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Praktische Ideen von Sabine Reber

Volles Blumenrohr

Spektakuläre Pflanzen für heisse Sommertage: Cannas, Dahlien und Dipladenien aus Südamerika bringen Farbe und Lebensfreude auf Balkon und Terrasse.

12. August 2019

Die hohen Cannas lassen sich bestens mit mit anderen Blumen- und Buschsorten kombinieren.

Tipps für hitzeliebende Pflanzen

Nahrung nicht vergessen

Den ganzen Sommer über regelmässig Blumen- oder Kübelpflanzendünger geben. Eher wenig Wasser.

Achtung Staunässe

Nach starkem Regen die Untersetzer leeren, sonst faulen die Wurzeln. Regen schadet den Blüten. Cannas und Dahlien vor Regen geschützt aufstellen, so halten die Blüten länger. Dipladenien vertragen das eher.

Manche der altbewährten Pflanzen machen in der Sommerhitze auf exponierten Balkonen bereits schlapp. Schauen wir uns also nach exotischen Südländern um, die heissen Temperaturen besser gewachsen sind, zum Beispiel Dipladenien aus Brasilien oder Cannas und Dahlien, die ebenfalls aus Südamerika stammen. Das Erfreuliche an diesen Pflanzen: Sie sind robust und pflegeleicht und sorgen mit auffälligen bunten Blüten für gute Laune auf dem hochsommerlichen Balkon und im Garten.

Das Blumenrohr (Canna indica) gehört zu den Ingwergewächsen. Es stammt aber nicht aus Indien, seinen Namen hat es von den westindischen Inseln. Mich erinnern Cannas immer an den grossen englischen Gärtner Christopher Lloyd (1921–2006). Er verhalf den grellen Blumenrohren zu neuem Glamour, indem er sie mit noch bunteren Dahlien kombinierte. Ein Volltreffer, haben doch Dahlien und Cannas auch die gleichen Ansprüche an Standort und Dünger: Sie mögen viel Sonne und viel Nahrung und vertragen keine Staunässe.

Vernaschen und Vermehren

Hingucker

Bunt und exotisch

Sie sehen einzeln und kombiniert gut aus und machen den ganzem Sommer hindurch Freude. Bei Coop Bau + Hobby finden Sie Cannas oder Dahlien in diversen Grössen. 

Cannas haben allerdings zarte Blätter, die gern von Schnecken, weissen Fliegen, Blattläusen und auch von Wühlmäusen vernascht werden. Auch Dahlien werden von diesen unliebsamen Gästen heimgesucht. Logisch, schliesslich sind sowohl Dahlien wie auch Cannas essbar. Gegessen werden die stärkehaltigen Rhizome, die ebenso wie Dahlienknollen gekocht werden.

Die dritten heissen Südamerikaner, die Dipladenien, sind hingegen giftig. Darum sind bei ihnen Frassfeinde kaum ein Thema. Ausserdem würde ihr zähes, ledriges Laub wohl nicht einmal den Läusen schmecken. Da alle Pflanzenteile der Dipladenien giftig sind, sollte man bei der Pflege immer Gartenhandschuhe tragen. Der weisse Milchsaft kann Hautreizungen hervorrufen.

Dipladenien überwintern und vermehren ist eher etwas für Spezialisten, aber bei Dahlien und Cannas kann man es auch als Laie versuchen. Cannas und Dahlien gedeihen ja nur draussen. Ihr Laub geht ein, sobald der Herbst kommt. Man überwintert sie, indem man sie Ende Oktober fünf Zentimeter über der Erde abschneidet. Die Rhizome/Knollen lagert man im Keller dunkel ein. Wenn dort ein Fenster ist, stülpt man einen Jutesack über das Pflanzenmaterial.

Zwei Dipladenienblüten.

Zum Vermehren bricht man die Rhizome/Knollen auseinander, und zwar so, dass jedes Teilstück eine kräftige Trieb- sprosse aufweist. Ich suche mir ein paar schöne frische Teile aus für die Küche und überwintere nur so viele Knollen- und Rhizomstücke, wie ich nächstes Jahr Pflanzen brauche. Im nächsten Frühling treiben diese neu aus.