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Sri Lanka: Eine Insel voller Glanz

Der Name ist bereits beste Werbung: Sri Lanka bedeutet übersetzt strahlend schönes Land. Der Inselstaat im indischen Ozean hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Auf ihren Pfaden kann man etwa im kulturellen Dreieck wandeln.

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FOTOS
Carole Gröflin, zvg
30. Mai 2018

Tuk-Tuks prägen in Sri Lanka das Strassenbild. Die Gläubigen legen vor dem Schrein Blumen nieder.

 

Die Strassen sind voll mit Autos und Tuk-Tuks. Am Strassenrand balanciert ein junger Mann auf den dünnen Sprossen einer hölzernen Leiter. Mit flinken Händen wechselt er die Glühbirne einer Strassenlaterne aus. Ein anderer streicht wenige Meter entfernt wird die Bordsteinkante neu: abwechselnd weiss und schwarz. Mit einem Besen putzt er vorher etwas Dreck weg, bevor er die frische Farbe anbringt. Und dies alles gleich neben dem buddhistischen Tempel Gangaramaya in Colombo. Hierhin pilgern Gläubige, aber auch viele Touristen. Der Tempel offenbart neben vielen Buddha-Figuren und einem heiligen Buddha-Baum Kunstgegenstände und Schenkungen: Autos, Fotos, Brillen, Uhren. Die Objekte reichen von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart. Es ist also nicht nur ein spiritueller Ort, er hat auch archivarischen Charakter. Colombo ist die Hauptstadt von Sri Lanka. Im Jahr 1948 wurde das Land von den Briten unabhängig. Die Independence Memorial Hall nahe des Hafens ist ein nationales Denkmal dafür. Hier treffen sich die Sri-Lanker für religiöse Veranstaltungen und Feiertage etwa am 4. Februar, dem Unabhängigkeitstag.

Vorsicht beim Fotografieren

Gleich vis-à-vis der Stadtverwaltung thront eine goldene Buddha-Statue. Wichtig: Vor einer solchen darf man nicht posieren. Denn es gilt als anstandslos, Buddha den Rücken zuzukehren. Die Handhabung dieser Vorschrift ist sehr strikt: Touristen wurden deswegen bereits zu Geldstrafen verurteilt.

Weiter geht die Reise mit dem Bus nach Dambulla, 160 Kilometer landeinwärts. Die Stadt liegt in der Zentralprovinz. Sie ist berühmt für ihren buddhistischen Höhlentempel. Eine steile Kurzwanderung gilt es zu absolvieren, bis der Fels erreicht ist. Doch die Schweisstropfen lohnen sich: Der Goldene Tempel von Dambulla ist seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO. Ideal, um nach der Grossstadt die Ruhe zu geniessen. Auf fünf Höhlen sind Statuen und Gemälde verteilt. Diese beziehen sich auf Gautama Buddha und sein Leben: 153 Buddha-Statuen, drei Statuen von sri-lankischen Königen und vier Statuen von Göttern und Göttinnen.

Hoch hinaus

Unweit von Dambulla ragt Sigiriya in die Höhe, der sogenannten Löwenfelsen. Die Felssäule ist beinahe 200 Meter hoch. König Kasyapa wählte diesen Ort um 500 n. Chr. als neue Hauptstadt. Er baute seinen Palast auf dem Felsen und verzierte die Seiten mit bunten Fresken. Auf einem kleinen Plateau baute er ein Tor in Form eines riesigen Löwen. Davon sind heute nur noch die Tatzen übrig.

Sigiriya gehört seit 1982 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es ist eines der am besten erhaltenen Beispiele der antiken Stadtplanung. Denn zur Stadt in luftiger Höhe zählt auch die Anlage davor. Stauseen und Wassergräben sind symmetrisch angeordnet und bis heute gut unterhalten.

Der Aufstieg über unzählige Stufen ist schweisstreibend. Eine metallene Wendeltreppe führt zu den atemberaubenden Fresken-Zeichnungen. No pictures!, erklärt ein Aufseher. Schade. Am höchsten Punkt angekommen, wird die Anstrengung mit einer atemberaubenden Sicht belohnt: Viel Wald, ein Fluss und in der Ferne Berge.

Blumen für Buddha

Den letzten Stopp gibt es in Kandy. Der südlichste Punkt des kulturellen Dreiecks. Das Hochland ist erreicht. Sri Dalada Maligawa, der Zahntempel, ist eine buddhistische Stätte. Gemäss Erzählungen ist hier der linke Eckzahn von Buddha Gautama aufbewahrt. Eine Gruppe Schüler in weisser Kleidung wartet in einer Reihe aufgestellt darauf, in den Tempel zu marschieren. In den Händen halten sie Blumen, die sie vor dem Schrein niederlegen werden.

Die Gruppe setzt sich in Bewegung, betritt die Anlage. Es herrscht eine andächtige Stimmung: Vor dem glänzenden, goldenen Schrein beten Menschen, vor ihnen viele bunte Blumen aufgebahrt. Touristen und Gläubige nicken sich zu, lächeln sich an. Von den Einheimischen geht auch hier eine grosse Wärme aus.

 

Die Journalistin besuchte Sri Lanka auf Einladung von Edelweiss Air und des Sri-Lanka-Spezialisten A. Baur & Company Travel (Private) Ltd. Edelweiss Air fliegt ab dem 3. November 2018 non-stop nach Colombo, Sri Lanka.