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Pass frei für die Velofahrer

Eine Passfahrt mit dem Velo ist eine reizvolle Herausforderung aber für viele unromantisch, denn auch Auto- und Motorradfahrer lieben die Pässe. Doch diesen Sommer haben Velofahrer diverse Alpenübergänge exklusiv für sich.

FOTOS
Philipp Zinniker, Schweiz Tourismus; Karte: Rich Weber/Geodata©swisstopo
21. Mai 2018

Am Samstag werden die Velofahrer den Sustenpass für sich allein haben. Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger (l.) und Coop-CEO Joos Sutter vor einer Woche auf dem Sustenpass.

Einen Schweizer Alpenpass hinaufpedalen, fernab von Verkehrslärm und Abgaswolken, davon träumen viele Velofahrer. Diesen Sommer geht dieser Traum in Erfüllung: Schweiz Tourismus und Coop lancieren gemeinsam unter dem Titel Ride the Alps eine neue Eventserie für Velofahrerinnen und Velofahrer: In den kommenden Monaten werden zehn verschiedene Alpenpässe für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Sie stehen den Velofahrern exklusiv zur Verfügung. Den Anfang macht der Sustenpass am kommenden Samstag. Für die Autofahrer bleibt der Sustenpass noch geschlossen. Aber für die Velofahrer heisst es: Auf gehts!

Start in Innertkirchen oder Gadmen

Um 10 Uhr starten die ambitionierten Gümmeler in Innertkirchen zu 28 Kilometern Bergfahrt auf den Sustenpass hinauf (inklusive 1600 Höhenmetern). Die meisten Genussfahrer werden in Gadmen beginnen, von wo es noch 15 Kilometer bis zur Passhöhe sind (mit rund 600 Höhenmetern). Zurück geht es wieder Richtung Berner Oberland, die Urner Seite des Sustenpasses bleibt gesperrt. Organisiert werden die Events von lokalen Veranstaltern, Coop als Titelsponsor gibt der Eventserie den Namen: Coop Ride the Alps. Coop hat einen respektablen Leistungsausweis in Sachen Velo und ist mit viel Drive in diesem Thema unterwegs. Das passt ideal zu uns und unseren Zielen, sagt Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger (47) über die Zusammenarbeit mit Coop.

Velofahren boomt in der Schweiz

Weil sich Velofahren in allen Kategorien wachsender Beliebtheit erfreut, richtet sich Coop Ride the Alps an den Breitensport, sagt Tourismusexperte Heinz Keller (60) von Schweiz Tourismus: Im Vordergrund steht ganz klar der Genuss. Es gebe bei den meisten Events zwar die Möglichkeit, den Pass als Rennen und auf Zeit zu befahren, aber die Zielgruppe sind in erster Linie Leute, die gerne Velo fahren, tolle Landschaften sehen und gern einen Ferientag im Freien verbringen. Coop Ride the Alps gibt ihnen die Möglichkeit, Pässe ohne Autoverkehr und Zeitdruck zu befahren. Das entspricht laut Keller einem grossen Bedürfnis, denn im Sommer fahren rund 1,5 Millionen Menschen oder 19,4 Prozent der Gäste während ihrer Ferien in der Schweiz Velo.

Neues Landschaftserlebnis

Auf dem Velo habe man ein ganz anderes Landschaftserlebnis, als wenn man mit dem Auto unterwegs sei, sagt Keller und damit meint er nicht nur die Schweissperlen auf der Stirn und die müden Muskeln in den Beinen. Es ist ein überwältigendes Gefühl, diese Leistung erbracht zu haben. Ausserdem könne und solle man immer wieder anhalten und fotografieren. Das Panorama ist fantastisch. Die Teilnahme der Susten-Passfahrt vom Samstag ist übrigens gratis das gilt jedoch nicht für alle Events von Coop Ride the Alps. Vor Ort verteilt Coop Riegel und Getränke. Zudem erhalten alle Teilnehmer ein Überraschungsgeschenk. In Innertkirchen kann man sich an Spielstationen von Coop Naturaplan mit Wissen und etwas Geschick kleine Preise erspielen.

Mit dem E-Bike auf Pässefahrt

Keller selbst wird auch den einen oder anderen Pass bezwingen, wie er verrät, und zwar auf seinem E-Bike. Wie bitte? In meinem Alter und mit meinen Knien ist eine Passfahrt ohne E-Bike illusorisch, aber ich möchte dennoch an einem solchen fantastischen Event teilnehmen, sagt Keller, selber Sohn eines ehemaligen Rad-Eliteamateurs.

Er hat sich inzwischen daran gewöhnt, von Bikern den einen oder anderen Spruch einzustecken, wenn er sie mit dem E-Bike überholt und dann oben am Ziel im Restaurant wieder trifft. Wenn das E-Bike mithilft, dass die Leute rausgehen und sich in der Natur aktiv betätigen, ist das eine gute Sache, sagt Keller klar. Radfahrer und E-Biker müssten sich halt noch aneinander gewöhnen.

Heinz Keller wird auch bei Weitem nicht der einzige E-Biker sein. Weil Coop Ride the Alps ein Anlass für alle Velofahrer sei, werden an den Events, an denen E-Bikes zugelassen sind, auch viele Elektrovelos erwartet. Das sind fast alle, bis auf Chasing Cancellara DisentisAndermatt und Coop Ride the Alps vaudoises, bei denen keine E-Bikes zugelassen sind. Bei Coop Ride the Alps Croix-de-Coeur dürfen nur E-Bikes bis 25 km/h mitfahren.

CEOs nahmen Augenschein

Ihre Begeisterung über Coop Ride the Alps taten letzte Woche Coop-CEO Joos Sutter (54) und Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger kund. Sie überzeugten sich persönlich, dass am Wochenende auf dem Sustenpass alles parat ist und statteten der Schneeräumungsequipe einen Besuch ab. Sutter zeigte sich beeindruckt von der Kulisse, die die Velofahrer am Samstag erwarten wird: Wir freuen uns, dass wir mithelfen können, dieses einmalige Erlebnis für die Velofahrer zu ermöglichen.

Coop und Schweiz Tourismus arbeiten seit mehr als zehn Jahren zusammen. Gemeinsam wollen sie die Schweiz zu einer Top-Bike-Destination weltweit machen. Die Event-Serie wird in den nächsten Jahren fortgesetzt und ausgebaut.

1 Coop Ride the Alps Susten (26.Mai)
2 Unicef Cycling for Children (9.Juni)
3 Chasing Cancellara DisentisAndermatt (24.Juni)
4 Coop Ride the Alps vaudoises (1.Juli)
5 Granfondo San Gottardo (22.Juli)
6 Coop Ride the Alps Croix-de-Coeur (11.August)
7 IAM Champex Challenge (25.August)
8 Challenge Davos Festival (16.September)
9 La Désalpe Reichenbach (16.September)
10 FreiPass Klausen (22./23.September)