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Grosse Gärten in ganz klein

Jetzt hält die Natur ihren Winterschlaf. Doch wir müssen trotzdem nicht auf einen grünen Garten verzichten. Mini-Gärten im Topf sind die Lösung

FOTOS
Heiner H. Schmitt
07. Januar 2019

Für den Sommer im Topf – mit Grill

Eine hübsche, runde Sache

Es gibt auch Sets mit Mini-Gartenmöbeln. Zum Beispiel «Summertime» von Rayher. Es enthält einen Schaukelstuhl, einen Zaun, einen Grill, dazu Vögel und Kies. Am besten überlegt man sich zuerst, wo die Pflanzen gesetzt werden und spart eine Fläche aus für den Kiesplatz und die Möbel. Danach können die Teile mit weiteren Möbeln ergänzt und dekoriert werden, auch mit selbst gebastelten Elementen. Die Sets bestellt man am besten bei Coop Bau + Hobby.

Sie verbreiten sich fast so schnell wie süsse Katzenvideos: Winzige Gärten sind ein wachsender Trend. Vor rund 20 Jahren gab es einige wenige Miniatur-Fans, die in Töpfen kleine Paradiese kreierten. Inzwischen hat sich ein Boom entwickelt. Denn diese Arrangements sind sehr ansteckend: Kaum betrachtet jemand so ein Schmuckstück, verspürt er den Wunsch, es auch zu probieren. Die Internet-Plattform Pinterest, wo die Nutzer Bilder von Internetseiten hochladen und teilen können, hat wesentlich zur Verbreitung dieses Hobbys beigetragen. Tausende von solchen Miniaturgärten finden dort ihre Nachahmer. 

Ein weiterer Grund für die immer noch wachsende Begeisterung ist auch die Tatsache, dass solche Gärten schnell gemacht und einfach zu pflegen sind. Eigentlich genügt bereits ein Topf mit einer Pflanze, die ruhig gross sein darf für den Anfang. Dafür sollte sie im unteren Bereich einen Stamm haben wie zum Beispiel ein Drachenbaum. So kann man ganz einfach einige Miniaturmöbel auf der Erde im Topf platzieren – und schon ist ein erster, kleiner Garten fertig. Wer keinen besonders grünen Daumen hat, muss den Wunsch nach so einem Gärtchen trotzdem nicht aufgeben. Schliesslich lässt sich auch mit künstlichen, kleinen Pflanzen und getrocknetem Moos ein Arrangement zaubern. Das dekoriert man am besten noch mit Kakteen und Sukkulenten, die sind keinem böse, wenn es mal etwas länger dauert bis zum nächsten Giessen.

Für Rosenliebhaber

Blütenmeer

Den Korb mit Plastikfolie auslegen, die Folie perforieren, als Drainage Kies oder Tonstückchen auf den Boden legen, mit Erde befüllen. In einer Ecke mit Ceramica-Mosaiksteinen von Rayher (2 × 2 cm) einen Boden legen. Darauf einen Pavillon stellen und mit künstlichen Rosen dekorieren. Mini-Rosen einpflanzen, beliebig weiter dekorieren. Den bepflanzten Korb auf einen geeigneten Untersetzer oder wasserfesten Untergrund stellen.

Faszinierend winzig

Die auf kreative Hobbys spezialisierten Firmen haben diesen Trend erkannt und bieten eine Fülle von kleinen Möbeln, Werkzeugen und schmückendem Zubehör an. Weisse Accessoires passen sehr gut zu Gärtchen mit dunklem Boden. Hellere Untergründe wie Steinplättchen oder Kies bestückt man am besten mit dunkel gefärbten Möbeln. Mit getrocknetem Moos kann man Flächen begrünen, doch es gibt auch die Möglichkeit, einen Rollrasen als Miniatur zu verlegen. In diesem Fall brauchen die grünen Halme regelmässig einen Schnitt. Der lässt sich stilecht mit einer (Nagel-)Schere ausführen. Und die Behältnisse müssen gar nicht immer aus Ton sein. Holzkisten eignen sich ebenfalls. Dann sollte jedoch eine Drainageschicht mit Folie eingeplant werden. Eine wasserdichte Unterlage ist natürlich ebenfalls ein Muss, falls man solche Gefässe oder auch Töpfe in der Wohnung hinstellt. Mit ein wenig handwerklichem Geschick lassen sich einige Einrichtungsgegenstände auch selbst herstellen. Aus Holzstielen von Glaces oder fertigen Bastelhölzern kann man etwa Türen oder Zäune bauen. Miniatur-Fans, die es wirklich ernst meinen, verlegen sogar Stein- oder Terrakotta-Böden mit Zement oder flechten Körbe aus Schnüren. Und die wirklich fanatisch begeisterten Kleinstgärtner kaufen sich die Baukastensysteme von Teifoc (gibts bei microspot.ch) und bauen sich Häuser aus kleinen, echten Backsteinen für ganze Miniatur-Landschaften im Garten, wie etwa aus der Trilogie «Herr der Ringe» von J. R. R. Tolkien.

Aber wer hat diese Gärtchen eigentlich erfunden? Die Chinesen! Vor rund 2000 Jahren soll ein Zauberer in China gelebt haben, der Landschaften auf die Grösse eines Tabletts verkleinern konnte. Damals kam diese Form der Gestaltung auf. Das nannte man Penjing oder Penzai. Dazu gehörten auch verkleinerte Bäume, die später von Japan als Bonsai-Kunst aufgegriffen wurden. 

Für die Sorglosen

Kofferraum

In einem mit Acrylfarbe bemalten Koffer (18 × 12 × 6,5 cm) aus Pappmaché lässt sich ein (fast) pflanzenloser Garten unterbringen. Den Koffer etwa zur Hälfte mit Kies oder Sand füllen, anschliessend getrocknetes Moos andrücken, darauf Holzscheiben in verschiedenen Grössen platzieren. Beliebig mit Möbeln, Kunstpflanzen oder Sukkulenten im Topf dekorieren. Als Rückwand Bambusstäbe im Kies oder im Sand feststecken. 

In den USA nennt man solche Miniaturen «Fairy Garden», also Feengarten. Die Inspiration dazu lieferte der japanische Pavillon 1893 an der Weltausstellung in Chicago. Alle diese Garten-Traditionen haben ihren eigenen Stil. Der amerikanische ist mehr von üppiger Dekoration geprägt. Erlaubt ist, was gefällt, Feengarten heissen sie, weil sie gerade gross genug sind, dass Feen in ihnen wohnen könnten. Wer weiss, vielleicht entfalten auch die heutigen Miniatur-Gärten magische Kräfte. Wundersam sind sie jedenfalls allemal. 

Gärtnern auf kleinstem Raum

Überall Pflanzen

In diesem Buch finden Sie alles, was man übers Gärtnern im Miniatur-Format wissen muss. Die britische Garten-Expertin Holly Farrell beschreibt darin 35 wunderschöne Projekte für drinnen und draussen, die ganz verschieden sind. Vom Rasen in der Kiste bis zu bepflanzten Teekannen ist alles dabei. Die Gärtchen aus «Miniaturgärten. Indoor und Outdoor» (Haupt-Verlag) sind auch einfach umsetzbar und lassen sich prima personalisieren, etwa als Geschenk.

Das Material für die Mini-Gärten gibt es in grösseren Coop Bau + Hobby-Filialen.