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Buchtipp

Gegensätze ziehen sich an

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zvg
07. Januar 2019

Nach seiner Geburt sieht Déodat aus wie ein neugeborener Greis. Schauderhaft, findet selbst seine Mutter. Doch bald wird sich zeigen: Er ist überaus klug. IQ 180. «Dieses Kleid steht dir gut, Mama», lautet sein erster Satz. Hässlich und intelligent, das macht ihn zum Gespött seiner Mitschüler und Déodat widmet sich intensiv dem Studium der Vögel.

Nach ihrer Geburt sieht Trémière aus wie eine Porzellanpuppe, ihr Kopf glatt und weiss wie eine Baumwoll- blüte, bar jeder Falte. Doch sie ist einfältig. Sehr hübsch und dumm, und das macht sie zum Gespött ihrer Mitschülerinnen. Trémière wird Model für Juwelen.

Klar werden die beiden ein Paar, ganz der literarischen Vorlage folgend, dem Märchen «Riquet mit der Locke» von Charles Perrault. Aber übertragen ins Heute und mit dezent-humorvoller Ernsthaftigkeit erzählt. Schön und amüsant zu lesen. 

Amélie Nothomb: «Happy End». Diogenes.