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Freizeit

Es ist Badezeit: Dolce Far Niente am Wasser

Badis sind wie Inseln im hektischen Alltag. Die Gäste kommen nicht nur zum Baden. Sie spielen, flirten, lesen, chillen. Und es wird immer häufiger im Schatten entspannt als in der Sonne.

FOTOS
Sandro Mahler, Christoph Kaminski, Schweizer Heimatschutz, Anna Feric, ZVG
08. Juni 2015

Les Bains des Pâquis in Genf vor mondäner Kulisse.


Badikarte

Überall gilt nun: Ab in die Badi!



Die Badeanstalt wurde 1930 aus Beton wiederaufgebaut und 1988 dank der Mobilisierung der Bevölkerung vor der Zerstörung bewahrt.

www.bains-des-paquis.ch



Grossartige Umgebung am Genfersee mit Park und Strand.

www.lausanne.ch/piscine



www.ville-fribourg.ch



www.sportamt-bern.ch



www.grenchen.ch



Verunreinigungen werden auf natürliche Weise von Wasserpflanzen gefiltert.

www.biberstein.ch



www.wohlen.ch



www.badi-info.ch



Die Badi aus dem Jahr 1909 liegt lauschig unter alten Bäumen.

www.stadt-zuerich.ch



www.schwimmbad-wolfensberg.ch



www.rhybadi.ch



www.badi-info.ch



Und noch heute ist ein Teil der lauschigen Badi den Frauen vorbehalten.

www.stadt.sg.ch



Er öffnet sich auf den See und das Land hinaus und bewahrt dank der Holzkonstruktionen seinen nostalgischen Charme.

www.luganoturismo.ch



In diesem Jahr werden Arbeiten am neuen Restaurant ausgeführt.

sport.bellinzona.ch

Unter diesem Link finden Sie die meisten Bäder der Schweiz.

Geschichte

Die Menschen in der Schweiz hängen an ihren Badis. Genf etwa ist zwar berühmt für die Internationalen Organisationen, die Banken und ihre Wasserfontäne. Doch der Stolz der Calvinstädter sind die Bains des Pâquis. Die vor 143 Jahren gebaute Badeanstalt am See, die dank der Mobilisierung der Bevölkerung 1988 vor der Zerstörung bewahrt wurde, ist sommers und winters sehr beliebt. Sie zählt pro Jahr eine Million Besucher, die in der kalten Jahreszeit direkt von der Sauna in den See springen.

Viele Familien verbringen den ganzen Sommer hier.»

Heinrich Stadler, Betriebsleiter Badi Letten

Weit weg von der Hektik der Stadt

Mélanie Deneuve (28) ist Stammgast in den Bains des Pâquis. Die Lehrerin, die seit sechs Jahren in Genf wohnt, kommt jede Woche hierher. Ich schwimme auch im Winter im See! Das tut unglaublich gut. Ich bin überzeugt, dass das gesundheitsfördernd ist und mein Immunsystem stärkt. Die Wahlgenferin hat ihr festes Ritual: Ich wechsle mehrmals zwischen Sauna und Schwimmen und hänge ganz zum Schluss noch eine längere Schwimmstrecke an. Ich liebe dieses Heiss-Kalt-Gefühl. Es ist belebend und macht den Kopf frei. In der Regel komme ich am Sonntag nach dem Skifahren hierher. Das ist extrem entspannend. Ich liebe diesen Ort aus einer anderen Zeit, hier fühle ich mich wohl. Von der Sauna aus sieht man durch die Fensterscheibe die Hektik draussen in der Stadt. Genf ist eine stressige Stadt! Aber hier nimmt man sich Zeit, um durchzuatmen und herunterzukommen.

Vom Bad aus geniesst sie den Blick auf die Wasserfontäne, die Seepromenade und die Berggipfel in der Ferne: Ich bewundere dieses Panorama vom Jura bis zum Mont Salève. Die Aussicht ist grandios! Mélanie Deneuve trifft sich oft mit Freundinnen auf einen Drink oder ein gemütliches Essen im Bad, besonders zu einem Fondue: Die Stimmung ist anders, ruhiger. Es bräuchte viel mehr solche Orte in Genf!

Luca Mariotti Nesurini ist Aushilfsbademeister in Bellinzona.

Wie wohnen im Freien

Einen solchen Ort hat auch Zürich. Wer beim Unteren Letten ins Wasser steigt, fühlt sich wie aus der Zeit gefallen. Das Rauschen der Limmat verschluckt den Verkehrslärm, über 100-jährige Bäume und Büsche verdecken den Blick auf die Stras sen, geschindelte Badehäuschen aus dem Jahr 1909 erinnern an eine längst untergegangene Welt. Und mitten in der Stadt hört man Vögel pfeifen, sieht Hechte aus dem Wasser springen und Libellen gaukeln.

Für die Zürcher von heute ist die Badi Unterer Letten eine Insel im hektischen Alltag. Heinrich Heiri Stadler (54) ist seit 16 Jahren als Betriebsleiter sozusagen Herr über diese Insel, die über drei Etagen von den Umkleideräumen über Liegewiesen, Plansch- und Nichtschwimmer-Becken bis hinunter an den Fluss führt. Die eigentliche Fluss-Badi ist ja ein eng begrenzter Kanal unterhalb eines Kraftwerkes in der Limmat. Wer in diesen 100 Meter langen Kanal steigt, muss sehr gut schwimmen können. Es herrscht eine starke Strömung.

Aber es kommen ja längst nicht alle nur zum Baden. Viele Familien verbringen den ganzen Sommer am Unteren Letten. Nicht zuletzt, weil kein Eintritt erhoben wird. Es wird geflirtet, gespielt und weniger als früher gejasst. Es wehen keine Friteuse-Fett-Schleier über die Anlage. Am Kiosk gibts zwar alles, was das Herz begehrt. Aber keine Fritten, sagt Stadler. Sein Badi-Lieblingsessen übrigens sind Crêpes mit Gemüsefüllung.

In seiner insgesamt 34-jährigen Karriere in und an Badeseen und -flüssen hat Stadler viele Trends kommen und gehen sehen. Über die jüngste Entwicklung ist er froh: Die meisten Gäste kommen nicht mehr unbedingt zum Sünnelen, sondern zum Schättelen. So langsam wird den Menschen klar, was die Sonne ihnen alles antun kann. Darum ist er froh um die vielen Bäume, die Schatten spenden. Sein eigener Lieblingsplatz auf jeden Fall ist unter einer uralten Eibe. Wenn er denn einmal Zeit zum Ausruhen hat.

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Mélanie Deneuve (28): Die Badi bietet Zeit, um durchzuatmen.

Anfängliche Zweifel

Was der Letten für Zürich und die Bains des Pâquis für Genf sind, ist das Gemeindeschwimmbad für Bellinzona. Ich bin mir sicher, dass auch diejenigen, die anfangs skeptisch waren, heute von der Qualität dieses Werks voll und ganz überzeugt sind, erklärte damals Bürgermeister Athos Gallino. Er sollte recht behalten. Mittlerweile besteht kein Zweifel mehr, dass das von Aurelio Galfetti entworfene Gemeindeschwimmbad ein wichtiger Teil der Tessiner Stadt ist.

In Bellinzona ist Sommer Synonym für Schwimmbad, stellt darum auch der 25-jährige Luca Mariotti Nesurini aus Giubiasco fest. Er arbeitet jetzt die fünfte Saison als Aushilfsbademeister im Schwimmbad der Tessiner Hauptstadt. Ich mag die grosszügigen Grünflächen und die Auswahl an Schwimmbecken, aber auch die architektonische Gestaltung. Man fühlt sich wie in einem Kunstwerk unter freiem Himmel.

Ferienstimmung

Während der Woche sind die Einheimischen unter sich, so Nesurini. Am frühen Morgen oder späten Nachmittag kommen die Stammgäste aus der Umgebung zum Schwimmen; diese hätten ihre Stammplätze und diskutierten über Fussball. Auch die Jugendlichen und Familien kommen vor allem aus der Region. Am Wochenende gesellen sich Familien aus Italien hinzu und es entwickelt sich eine lebhafte Ferienstimmung, bemerkt der Bademeister. Wenn sich dann auch die Sonne zu einem Saisonabonnement entschliesst, ist der Spass im Schwimmbad garantiert.

Badekultur

Unsere Badekultur geht zwar auf die römischen Thermen zurück. Doch erst im England und Frankreich des 18.Jahrhunderts entstand die Idee, dass Wasser nichts Schlechtes sei. Dann kam der Tourismus mit den ersten Badeorten auf. An den See- und Flussufern von Schweizer Städten entstanden öffentliche Bäder für diejenigen, die nicht ans Meer reisen konnten.

Frauen- und Männerbereiche waren oft getrennt. Warum?
Bäder berühren kulturelle und religiöse Aspekte und brachten die Dogmen ins Wanken. Die Kirche war gegen jegliche körperliche Entblössung. Es gab eine riesige Polemik um die Frage des Zugangs zu den Bädern, vor allem in den katholischen Kantonen. In Freiburg dauerte der Kampf bis 1960.

Wie entwickelte sich das Verhältnis zum Körper?
Die Frage war, wie weit man den Körper in der Öffentlichkeit entblössen darf. Mit der Zeit nahmen sich die Leute mehr Freiheiten in Bezug auf ihren Körper. Zu Beginn wurde in Kleidern gebadet und es gab geschlossene Ka-
binen, die vor fremden Blicken schützten. Nach und nach entblössten sich die Leute. Noch lange musste der Körper als Zeichen der Reinheit weiss bleiben, gebräunte Körper waren verpönt.

Früher badete man bekleidet.»

Laurent Tissot, Professor für Zeitgeschichte

Wann begann der Gesinnungswandel?
Erst Ende des 19.Jahrhunderts wurde die Sonne als etwas Gutes wahrgenommen. Es gab therapeutische und künstlerische Faktoren. Der Körper wurde zum positiven Element, was zum Bau von Bädern ohne Mauern führte.

Dienten die Bäder nur zum Baden und Sonnetanken?
Aber nein: Die Bäder dienten auch als Heiratsmarkt! Hier entstanden Verbindungen. Baden und Bäder waren und sind ein wichtiger Teil des Lebens.

Die historischen öffentlichen Bäder werden immer mehr durch moderne Schwimmbäder ersetzt. Geht damit ein Stück Geschichte verloren?
Ich glaube nicht, dass das passieren wird. Bei der Renovation der Bäder wird meist grosser Wert auf die Erhaltung des ursprünglichen Charakters gelegt, wie das Beispiel des Bellerive-Plage in Lausanne zeigt. Zahlreiche Bäder sind geschützt. Die früheren Architekten haben gute Arbeit geleistet, selbst mit Beton! Das Alte wird wertgeschätzt, denn die Zukunft ist ungewiss.

  • Kinder nur begleitet ans Wasser lassen, kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen!
  • Nie alkoholisiert oder unterDrogen ins Wasser!
  • Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
  • Nie überhitzt ins Wasser springen!
  • Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen!
  • Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht instiefe Wasser! Sie bietenkeine Sicherheit.
  • Lange Strecken nie alleine schwimmen!
  • Kinder nur begleitet ans Wasser lassen - kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen!

Weitere Regeln unter: www.slrg.ch

Produkte

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Was macht eine gute Badi aus?»

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