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Sabines Garten Blühende Bälle zum Gartenfest

Nun ist die grosse Zeit der Sommerfeste: Partylämpchen aufhängen, Grill einheizen und die lauen Abende geniessen. Und im Hintergrund trumpfen die Hortensien mit ihren bunten Bällen auf und sorgen für blumige Feststimmung.

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Stöh Grünig
09. August 2013

Farbenfrohes Blütenfeuerwerk: Hortensien blühen in unterschiedlichen Farben. Hortensien unterstützen die Lämpchen auf dem Balkon mit zusätzlicher Farbenpracht. Ob die Blüten rosa oder blau blühen, hängt vom Säuregehalt der Erde ab, in der Hortensien gedeihen. Hortensien wirken am besten in nicht zu hohen Gefässen.

Farbenfrohes Blütenfeuerwerk: Hortensien blühen in unterschiedlichen Farben.

Hortensien unterstützen die Lämpchen auf dem Balkon mit zusätzlicher Farbenpracht.

Ob die Blüten rosa oder blau blühen, hängt vom Säuregehalt der Erde ab, in der Hortensien gedeihen.

Reportage

Sie zaubern ein wahres Blütenfeuerwerk in den spätsommerlichen Garten: Hortensien sind an Dramatik kaum zu übertreffen. Allerdings gilt auch hier: Von nichts kommt nichts. Wenn die beliebten Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) Jahr für Jahr wieder üppig blühen sollen, gilt es, bei der Pflege einige Punkte zu beachten. Blaue Hortensien blühen nur in saurer Erde langfristig blau. Auf alkalischem Boden blühen sie mit der Zeit immer rosarot, was ich persönlich auch sehr schön finde. Aber wer von himmelblauen Hortensien träumt und nicht gerade im Tessin wohnt, wo diese problemlos gedeihen, muss in die gärtnerische Trickkiste greifen.

Ich habe schon gehört von Leuten, die ihre Hortensien mit Essig oder Zitronensaft behandeln. Das ist natürlich Quatsch. Auch der Tipp, dass Kaffeesatz verblasste Hortensien auffrischen solle, scheint mir fraglich. Wahrscheinlich macht der Kaffee nur die müde Gärtnerin munter. Im Internet geistern zudem diverse Anleitungen zum Blaufärben mit Aluminium-Alaun herum. Dieses traditionelle Hausmittel bekommt man in der Apotheke, und es funktioniert auch, nur muss man erst die richtige Dosierung herausfinden. Die hängt vom jeweiligen Boden ab und lässt sich also nicht verallgemeinern. Da heisst es pröbeln. Oder gleich zu einem speziellen Hortensiendünger greifen, der die Büsche auch korrekt ernährt. Es fragt sich aber natürlich, ob einem die blauen Hortensien so viel wert sind, dass man solche Chemikalien überhaupt im Garten ausbringen will. Ich persönlich verzichte darauf, denn eigentlich mag ich rosarote Hortensien sowieso lieber.

Das andere Problem mit den Bauernhortensien ist, dass sie ihre Blütenknospen für das folgende Jahr schon im Herbst bilden. Das bedeutet einerseits, dass sie dann natürlich nicht geschnitten werden sollten. Sonst ist die Blütenpracht für das nächste Jahr gleich weg. Erst im Frühling werden Verblühtes und erfrorene Äste herausgeschnitten. Dass die Bauernhortensien ihre Blütenknospen schon im Herbst bilden, bedeutet ausserdem, dass diese leicht abfrieren können. Tatsächlich sind Bauernhortensien nur bis etwa minus 12 Grad winterhart. Traditionell wurden sie darum auf dem Land in grossen Kübeln gezogen und im Winter in den Schuppen gekarrt. Besonders hübsch sehen sie in halben Weinfässern aus, unterpflanzt mit Farnen. Auch Efeu oder Walderdbeeren sind gute Begleiter zum Unterpflanzen von Hortensien. Bei der Wahl der Kübel achte ich darauf, dass sie nicht zu hoch sind. Hortensien sehen nämlich am schönsten aus, wenn man von oben auf sie herabschaut. In zu hohen Kübeln sieht man dann vor allem die verholzten Stiele von unten, was nicht sehr vorteilhaft ist. Von den Proportionen her sind darum die halbierten guten alten Weinfässer ideal.

Die wunderbaren Bauernhortensien als Kübelpflanzen zu ziehen, ist tatsächlich der Idealfall, vor allem auch, weil man ihnen dann gleich von Anfang an Rhododendronerde geben und den PH-Wert perfekt steuern kann. Im Halbschatten vor dem Haus oder auf der Terrasse sind die blauen Blütenbälle dann wahre Hingucker, die von gärtnerischem Können zeugen. Natürlich sind Bauernhortensien in Kübeln auch die idealen Gäste für einen halbschattigen Balkon.

Ich könnte mir dort keine schönere Pflanze vorstellen! Einige kleinere Kübel mit Funkien (Hosta) danebenstellen, fertig ist die kühle Idylle. Was bei der Pflege ausserdem wichtig ist: Wie die meisten Halbschattenpflanzen wollen auch die Hortensien stets genug Wasser haben. Also niemals zu giessen vergessen!

Das Problem mit der Winterhärte lässt sich elegant umgehen, indem man Rispenhortensien (Hydrangea paniculata) wählt. Diese blühen am diesjährigen Holz und sind daher winterhart. Die konischen Blütenrispen blühen in Cremeweiss bis hin zu zarten Rosa- und Grüntönen. Sehr romantisch!
Rispenhortensien können auch im Herbst nach Bedarf und Platzverhältnissen kräftig zurückgeschnitten werden. Und vor allem gedeihen sie in jedem Gartenboden, sie sind dankbare, pflegeleichte Sträucher für den Halbschatten. Auch die beliebte Baumhortensie (Hydrangea arborescens Annabelle) mit ihren riesigen weissen Blütenbällen ist vollkommen winterhart und in der Kultur absolut problemlos. Sie wächst zu einem stattlichen Strauch heran, der so gut wie keine Pflege braucht. Ihre bis zu zwanzig Zentimeter grossen Blütenbälle bilden für eine halbschattige Stelle an der Terrasse oder bei einem romantischen Sitzplätzchen einen wunderbaren Hingucker. Und dann fehlen nur noch die Partylichter. Da wir wie auf den meisten Balkonen üblich kein Feuer machen dürfen, behelfen wir uns mit einem Elektrogrill, das ist allemal besser, als gar nicht grillieren dürfen.

Arbeitskalender

  • Schnittblumen schneiden. Frühmorgens geerntet, halten sie länger. Insbesondere den Rosen tut es gut, Sträusse zu schneiden. Sie blühen dann bis weit in den Herbst hinein.
  • Rosen noch einmal düngen!
  • Bei Balkonblumen und Stauden Verblühtes regelmässig wegschneiden. Und weiterhin regelmässig düngen, damit sie genug Kraft haben, um bis in den Herbst hinein zu blühen.
  • Verblühte Stauden teilen und neu pflanzen. Etwas Kompost in die Pflanzlöcher geben und gut angiessen.
  • Spinat, Feldsalat, Mangold, Hirschhornsalat und japanische Salate säen.
  • Herbstsalate wie Endivien, Zichorien und Zuckerhut pflanzen.
  • Zwiebeln von Madonnenlilien und Kaiserkronen (Fritillaria imperialis) pflanzen.
  • Erdbeeren pflanzen. Ableger jetzt von den Mutterpflanzen trennen und neu einsetzen.
  • Kohlweisslinge einsammeln, Blattläuse und Schnecken im Auge behalten.
  • Rosen mit Stecklingen vermehren das klappt vor allem bei alten Sorten gut, die auf ihren eigenen Wurzeln wachsen. Stecklinge fest andrücken und stets feucht halten.
  • Halbverholzte Stecklinge von Büschen und verholzenden Kräutern wie Thymian, Salbei oder Rosmarin nehmen.
  • Rasen vertikutieren und falls nötig jetzt erneuern.
  • Samen von Sommerblumen ernten und trocknen.
  • Lavendel schneiden (nur die Blüten, ausser die Sträucher sind zu gross oder unförmig geworden, dann bis ins alte Holz zurückschneiden).
  • Kernobst schneiden.
  • Freunde einladen und den Balkon oder Garten gemeinsam geniessen!

Tipp

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