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Schneewochen

«Mit Nadja durch die Nacht.»

Frauenpower.
Gemächlich fährt das mächtige Pistenfahrzeug unterhalb des Stätzerhorns durch die Vollmondnacht. Hinter dem Steuer – eine zierliche junge Frau. Nadja Gut hat auf dem Fahrersitz der 14 Tonnen schweren Maschine ihren Traumjob gefunden. Einsam fühlt sie sich dabei nie. Im Gegenteil – sie geniesst das Gefühl, den Berg ganz für sich allein zu haben.

07. Januar 2019

Perfekte präparierte Pisten für die Lenzerheide.

Frauen-Power am Berg.
Gemächlich schiebt sich das mächtige Pistenfahrzeug unterhalb des Stätzerhorns über den weissen Teppich. Hinter dem Steuer – Nadja Gut, eine zierliche junge Frau. Sie lenkt die 14 Tonnen schwere Maschine entspannt durch die Vollmondnacht und geniesst das Gefühl, den Berg ganz alleine für sich zu haben.

Multitasking ist gefragt.
Beinahe mühelos kämpf sich die schwere Maschine den steilen Hang empor. Es ruckelt sanft, die monotonen Geräusche haben eine einlullende Wirkung. Nicht so für Nadja. Sie ist hochkonzentriert und justiert die verschiedenen Elemente des Bullys parallel und unaufgeregt. Was auf den ersten Blick banal wirkt, erfordert enormes Geschick. Es gibt unzählige Knöpfe und Steuerungselemente für Winde, vorderer Rechen, hinterer Rechen, Fräse und vieles mehr.

Nicht alltäglicher Traumjob.
Im Sommer macht Nadja Käse auf Alp, im Winter sorgt sie für perfekt präparierte Pisten auf der Lenzerheide.  Nadja ist sehr naturverbunden und kann sich keinen schöneren Job vorstellen: «Pistenbully fahren ist wie eine Krankheit. Und mich hat sie voll erwischt.» Dieser Meinung sind auch ihre Kollegen und haben ihr den wunderbar passenden Kosenamen «Stätzer Prinzessin» gegeben.

Nächtliches Ritual.
Jeder Fahrer ist mit seiner Maschine alleine für die zugewiesene Piste verantwortlich – das gilt natürlich auch für Nadja. Doch einsam fühlt sie sich deshalb noch lange nicht. Benötigt einer der Kollegen Unterstützung, fordert er dies via Funkspruch an, der Schichtchef koordiniert den weiteren Einsatz. Ein tolles Gemeinschaftsgefühl kommt jeweils zur Geisterstunde auf. Punkt 00:00 bleibt Nadja mit ihrem Pistenfahrzeug stehen, schaltet die Drehlichter an und lauscht andächtig der Schweizer Nationalhymne. Die anderen Fahrer tun es ihr gleich – ein sich Nacht für Nacht wiederholendes Schauspiel der Extraklasse.

Der Morgen danach.
Selbst nach kurzer Bettruhe ist Nadja bei schönem Wetter frühmorgens auf dem Berg anzutreffen. Dann lässt sie es sich nicht nehmen, ihre Arbeit mit Argusaugen zu betrachten. Ist die Piste perfekt präpariert, lächelt sie zufrieden und zieht schwungvoll Kurven in den Schnee.  Zurück ist sie spätestens am Abend – dann aber am Steuer ihrer geliebten Maschine.

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Facts & Figures

  • Seil hat eine Länge von 1024 Metern
  • Anzahl Fahrer: 39 (Arosa + Lenzerheide)
  • Anzahl Pistenfahrzeuge: 29 (davon 12 Maschinen mit Winde)
  • Gewicht Pistenfahrzeuge: Solo-Maschinen (ohne Winde) rund 12 Tonnen, Windenmaschinen rund 14 Tonnen

Side-Stories

  • Nadia arbeitet im Sommer auf einer Innerschweizer Alp, in der Zwischensaison hilft sie im Metallbetrieb ihres Vaters mit
  • Mitternachts-Ritual: Der Brauch mit den Drehlichtern um Mitternacht gibt es mindestens seit 15 – 20 Jahren und wird anscheinend wirklich nur auf der Lenzerheide zelebriert. Ist aber tatsächlich stark verankert und wird täglich gemacht.