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Filmkritik: Tracks

Bericht einer ungewöhnlichen Reise: Robyn Davidson wandert mit vier Kamelen und ihrem Hund während neun Monaten durch die australische Wüste. Nach über fünfunddreissig Jahren wurde ihr Abenteuer nun verfilmt.

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FOTOS
Ascot Elite Entertainment Group
17. April 2014

Ein unglaubliches Vorhaben, allein mit drei Kamelen durch die Wüste. Wenn sich Robyn was in den Kopf gesetzt hat, dann macht sie es. Bei Kurt Posel lernt sie den Umgang mit Kamelen - der Scharlatan haut sie jedoch übers Ohr. Beim afghanischen Kamelfarmer Sallay Mahomet lernt sie den richtigen Umgang mit den Kamelen und bekommt ihre Gefährten für die Reise. Robyn mit den Kamelen Bubs, Dookie, Zeleika und dem Baby-Kamel Goliath So inszenierte sie Rick vor dem Ayers Rock - dem australischen Wahrzeichen. Nicht immer freute sich Robyn über diesen Anblick - einmal mehr hat Rick sie für ein Fotoshooting aufgespürt. Doch in schweren Zeiten war er ihr ein Trost und motivierte sie weiter zu machen. Ihr liebster Begeleiter: Hund Diggity Auf ihrer Reise durchquerte Robyn auch Aborigini-Land - beschreiten durfte sie dieses nur in Begleitung eines Aborigini. Zum Glück nahm sich Mr. Eddy der verrückten Weissen an und begleitete sie. Endlich - nach neun Monaten erreichen sie den Ozean Kamel-Baby Goliath nimmt sein erstes Bad. Und so sah die gleiche Szene hinter den Kulissen aus. Robyn und Rick im Film und die richtige Robyn und der richtige Rick heute.

Wenn sich Robyn was in den Kopf gesetzt hat, dann macht sie es. 

Bei Kurt Posel lernt sie den Umgang mit Kamelen - der Scharlatan haut sie jedoch übers Ohr. 

Beim afghanischen Kamelfarmer Sallay Mahomet lernt sie den richtigen Umgang mit den Kamelen und bekommt ihre Gefährten für die Reise. 

Robyn mit den Kamelen Bubs, Dookie, Zeleika und dem Baby-Kamel Goliath

Filmkritik

Die Story

Im Jahr 1975 durchquert die damals 25-jährige Frau die australische Wüste von Alice Springs bis zum Indischen Ozean. Zu Fuss und nur in Begleitung von drei Kamelen und ihrem Hund. Was genau sie zu diesem Vorhaben treibt, erfährt man nicht. Anhaltspunkte könnten die karge Kindheit im australischen Outback Australiens sein, der Selbstmord der Mutter und der emotional distanzierte Vater, der selbst eine ähnliche Reise in Afrika unternommen hat. Diese Faktoren machen Robyn zu einer sturen und zächen jungen Frau, die sich mit diesen Trip selbstfinden will.

Doch so eine Reise muss man nicht nur wollen, man muss sie auch vermögen. Robyn heuert als Kellnerin an und dann auf einer Kamelfarm. Dann erfährt der Fotograf Rick Smolan von ihrem Vorhaben und fädelt einen Deal mit dem Magazin National Geographic ein: Dieses zahlt ihr eine grosszügigen Batzen an ihre Reise, vorausgesetzt, sie lässt sich von einem Fotografen an verschiedenen Etappen ihrer Reise fotografieren und soll später über ihre Reise schreiben. Zwar passt der eigenbrötlerischen Robyn dieses Abmachung nicht wirklich insbesondere, da sie diesen Trip als ihr Privat-Projekt ansieht, eigentlich niemanden dabei haben sich selbst alleine begegnen will. Schliesslich willigt die Abenteurerin ein. So verfolgt sie zum ersten Mal bei ihrem Aufbruch das Knipslichtgewitter des Fotografen Adam.

Sie verabscheut diese Inszenierung ihrer selbst und ihres Vorhabens und empfindet Adam als Ruhestörer ihrer Odysee. Je länger Robyn aber unterwegs ist, desto wichtiger werden die Treffen mit Adam für sie. Weil er manchmal der einzige menschliche Kontakt während Wochen ist. Generell scheint Robyn den Kontakt mit anderen mehr zu schätzen es sei denn es sind lästige Touristen, die durch Medien von der Camel-Lady erfahren haben. Anderen, denen Robyn auf ihrer Reise begegnet, sind etwa Aborigines, Siedler, Aussteiger, wilde Kamele und natürlich sich selbst. Es scheint, als ob der Mensch doch nicht ganz für die Einsamkeit geschaffen ist. Nach neun Monaten hat es Robyn geschafft, sie und ihre Kamele erreichen das Meer.

Fazit

Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Robyn Davidson, dem Artikel Tracks (Spuren) der zusammen mit den Fotos von Rick Smolan später im National Geographic für Furore sorgte und zahlreiche (Möchtegern-)Abenteurer inspirierte. Lange Zeit wechselten die Filmrechte zwischen verschiedenen Produktionsfirmen hin und her ohne, dass je ein Film realisiert wurde. Bis sie der australische Produzent Emile Sherman erwerben konnte und diesen Film realisierte. Mit der Australierin Mila Wasikowska in der Hauptrolle und John Curran als Regisseur wurde das ganze zu einem australischen Projekt.

Wie ist der Film gelungen?Leider, leider wird der Zuschauer ähnlich wie im Film der Fotograf Rick von Robyns Gedanken ausgeschlossen. Es werden einem tolle Bilder vorgeführt, schöne und verwirrende Begegnungen erzählt, aber was in Robyns Kopf tatsächlich vor sich geht, was sie weiter laufen lässt, bleibt unbekannt. Nur einmal erwähnt Robyn Rick gegenüber, wie einsam sie sich fühlt, was die Annahme zulässt, dass der Mensch vielleicht doch nicht für die Einsamkeit geschaffen ist. Alle anderen ihrer Erkenntnisse bleiben in ihrem Kopf verschlossen.

Und was passiert in solchen Fällen?Man schweift ab. Statt sich mit existenziellen Fragen zu beschäftigen, frägt man sich spätestens nach der Hälfte von Robyns Reise, warum denn ihr Haar noch nicht länger geworden ist. Und was das wohl für Schuhe sind, die sie nun schon den ganzen Film über trägt und noch nicht mal die kleinsten Abnutz-Spuren an Sohlen aufzeigen. Ob sie wohl jemals Hautkrebs bekommt wegen des grossflächigen Sonnenbrands oder ob man doch vielleicht mal Kamelreiten ausprobieren sollte? ..... Sie sehen was ich meine. Das ist schade, gerade weil Robyn Davidson für das Buch über ihre Reise mit dem Thomas Cook Preis für Travel Books ausgezeichnet wurde und auch heute noch für ihre Essays und Reiseprojekte sowie dem dazugehörgenden Nomadentum bekannt ist sprich viel zu erzählen hatte. Am besten liest man wohl das Buch im vornherein oder nimmt das Audiobook davon mit ins Kino und hört es sich während der Vorstellung an. Ich auf alle Fälle nehme dies in meine Literaturliste auf.

Credits:
Filmstart: Im Kino
Produktionsland: Australien, 2013
Länge: 112 Minuten
Regie: John Curran
Produzenten: Emile Sherman, Iain Canning

Die wichtigsten Darsteller:
MIA WASIKOWSKA als Robyn Davidson
ADAM DRIVER als Rick Smolan
ROLLEY MINTUMA als Mr. Eddy
RAINER BOCK als Kurt Posel
ROBERT COLEBY als Pop
JOHN FLAUS als Sallay
TIM ROGERS als Glendle

Kinotrailer