bei der Zusammensetzung der neuen Nationalteams. Die fünf nominell stärksten Teams der beginnenden Saison bestehen aus je einem erfahreneren und einem etwas weniger erfahrenen Teil: Philipp Gabathuler (32)/Mirco Gerson (22), Sébastien Chevallier (28)/Marco Krattiger (21), Tanja Goricanec (25)/Tanja Hüberli (23), Nadine Zumkehr (30)/Joana Heidrich (24) und Isabelle Forrer (33)/Anouk Vergé-Dépré (23). Des Weiteren gehören auch Jonas Kissling (25)/Mats Kovatsch (26), Nico Beeler (22)/Alexei Strasser (28) und Nicole Eiholzer (20)/Nina Betschart (20) zum Nationalkader. Unser Ziel ist es, dass sich sicher drei dieser Teams für die Olympischen Spiele 2016 in Rio qualifizieren, sagt Philippe Saxer, fügt aber an, dass die Planung des Verbandes, beispielsweise bei der Zusammenstellung der Kader, weit über Rio hinausgehe. Bis 2020, teils bis 2024.

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Rio das ist unser grosses Ziel, darauf sind wir heiss.»

Tanja Hüberli, Spielerin

2015 solls noch besser werden

Rio das ist unser grosses Ziel, unser Traum, darauf sind wir heiss, sagt Tanja Hüberli, die letztes Jahr zum Most improved Player der World Tour gewählt wurde und neben ihrer Karriere als Profi-Beachvolleyballerin wenn immer möglich ein paar Vorlesungen in der Pädagogischen Hochschule in Bern absolviert. Obwohl die beiden Tanjas letztes Jahr das erfolgreichste Schweizer Frauen-Team waren und als nominelle Nummer 1 des Landes in die neue Saison steigen mit einer Wiederholung der letztjährigen Resultate wären die zwei nicht zufrieden. Zumal sie die Olympia-Qualifikation noch lange nicht im Sack haben, Vize-Europameister hin oder her. Für die Qualifikation entscheidend werden ausschliesslich die Resultate der diesjährigen und der ersten Hälfte der Saison 2016 sein. Doch den beiden kommt zugute, dass sie sich dank ihrer guten Resultate auf der World Tour die kräfteraubenden Qualifikationsturniere sparen können und direkt für das Hauptturnier gesetzt sind. Aus den fünf 9. Plätzen, die Goricanec/Hüberli letzte Saison erreichten, sollen 5. Plätze werden, was dem Erreichen der Viertelfinals gleichkäme. Und wenn wir dann schon so weit sind, sagt Tanja Goricanec augenzwinkernd. Wie gesagt: Wir wissen, dass wir auch die besten Teams der Welt schlagen können. Und hier hakt Philippe Saxer ein: Wer auf der World Tour 5. Ränge holt, gehört bei Olympia zu den Medaillen-Kandidaten.

Die Schweizer Beachvolleyball-Geschichte soll fortgesetzt werden. Erfolgreich. Tanja Goricanec und Tanja Hüberli jedenfalls ist der Start in die Saison geglückt: Sieg beim ersten Turnier der Coop-Beachtour in Zürich.

Auf einen Blick

Zeichen schaffen Klarheit

Turnierbedingungen

Das Spielfeld misst 816 Meter. Die Netzhöhe beträgt bei den Männern 243 Zentimeter und bei den Frauen 224 Zentimeter.

Unterstürzung

15 Jahre dabei

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