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Beeren her!

Selber gezogene Herbsthimbeeren und Heidelbeeren versüssen die letzten warmen Tage. Die Beerensträucher gedeihen im Garten ebenso gut wie in Gefässen auf dem Balkon.

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Getty Images
24. August 2018

Himbeerpflanzen können recht hoch werden, bindet man sie ordentlich auf, geht das Ernten leichter.

Unsere Himbeeren haben den Rank nun langsam gefunden – die letzten zwei Sommer serbelten sie trübe vor sich hin im Dickicht des Efeus, der vom Nachbarszaun herüberwuchert. Himbeeren sind ja Waldrandpflanzen, habe ich mir eingeredet, und so ein bisschen Halbschatten müssten sie eigentlich vertragen. Nur entwickelte sich der Efeu nach und nach zur dunklen Höhle. So blieb mir nichts anderes übrig, als ihn radikal zurückzuschneiden. Und jetzt ranken die Himbeeren der Spätsommersonne entgegen. Gelegentlich gehe ich mit Schere und Schnur vorbei und binde die Triebe fest.


Ich habe auch drei Pflöcke eingeschlagen und dazwischen Drähte gespannt. Denn Herbsthimbeeren werden recht hoch und sollten ordentlich aufgebunden werden. Zu viel Durcheinander ist bei der Ernte alles andere als praktisch. Herbsthimbeeren reifen jeweils an den neuen Ruten, die im aktuellen Jahr gewachsen sind. Wenn es ihnen gefällt, wuchern sie richtig. Die früheren Sommerhimbeeren hingegen reifen an den Ruten vom Vorjahr, die also im Herbst nicht abgeschnitten werden sollten. Damit man das nicht durcheinander bringt, sollte man nach dem Kauf die Schilder aufbewahren. Und im Laden lieber noch nachfragen, welche Sorte wann und wie geschnitten wird.

Heidelbeerpflanzen sind dankbar, doch man darf sie nicht austrocknen lassen.

Nebst den Himbeeren erfreue ich mich im Spätsommer und Frühherbst besonders an den Heidelbeeren. Die auch bei uns erhältlichen amerikanischen Kultursorten bilden viel grössere Beeren, als wir sie von den wilden «Heiti» aus den Bergen kennen. Sie sind aussen blau, ihr Fruchtfleisch aber ist süss und gelb. Heidelbeeren sind einfach zu kultivieren. Man muss nur wissen, dass sie saure Erde brauchen.

Am besten werden sie in einem halbierten Weinfass oder in einem grossen, nicht zu tiefen Kübel kultiviert. Kaufen Sie Moorbeeterde und Spezialdünger. Wer im Garten ein Rhododendronbeet hat, kann die Heidelbeeren dort in eine Lücke einfügen. Oder in einem anderen Beet ein grösseres Loch ausheben und dieses mit saurer Erde auffüllen.

Heidelbeeren im Autoreifen

Ich habe auch schon Autoreifen in den Garten gelegt, diese mit Moorbeet- oder Beerenerde aufgefüllt und die Heidelbeersträucher hineingepflanzt. Das sieht witzig aus und funktioniert bestens, zumal die Feuchtigkeit in den Gummireifen nicht so rasch verdunstet. Feuchtigkeit ist für die Heidelbeeren nämlich wichtig. Sie haben einen recht empfindlichen, flachen, verfilzten Wurzelballen und vertragen es nicht, wenn sie austrocknen. Idealerweise sollten sie regelmässig mit kalkfreiem Regenwasser gegossen werden.


Drei Beerentipps

Richtig giessen

Mit zu viel Durst bilden sich nur kleine Früchte. Mit zu viel Wasser werden diese gross, schmecken aber weniger intensiv.

Mulchen ist gut …

Himbeeren regelmässig mit etwas Rasenschnitt mulchen. So trocknen die flachen Wurzeln weniger schnell aus.

… und nochmals mulchen

Heidelbeeren im Herbst mit Rinden-
häcksel mulchen. Das macht den Boden sauer und schützt die Wurzeln vor Kälte.


Beeren pflanzen

Mit Spezialprodukten

Ob Sie Beerensträucher im Garten oder in einem Topf anpflanzen, ideal ist die lockere Ricoter-Beerenerde ohne Torf (mit pH-Wert 5,8). 30 Liter gibt es für Fr. 9.95 
bei Coop Bau + Hobby.

Zu empfehlen ist auch der Hauert-Beeren- und Obstdünger, 5 kg/Fr. 19.95. Beide Produkte fördern die Fruchtbildung sowie die Reife und den Geschmack der Beeren.