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Freizeit

Der Schweiz die Liebe erklärt

Ferien hatten in den 1940er-Jahren keine Priorität, dafür sorgten allein schon die Marschbefehle und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

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FOTOS
Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammung ZHdK, zVg
08. Mai 2017

Welch ein Vergnügen, durch die Natur zu streifen. So präsentierte sich die touristische Schweiz 1939.


Kriegszeit

Werbeplakat von Herbert Leupin, En route pour la Suisse, 1939.

Genau in der Zeit des Ausbruchs des Weltkriegs lancierte die Schweizerische Verkehrszentrale (SVZ) eine Reihe von Initiativen. Im Jahr 1941 jährte sich der Rütlischwur zum 650. Mal. Zudem standen im ganzen Land verschiedene weitere Gedenkfeiern an. Die SVZ veröffentlichte daher die Broschüre Gang, lueg d Heimet a!, einen Leitfaden mit geschichtlichen, gesellschaftlichen, kulturellen und landschaftlichen Informationen über die Schweiz. Im Vorwort schreibt der damalige Bundesrat Enrico Celio: Im neuen Jahr soll ein jeder eine Region der Schweiz besuchen, die er noch nicht kennt, um sich in diesen äusserst harten Zeiten immer freudiger, immer dankbarer als echter Schweizer zu fühlen.

Ferien machen schafft Arbeit

Die Schweizerinnen und Schweizer fragen sich, ob Ferien in derart harten Zeiten wirklich angebracht sind. Bundesrat Celio liegt daran, diese Zweifel zu zerstreuen. Einerseits soll das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schweizerinnen und Schweizer gestärkt werden, andererseits bedeuten die Ferien der einen Arbeit für die anderen.
Manche Schweizer Regionen leben hauptsächlich vom Tourismus. Ein Verzicht auf Ferien wäre in bereits harten Zeiten nicht nur ein unnützes, sondern sogar ein schädliches Opfer.
Im Jahr 1945 das Kriegsende ist bereits in Sicht wird eine weitere Kampagne lanciert. Ferien werden als Zeit zum Auftanken dargestellt, damit man nachher die Herausforderungen der Nachkriegszeit schwungvoll angehen kann.

Wettbewerb: Ferienfotos

Wir suchen Ihre Ferienerinnerungen aus der Schweiz: Senden Sie uns die schönsten Bilder und Texte aus den letzten 100 Jahren unter www.coopzeitung.ch/souvenir. Zu gewinnen gibt es diese Woche zwei Übernachtungen für 2 Personen im Doppelzimmer, inklusive Frühstück im Hotel DellAngelo***, Locarno.

Ende Jahr verlosen wir unter allen Einsendungen zudem 5 Übernachtungen für 2 Personen im Hotel Arnica Scuol ***S in Scuol GR und weitere Preise von Nikon und Victorinox.

Einsendeschluss für die Verlosung mit Ferienerinnerungen aus den Jahren 1947 bis 1957: Montag, 29.Mai, 16 Uhr.

Aus dem Privatalbum

Paolo Roberto überSan Bernardino: 1.Januar 1939. Die Familie meines Vaters der Junge ganz links verbringt Winterferien im Hotel Brocco e Posta, dem besten Hotel im Bergdorf. Im Speisesaal dinierte man in der Abendrobe und bei Orchestermusik. Auf diesem Bild sind mein Vater und seine Brüder bereit für einen Skitag, während meine Grossmutter im weissen Pelz lieber in der Sonne entspannte.

Thea über die Liebe ihrer Eltern: 1939 trafen sich meine Eltern, die Mutter aus Amsterdam, der Vater aus Rotterdam, in einem der grossen Hotels in Engelberg. Sie verliebten sich und erzählten mir oft von den wunderschönen Ferien in der Schweiz mit Skifahren und Eislaufen. 30 Jahre später habe ich, ihre Tochter, meine Heimat Holland Richtung Schweiz verlassen, wo ich seit vielen Jahren glücklich lebe.

Zum Wettbewerb: Ferienfotos