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Filmtipp: The Lego Batman Movie

Batman war der heimliche Star im Überraschungshit The Lego Movie. Nun erhält der egozentrische Plastik-Superheld einen eigenen Film. Endlich findet er selbst.

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zVg
06. Februar 2017

So kennen ihn alle: Batman als dunkler Rächer und strahlender Held. Doch zuhause ist Batman in erster Linie allein. Sein treuer Butler Alfred findet, er müsse etwas ändern und eine Familie gründen, denn Batman hat seit dem Verlust seiner Eltern Bindungsängste. Abhilfe schaffen könnte da Waisenkind Dick, das er aus Versehen adoptiert und umgehend zum Assistenten umfunktioniert. Der böse Joker verfolgt schon wieder einen teuflischen Plan. Mit seiner Gang verbreitet er in Gotham City einmal mehr Angst und Schrecken. Doch das Batmobil ist nicht für zwei gebaut. Batman muss sich erst einmal an die Zusammenarbeit mit Robin gewöhnen, bevor er sich wieder als strahlender Held feiern lassen kann.

Doch zuhause ist Batman in erster Linie allein.

Sein treuer Butler Alfred findet, er müsse etwas ändern und eine Familie gründen,

denn Batman hat seit dem Verlust seiner Eltern Bindungsängste.

Abhilfe schaffen könnte da Waisenkind Dick, das er aus Versehen adoptiert und umgehend zum Assistenten umfunktioniert.

Eigentlich müsste man die Kritik für The Lego Batman Movie zweiteilen. Erstens die Story, Machart und das Design des Films beurteilen und zweitens den Vergleich mit dem Mutterschiff The Lego Movie von 2014 anstellen. Habe ich geschrieben müsste? Muss! Ich will nichts vorwegnehmen, aber in der einen Kategorie schneidet der Batman-Spinoff um Welten besser ab als in der anderen

Hinter der heldenhaften Maske von Batman

Nun dann, stürzen wir uns gleich in die Handlung. Die geht gleich von 0 auf 100. In der Startviertelstunde wird ein Feuerwerk an Action, Bösewichten und Heldentaten abgebrannt, das für Showdowns von drei Blockbusters reichen würde. Batman rettet Gotham City und die ganze Welt vor dem bösen Joker, der den Riddler, Harvey Twoface und die gesamte Verbrechergarde von DC Comics um sich geschart hat und lässt sich in seiner vollen Egozentrik feiern. Allein auf dem Anwesen seines Alter ego Bruce Wayne, auf einer mondänen Privatinsel vor Gotham City. Ganz allein. Wirklich komplett allein. Und da beginnt uns die Antwort auf die Frage zu dämmern, was der Film denn nach diesem fulminanten Einstieg überhaupt noch zu bieten hat.

steckt ein einsamer Junggeselle, der sein Abendessen in der Mikrowelle aufwärmt.

Batman (englische Stimme: Will Arnett) ist ein Meister des Verdrängens. Der dunkle Rächer braucht niemanden, nur sich selbst, um glücklich zu sein. Er weigert sich sogar, den Joker (Zach Galifianakis) als seinen Erzfeind zu bezeichnen, was diesen postwendend in eine mittelschwere Depression stürzt. Doch sein treuer Diener und Mentor Alfred (Ralph Fiennes) kennt die Schwächen des Waisen Bruce genau und drängt ihn darauf, eine Familie zu gründen was dieser natürlich kategorisch ablehnt. Bis er die neue Polizeichefin von Gotham City zum ersten Mal sieht: Barbara Gordon (Rosario Dawson), die Tochter des zurücktretenden Commissioner Gordon. Diese zieht Bruce derart in ihren Bann, dass er aus Versehen den Waisen Dick Grayson (Michael Cera) adoptiert, der sich nichts sehnlicher wünscht, als an der Seite seines Idols Batman auf Verbrecherjagd zu gehen. Nur blöd, dass es in Gotham gar keine Kriminelle mehr gibt, seit sich der Joker und seine Gang freiwillig gestellt haben. Doch der Joker wäre nicht der Joker, wenn er keinen Masterplan verfolgen würde

Da kann nur ein Ziehsohn Abhilfe schaffen!

Wiederum ist die Story in der bunten Lego-Welt angelegt und faszinierend umgesetzt. Die 3D-Optik verstärkt die Wirkung zusätzlich. Doch nun zum Aber, dem zweiten Teil der Kritik: dem Vergleich mit dem Original. Dass sich der Wow-Effekt mit dem Lego-Setting nicht wiederholen lässt, war klar. Dem zweiten Teil, der nur dank der Beliebtheit des Lego-Batmans im Original realisiert wurde, fehlt aber auch die Doppeldeutigkeit, die The Lego Movie so stark machte, die Verbindung zwischen der realen Welt, in der die Bausteine einfach pädagogisch wertvolles Spielzeug sind, und der Fantasiewelt, die nur mit Kinderaugen gesehen werden kann. Insofern ist The Lego Batman Movie halt einfach das, was der Titel schon aussagt: Ein Batman-Film in der Lego-Optik. Aber immerhin ziemlich abgedreht und mit dem rotzfrechen Humor von The Lego Movie versehen. Fazit: nicht so genial wie das Original, aber allemal sehenswert.


Credits:
Filmstart: ab 9. Februar 2017 in den Deutschschweizer Kinos
Land: USA, 2016
Länge: 104 Minuten
Regie: Chris McKay

Cast (Sprechrollen englisch):
Batman/Bruce Wayne Will Arnett
The Joker Zach Galifianakis
Robin/Dick Grayson Michael Cera
Alfred Pennyworth Ralph Fiennes
Batgirl/Barbara Gordon Rosario Dawson