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Kratzer im Lack: Schönfärberei

Kleine Kratzer im Autolack lassen sich oft auch ohne eine teure Rechnung von der Karosserie-Werkstatt zum Verschwinden bringen. Meistens reichen dafür ein paar einfache Hilfsmittel, ein wenig Geduld und feines Gespür.

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FOTOS
Alamy, Getty Images, zvg
23. April 2018

Kleinere, nicht zu tiefe Kratzer im Lack lassen sich meistens mit einer guten Politur und ein wenig Geduld wegpolieren.


Ist der Kratzer tief, hilft nur noch frische Farbe, so wie unten beschrieben.

Wenn Sie der Fraktion jener angehören, die locker über ein paar Kratzer im Autolack hinwegsehen können und dabei stoisch behaupten, dass Ihnen das sowieso nichts ausmacht und das Auto nur ein profaner Gebrauchsgegenstand sei, haben Sie es gut. Denn Sie können nun locker weiterblättern. Bekommen Sie hingegen und zu dieser Sorte gehöre ich Schnappatmung, wenn der Haselstrauch schon wieder zu nah bei der Einfahrt stand und seine Spuren auf dem Lack hinterlassen hat, sollten Sie nun dringend handeln. Bringen Sie also Ihr Auto in die Garage und halten Sie einen Defibrilator bereit, wenn Sie später die Rechnung aus dem Briefkasten holen. Oder schaffen Sie selber Abhilfe. Nichts gegen die Profis aus der Garage, aber kleinere Kratzer lassen sich oft selber zum Verschwinden bringen.

Gegen oberflächliche Kratzer hilft meist schon eine einfache Politur. Reinigen Sie dazu die betroffene Stelle gründlich; schliesslich wollen Sie ja keine Schmutzpartikel in den Lack einpolieren und alles noch verschlimmern. Polieren Sie danach die betroffene Stelle mit einer handelsüblichen Politur gut aus. Reicht das nicht, finden Sie im Fachhandel spezielle Reparaturpoliersets. Diese bestehen oft aus zwei aufeinander abgestimmten Polierpasten. Zudem tragen sie ein wenig mehr Material ab als herkömmliche Politur und versiegeln den Lack danach wieder. Zudem enthalten diese Sets oft auch extrafeines Schleif-Vlies, mit dem die beschädigte Stelle zuvor angeschliffen werden muss. Aber Vorsicht: Schleifen Sie mit Bedacht. Denn die Freude über den verschwundenen Kratzer hält sich erfahrungsgemäss in engen Grenzen, wenn der Lack danach auch verschwunden ist

Farbe hilft immer

Sind die Kratzer tiefer, womöglich bis aufs Blech, brauchts Farbe. Die meisten Auto-Hersteller halten farblich passende Lackstifte bereit. Schleifen Sie dafür die betroffene Stelle mit feinem Schleifpapier (idealerweise mit 3000-Körnung). Der Kratzer muss absolut staub-, rost- und fettfrei sein. Tragen Sie die Farbe nach Angaben des Herstellers hauchdünn auf. Ist sie vollkommen durchgetrocknet, schleifen Sie die Stelle vorsichtig und mit viel Gefühl glatt und wiederholen Sie die ganze Prozedur, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Bei einem Metalliclack müssen Sie danach noch auf die gleiche Weise einen passenden Klarlack auftragen. Sind Farbe und Lack durchgetrocknet, müssen Sie die Stelle noch gut auspolieren.

Natürlich ersetzt diese Selfmade-Reparatur keine teure Neulackierung von der Profiwerkstatt, aber Sie werden sehen: Ihre Atmung wird sich ob dem Ergebnis gewiss wieder normalisieren.

Kratzer im Lack: Abhilfe mit Stift

Einfache Anwendung
Der Lack-Reparatur-Stift von Quixx eignet sich optimal für kleinere Lackreparaturen. Er beseitigt und versiegelt Kratzer, Schrammen und Steinschläge im Klarlack, welche mit Spezialpolituren nicht mehr komplett entfernt werden können. Der Stift eignet sich für alle gängigen Farben und Glanzlacke.

Erhältlich ist der Stift bei Coop Bau+Hobby für Fr. 14.95.

Nicht nur für Zähne
Anstelle von Politur kann für kleine Kratzer zur Not auch Zahnpasta verwendet werden, diese enthält ebenfalls feine Schleifmittel.

Handarbeit bringts
Wenn Sie Ihrer Sache nicht sicher sind, verzichten Sie auf elektrische Poliermaschinen. Falsch angewendet, hinterlassen diese Spuren im Lack.

Wehret dem Sprühnebel!
Wenn Sie die Farbe mittels Spraydose ergänzen, achten Sie darauf, dass Sie die umliegenden Flächen grosszügig mit Schutzfolie abkleben.