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Der Trafikant

Wer Freude hat am Spiel von Bruno Ganz, wer Kostümfilme aus den 1930er-Jahren mag und sich nicht vom schlussendlich tristen Inhalt von Robert Seethalers Bestseller «Der Trafikant» die Laune verderben lässt, kann sich die neue Buchverfilmung anschauen gehen.

FOTOS
®Tobis Film/Petro Domenigg
31. Oktober 2018

 

Filmbewertung

Die Schauspieler sind alle mindestens so gut wie Bruno Ganz in der Rolle des Sigmund Freud. Allen voran Simon Morzé als 17-jähriger Franz Huchel, der sein Heimatdorf in der Provinz verlässt, um beim Wiener Trafikanten Otto Trsnjek (Johannes Krisch) in die Lehre zu gehen. Zu den Kunden des Tabakladens gehört Sigmund Freud, von dem Franz gleich fasziniert ist und von dem er sich Hilfe verspricht  in Liebesdingen. Franz hat sich nämlich unglückselig in die Variététänzerin Anezka (Emma Drogunova) verliebt. Doch die Tipps des berühmten Psychoanalytikers bringen ihn nicht gross weiter.  Und als Hitlers Truppen in Wien das Kommando übernehmen, gerät Franz erst recht in Bedrängnis. Auf selbstzerstörerische Art setzt er schliesslich ein Zeichen gegen den Naziterror.

Wenn Regisseur Nikolaus Leytner nur nicht so dick aufgetragen hätte! Was in Seethalers Roman leicht und zart angetönt ist, wird auf der Leinwand mehr als explizit ausgewalzt. Das gilt für die Beziehung zwischen Franz und Freud, aber vor allem auch für die Träume. Die sind so übertrieben schwülstig und vieldeutig dargestellt, dass man vielleicht doch besser das Buch nochmals liest als dass man den Film anschaut.

Im Kino

Der Trafikant

Filmstart: 1. November 2018
Land: Deutschland 2018
Länge: 113 Minuten
Besetzung: Simon Morzé, Bruno Ganz, Johannes Krisch, Emma Drogunova
Regie: Nikolaus Leytner