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Ungebetene Gäste

Wurmt es Sie auch, wenn Ihre alten Holzmöbel plötzlich viele kleine Löchlein haben? Dann tun Sie etwas dagegen! So schwer ist das nämlich gar nicht.

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Getty Images, Keystone, zvg
24. Dezember 2018

Da hat sich der Drechsler einst Mühe gegeben. Kein Wunder, möchte niemand das gute Stück mit dem Holzwurm teilen.

Wie schön es doch zur Festtagszeit ist: Alle sitzen in der guten Stube und erfreuen sich an den vielen Geschenken. Doch irgendwo von fern singen die Engelein: «Leise rieselt das Holz.» Tatsächlich, das Holz rieselt aus Grossmutters Biedermeierkommode und sie müssen konsterniert feststellen, dass Sie mehr Gäste zu Besuch haben, als Ihnen lieb ist. Denn in der Kommode tut sich der Holzwurm gütlich. Und wenn Sie wollen, dass dieser noch etwas vom teuren Erbstück übrig lässt, sollten sie ihn schleunigst rauswerfen.

Hitze und Kälte helfen

Doch wie macht man dem «Gemeinen Nagekäfer» alias Anobium punctatum, sprich: Holzwurm, den Garaus? Prinzipiell sollten Sie dafür sorgen, dass das Möbel wenn immer möglich an einem trockenen Ort steht, denn trockenes Holz schmeckt den Viechern nicht wirklich. Also nicht an einer kalten Wand, die Feuchtigkeit zieht, oder gar neben dem munter dampfenden Luftbefeuchter.

Ist der Wurm schon drin, hilft zum Beispiel Hitze. Kleinere Stücke können Sie bei 60 Grad einige Stunden in den Backofen stellen. Das mögen die Nagekäfer gar nicht. Aber Vorsicht: Auch heikle Oberflächen wie etwa Schellack sind darauf nicht erpicht. Ist das Stück für den Ofen zu gross, was es ja meistens ist, können Sie sich glücklich schätzen, wenn Sie eine Haussauna besitzen. Aber bitte ohne Aufgüsse. Sie wissen ja: Feuchtes Holz schmeckt den Tieren besser als trockenes. Kälte wirkt ebenfalls. Allerdings brauchen Sie eine trockene Nacht bei mindestens 20 Grad minus.

Wenn Sie darauf nicht ewig warten wollen, können Sie auch mit einer Spritze Petroleum in die Löcher applizieren und diese mit Wachs verschliessen. Diese Prozedur muss allerdings meist mehrmals wiederholt werden. Zudem besteht beim Petroleum die Gefahr von Flecken auf dem guten Stück. Und angenehm riechen tut es auch nicht gerade.

Die Sache mit dem Trommeln

Sensitivere Zeitgenossen versuchen es gerne mit Eicheln. Neben das Loch gelegt, regt dieser Festschmaus den Wurm zum Zügeln an. Er kann dann im Idealfall mitsamt der Eichel entsorgt werden. Was die Würmer übrigens auch nicht mögen, ist regelmässiges Klopfen über einen längeren Zeitraum hinweg. Sind Sie allerdings nicht der geborene Bongospieler oder die Schmarotzer besonders hartnäckig, helfen nur noch professionelle Mittel. Coop Bau + Hobby bietet entsprechende Produkte an, die, nach Herstellervorschrift angewendet, den Wurm in die Schranken beziehungsweise aus dem Möbel weisen. 


Tipps und Tricks

Übertragbares Übel
Wurmstichiges Feuerholz fürs Cheminée kann andere Hölzer «anstecken». Daher dieses Holz nicht in der Stube lagern.

Höchstens 60 Prozent
Herrscht in Ihren Räumen hohe Luftfeuchtigkeit, hilft ein Entfeuchter gegen Holzwürmer und auch gegen Schimmel.

Auf eigene Verantwortung
Kleine Holzgegenstände können mit der nötigen Vorsicht auch in der Mikrowelle entwurmt werden.