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Filmtipp: King Arthur: Legend of the Sword

Wenn Guy Ritchie einen Stoff anpackt, dann kommt etwas ganz Eigenes heraus. Nun präsentiert der Kultregisseur seine coole Version der Artus-Sage.

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© 2017 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.
11. Mai 2017

Das Prinzip ist ganz einfach: Wer das Schwert aus dem Stein zieht, wird König von England. Doch eigentlich hat sich Arthur in London ein durchaus einträgliches Leben mit seinen nicht ganz legalen Geschäften eingerichtet. Wenn da nur nicht der machtgierige Onkel Vortigern wäre, der nach der blutbefleckten Thronübernahme eine Schreckensherrschaft über England aufgezogen hat. Arthur gerät ins Visier der königlichen Schergen. Nachdem Arthur das Schwert aus dem Stein gezogen hat, soll er hingerichtet werden. Doch er bekommt Hilfe von einer Magierin und den Rebellen, die in Arthur alle Hoffnung setzen. Arthur nimmt die Herausforderung an und begibt sich auf eine gefährliche Reise. Unterstützung erhält er von der Magierin, die ihm übersinnliche Kreaturen zu Hilfe schickt. Arthur lernt die Macht des Schwertes kennen und beherrschen, bis er mit den Rebellen in den Kampf gegen den mit dunklen Mächten im Bunde stehenden Vortigern. Kann Arthur seinen ihm zustehenden Platz in Camelot einnehmen?

Doch eigentlich hat sich Arthur in London ein durchaus einträgliches Leben mit seinen nicht ganz legalen Geschäften eingerichtet.

Wenn da nur nicht der machtgierige Onkel Vortigern wäre,

der nach der blutbefleckten Thronübernahme eine Schreckensherrschaft über England aufgezogen hat.

Arthur gerät ins Visier der königlichen Schergen.

Eine Legende auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen, ist hirnrissig. Es ist schliesslich eine erfundene Geschichte. Doch wie sieht es mit der filmischen Umsetzung aus? Welche inhaltlichen Freiheiten darf man sich da nehmen? Hat man eine historische Verpflichtung gegenüber den bisherigen Verfilmungen? Guy Ritchie gibt darauf eine entschiedene Antwort: Nein! King Arthur: Legend of the Sword ist seine eigene Version der wichtigsten britischen Sage. Denn eine Sage ist es, der bunte Strauss an unzähligen Geschichten um König Artus und die Ritter der Tafelrunde. Im Gegensatz zum soliden, aber letztlich nicht mehr als mittelmässigen King Arthur von Antoine Fuqua aus dem Jahr 2004 mit Clive Owen in der Hauptrolle richtet Ritchie sein Augenmerk ganz auf die Vorgeschichte: Wie Artus, oder in der Originalversion Arthur, zum König wurde. Richtig, die Sache mit dem Schwert im Stein.

Für die Krone opfert Vortigern Seele und Ehefrau.

Und da wären wir schon bei der individuellen Version der Legende. Denn in King Arthur: Legend of the Sword wurde das von Merlin geschmiedete Schwert Excalibur nicht durch den Magier persönlich in den Felsbrocken gezaubert, sondern von König Uther Pendragon (Eric Bana), nachdem er den Kampf gegen seinen machtgierigen Bruder Vortigern (Jude Law) verloren hat. Dieser hat seine Seele an den Teufel verkauft und ist mit dem schwarzen Magier Mordred ein Pakt eingegangen. Zeuge des Mordes an seinem Vater Uther und auch noch an der Mutter ist der kleine Arthur, der in einem Boot entkommt und flussabwärts treibt.

In London lernt Arthur, wie man überlebt und kämpft.

Erst in London wird der Bub gefunden und von Prostituierten aufgenommen. Während Arthur in einem Bordell aufwächst und in der Grossstadt lernt, wie man sich auf der Strasse durchsetzt, leidet England unter der Schreckensherrschaft von Vortigern. Doch dieser ist auch auf dem Thron nicht sorgenfrei. Denn sein Pakt mit Mordred, dem er schon seine Frau geopfert hat, verdammt ihn dazu, Excalibur und seinen verschollenen Neffen Arthur zu finden. Als der Stein mit dem Schwert darin plötzlich aus dem sinkenden Wasserspiegel auftaucht, nimmt der Druck auf Vortigern zu. Er lässt alle jungen Männer im passenden Alter aus dem ganzen Land nach Camelot bringen und am Schwert ziehen. Auch Arthur kann sich dieser Aktion nicht verweigern und wird fortan von den Rebellen als künftiger Herrscher gesehen. Das Problem der Rebellen und des unterdrückten Landes ist nur: Arthur will das alles gar nicht.

Der Regisseur und sein Star: Guy Ritchie instruiert Charlie Hunnam.

Es ist eine gewaltige Masse an Action, Fantasy und Heldentum, die uns Guy Ritchie an den Kopf wirft. Dass man in dieser Bilderflut nicht ertrinkt, dafür sorgt der Ex von Madonna mit dem ihm eigenen dynamischen Stil, am ehesten vergleichbar mit seinen beiden Sherlock-Holmes-Filmen: mit Zeitraffern, Standbildern, gewagten Schnitten und schnellen, ebenso verwirrenden wie aberwitzigen Dialogen. Man mag es oder eben nicht. Auf jeden Fall ist King Arthur: Legend of the Sword tolle Unterhaltung mit Anleihen bei Herr der Ringe und Robin Hood, mit Action, Witz und vielleicht einer Prise zu viel Fantasy. Ein Film, der weniger wegen des Gastauftritts eines etwas entstellten David Beckham in Erinnerung bleibt als vielmehr wegen des coolen Hauptdarstellers Charlie Hunnam (Sons of Anarchy), der sich künftig nicht über mangelnde Angebote für Actionrollen beklagen dürfte.


Credits:
Filmstart: ab 11. Mai 2017 in den Deutschschweizer Kinos
Land: USA, 2017
Länge: 126 Minuten
Regie: Guy Ritchie

Cast:
Arthur Charlie Hunnam
Vortigern Jude Law
Bedivere Djimon Hounsou
Uther Eric Bana