X

Beliebte Themen

Freizeit

Filmkritik: Knight of Cups

Eine Meister-Enttäuschung

TEXT
FOTOS
Fotos: Standbilder/zVg
13. Juli 2015

Eine richtoge Jazz-Sängerin nannte sie ihr Idol Tony Bennett. Tattos, auftupierte Haare und fetter schwarzer Liedstrich - die Markenzeichen der Amy Winehouse. Schon früh war Musik alles in ihrem Leben. Das Rampenlicht war aber nicht ihre Freude.

Tattos, auftupierte Haare und fetter schwarzer Liedstrich - die Markenzeichen der Amy Winehouse. 

Schon früh war Musik alles in ihrem Leben. 

Das Rampenlicht war aber nicht ihre Freude. 

Filmkritik

Die Story

Aus den Pressetexten erfährt man ja einiges über die angebliche Story dieses Filmes. Als Zuschauer selbst, bekommt man etwa das zu sehen:

Rick ist erfolgreich, was ihm auch alle erzählen. Nun, an der Spitze des Erfolgs, scheint er orientierungslos und lässt sich mitziehen: Auf Partys, Meetings, in Betten, an Fotoshootings, in Stripclubs wobei er mehr oder weniger gerne dabei ist. Meistens bleibt er ziemlich passive, agieren tun eigentlich nur die anderen: seine verschiedenen aktuellen oder vergangenen Liebschaften, seine Familie und die LA-Schickeria. Basta.

Die Kritik

Trotz Star-Besetzung ist der Film eine lange Enttäuschung. Denn, genauso orientierungslos wie der Hauptdarsteller, ist man auch als Zuschauer. Als stiller Begleiter folgt man Rick in die wunderschönen Anwesen Hollywoods, ausladende Parties und rennt dünnen Models mit Mädchenattituden hinterher. Obwohl sich Cate Blanchett, Natalie Portman, Freida Pinto, Imogen Poots und Isabel Lucas alle Mühe geben, schaffen sie es nicht den Zuschauer zu berühren. Zu wirr, zu abwesend ist man, wohl auch wegen der Figur des Rick, die so gänzlich unzulänglich und doch unser Führer durch den Film ist. Terrence Malick, der Regisseur, ist bekannt für seine kunstvollen, undurchichtigen Filme, die keiner Linearität folgen, aber dieser hier scheint wie eine zwei Stunden (!) andauernde High-End-Fashion-Werbefilm. Da kauft man sich lieber ein Modemagazin und setzt sich in die Sonne.

Wenigstens weiss ich jetzt, was der Knight of Cups (Ritter der Kelche) ist, nämlich eine Tarotkarte. Ihre Bedeutung lautet nach Presseheft des Films:

Auf der Tarotkarte Ritter der Kelche sitzt ein Ritter samt Rüstung auf einem weißen Pferd. Sein Visier ist geöffnet, in seiner rechten Hand trägt er einen goldenen Kelch. Im Hintergrund ist ein Fluss zu sehen, der sich durch eine Berglandschaft schlängelt, er symbolisiert den Fluss des Lebens. Den Helm des Ritters schmücken zwei Flügel, seine Rüstung zieren rote Fische. Die Flügel bedeuten Energie und Veränderung, die Fische stehen für Fruchtbarkeit und Reichtum.

Die Karte gehört zu den so genannten Hofkarten, die Personen einer Farbe darstellen (beim Tarot sind das Kelche, Stäbe, Münzen und Schwerter). Der Ritter der Kelche steht für Romantik, Idealismus, Freundlichkeit, aber auch für Eifersucht. Das offene Visier zeigt die friedliche Absicht es geht um das ritterliche Verhalten in einer Beziehung, um gegenseitige Anerkennung, das Überbringen von Freude. Wer diese Karte bekommt, hoffen die Tarot-Gläubigen, für den ändert sich etwas auf emotionaler Ebene. Auf den beruflichen Bereich bezogen soll sie Workaholics daran erinnern, sich eine Auszeit zu nehmen, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

Der Kelchritter bringt Chancen mit sich auf Liebe, auf Freude, auf etwas Gutes. Gleichzeitig ist er ein Suchender nach dem heiligen Gral, nach dem Ursprung des Lebens, und nach seiner Seele. (Seite 6)

Credits:

Filmstart: 03. September 2015
Produzent:Nicolas Gonda,Sarah Green,Ken Kao
Länge: 118 Minuten
Regie:Terrence Malick


Besetzung:

Christian Bale (Rick)
Cate Blanchett (Nancy)
Natalie Portman (Elizabeth)
Brian Dennehy (Joseph)
Antonio Banderas (Tonio)
Wes Bentley (Barry)
Isabel Lucas (Isabel)
Teresa Palmer (Karen)

Trailer