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Filmkritik: Eine ganz heisse Nummer

Drei Frauen stemmen sich gegen den Bankrott ihres Ladens und richten ein Sex-Telefon ein. Eine missglückte Imitation von Die Herbstzeitlosen.

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ZVG
03. Februar 2012

Mariazell im bayerischen Wald. Im verschlafenen Dörfchen betreiben Maria, Waltraud und Lena einen Lebensmittelladen. Doch die Billigkonkurrenz setzt ihnen zu, die Bank verlangt die Hypothek zurück, es droht der Bankrott. Als Maria mehrere Anrufe eines Mannes erhält, der sie mit schlüpfrigen Worten anmacht, kommt ihr die rettende Idee: Sie überredet ihre Leidensgenossinnen, mit ihr eine Telefonsex-Linie einzurichten. Nach Anlaufschwierigkeiten stellt sich der Erfolg ein, doch der ruft im stockkatholischen Nest die Neider auf den Plan. Der halbdebile Sohn des Gemeindepräsidenten kommt den drei Frauen auf die Schliche und veröffentlicht die Geschichte in der Lokalzeitung. Der Skandal ist perfekt. Das ist schlecht für das Dorf, denn der Besuch des Dekans ist angesagt, der den Auftrag für die Herstellung der neuen Dom-Fenster vergeben wird, um den sich die Mariazeller Glasmacher beworben haben.
Drei couragierte Frauen, ein entsetzter Pfarrer und eine scheinheilige Dorfbevölkerung: Dass sich Eine ganz heisse Nummer an den Plot des Schweizer Erfolgsfilms Die Herbstzeitlosen anlehnt, ist so offensichtlich, dass es schon fast plump wirkt. Doch delikate Zutaten allein reichen nicht: Man muss sie auch fachgerecht verarbeiten, sonst kommt dabei wie im vorliegenden Fall eine pampige Masse heraus.