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Unkraut? Unkraut!

24. September 2013

Ja, jedes Kräutlein erfüllt einen Zweck, irgendeinen. Viele sogenannte Unkräuter lassen sich als Heilmittel oder für die Küche verwenden, oder sie dienen Insekten als Nahrung. Aber was ist mit den wilden Brombeeren?

Die letzten Tage war ich wieder einmal am Brombeeren ausreissen, grauenhafte Sache, in der Tat. Auch die dicksten Gartenhandschuhe mögen ihren Dornen nicht standzuhalten, und meine Hände sehen entsprechend schlimm aus. Aber hey, ich habe wieder einen Teil der alten Rebmauern freilegen können, und einen wunderbaren kleinen Sitzplatz geschaffen. Das Problem mit den Brombeeren ist, dass sie sich sozusagen abseilen, und sobald die meterlangen Triebe den Boden berühren, schlagen sie gleich Wurzeln. So hat man am Ende ein Riesendickicht aus vertrackten Schlingen, die praktisch nur noch mit Brachialgewalt zu entfernen sind. Immerhin, eine gute Sache, um einen ordentlichen Frust abzureagieren! Aber ansonsten könnte man schwerlich behaupten, dass diese Art von Unkraut Spass oder auch nur Sinn macht. Denn was die Brombeeren in der Tat tun, ist, alles andere, was da vielleicht auch noch wachsen möchte, erbarmungslos und ohne Ausnahme ersticken.

Auf meiner Roten Liste stehen neben den Brombeeren noch: Goldrute (Katastrophe! Die breiten sich schneller aus, als man ihnen zuschauen kann). Hahnenfuss (sehr mühsam zu entfernen, weil die Wurzeln immer abreissen und man nie alles erwischt.) Ackerwinden (jaja sie blühen noch hübsch. Aber das sagen wirklich nur die blutigsten Gartenanfänger. Alle anderen wissen: mit Winden ist nicht zu spassen. Auch sie wachsen schneller, als man ihnen zusehen kann. Ihre Wurzeln erwischt man niemals alle, und auch das kleinste Stückchen treibt sofort wieder aus.) Alle anderen Unkräuter sind bei mir ok, Baumtropf, Brennesseln, Löwenzahn und was noch so alles ungefragt spriesst, von denen reisse ich nur aus, was mir und meinen Pflanzen explizit im Weg steht. Und was man gegen die wirklich schrecklichen Unkräuter tun soll? In der Tat gibt es wohl nur eines: sie immer wieder ausreissen. Insofern ist es ganz gut, ab und zu mal einen schlechten Tag zu haben....

Was auf sehr stark verunkrauteten Flächen auch funktionieren kann: Rasen säen und regelmässig mähen. Im Seegärtchen in Twann habe ich so die Winden und die mehrjährigen Wicken bodigen können. Irgendwann geben sie nämlich schon auf. Und bei Baumtropf und Brennesseln ist regelmässiges Ernten das Beste. Wenn man die jungen Blätter immer wieder abschneidet (und in den Kochtopf wirft! Sie sind sehr lecker und vitaminreich!) dann geben auch die irgendwann auf.


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