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Von den Eritreern lernen

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17. Juli 2018

Beim Gärtnern mit Flüchtlingen aus Eritrea hab ich einiges gelernt, das könnte für uns noch interessant werden, wenn uns nun weitere Hitzesommer erwarten. Sie bauen das Gemüse ja ganz anders an als wir. Nämlich schaufeln sie recht hohe Walme auf, ähnlich wie wir das für die Kartoffeln tun. Und dann pflanzen sie die Gemüsesetzlinge auf der Schattenseite der Wälme, recht weit unten, aber nicht ganz in der Grube. Die Grube nämlich fluten sie dann mit Eimern voll Wasser. So verdunstet viel weniger, als wenn man flächig die ganzen Beete giesst. Wir haben beim gemeinsamen Pflanzen viel diskutiert, und ich werde ihre Methode dann nächsten Sommer bei mir in dem exponierten Garten im Rebberg ausprobieren. Hingegen konnte ich die Eritreer überreden, dass man bei uns im September natürlich auch auf der Sonnenseite der Wälme Salat pflanzen kann. Sie sind jetzt gespannt, ob ich recht habe und der Salat in der Schweiz auf beiden Seiten wachsen wird! Und meinerseits bin ich gespannt, was wir ihnen sonst noch für Tricks im Umgang mit heissem Klima abschauen können. Und vor allem: Gemeinsam gärtnern ist ein Riesenspass!

Uebrigens, nächsten Donnerstag gehen wir wieder vorbei. Wir haben gestern auch einen kleinen Apfelbaum gepflanzt mit den Flüchtlingskindern. Sie hatten solche Freude an den reifen Aepfeln, dass sie mich gebeten haben, nächstes Mal einen grösseren Baum mit mehr Aepfeln dran zu bringen. Nun, grössere Bäume mit reifen Früchten kann man natürlich nicht verpflanzen, aber einen Korb voll Aepfel kann ich allemal auftreiben. Und ich würde noch ein paar Leute brauchen, die Kuchen backen. Nächste Woche ziehen die neuen Flüchtlinge in die Zelte ein, und wir würden ihnen gern einen freundlichen Empfang bereiten. Falls jemand von euch Lust hat mit Kuchen und/oder Aepfeln mitzukommen, bitte Mail an info@sabinesgarten.ch für genauen Ort und Zeit

(Foto: Joel Schweizer)



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