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Reportage

Ein Stückchen Freiheit

Weil Manuela Saladin im Rollstuhl sitzt, waren Badeferien bisher eine Seltenheit. Im italienischen Ferienresort Golfo del Sole können sie und andere Gäste sich dank eines geländegängigen Rollstuhls nun aber frei am Strand bewegen.

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Davide Silvi
22. Juli 2019

Im Golfo del Sole kann Manuela Saladin sich frei am Strand bewegen oder mit Fabian Frey ins nächste Dorf radeln.

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Reka besitzt neben dem Ferienresort Golfo del Sole in der Toskana zwölf Feriendörfer in der Schweiz sowie das Parkhotel Brenscino in Brissago TI. Seit diesem Jahr betreibt sie ausserdem den Swiss Holiday Park in Morschach SZ. Die Feriendörfer und -residenzen von Reka tragen sowohl den Ansprüchen der Eltern als auch jenen der Kinder Rechnung. Sie bieten Kinderspielanlagen, Spielplätze und Spielzimmer, Hallenbäder sowie kostenlose, professionelle Baby- und Kinderbetreuung an.

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Petrus kann ganz schön gemein sein. Genau in der Woche, als Manuela Saladin (29) im Reka-Ferienresort Golfo del Sole Ferien macht, schickt er Wolken und Regen in die Toskana. Badewetter sieht anders aus. Dabei wäre es der erste Urlaub geworden, in dem Manuela Saladin sich eigenständig am Strand hätte bewegen können. Sie ist an den Rollstuhl gefesselt, kann nur kurz und mit Mühe selber stehen und wackelig gehen. Strandferien konnte sie bisher nur machen, wenn ihre beiden Brüder dabei waren, die sie beim Gang über den Sand stützten.

Im Golfo del Sole aber, einem Ferienresort im toskanischen Badeort Follonica, gibt es neu einen geländegängigen Rollstuhl. Manuela Saladin darf den JST Multidrive als erster Gast fahren. Und auch wenn das Wetter nicht wirklich mitspielen will – sie freut sich. Strahlend rast sie mit dem Gefährt am Wasser hin und her. «Manuela fühlt sich viel wohler, wenn sie sich frei bewegen kann und nicht auf Hilfe angewiesen ist», sagt ihre Mutter Verena Saladin (63).

Beim Verlassen des Strands bleibt dann doch ein Rad im Sand stecken. Manuelas ehemaliger Schulkamerad Fabian Frey (30), der ebenfalls im Golfo del Sole weilt, eilt zu Hilfe. «Das ist, weil der Sand noch nass ist vom Regen», erklärt Manuela Saladin. «Dann sinkt das Rad leichter ein.» Bei Wetterverhältnissen, wie man sie vom italienischen Sommer gewohnt ist, sollte das also nicht passieren.

Barrierefrei ans Meer

Reka bemüht sich zusammen mit der Stiftung Cerebral, Tourismus-Angebote für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Bis 2024 soll die Hälfte ihrer Ferienanlagen barrierefrei sein. Neue Anlagen würden von Anfang an entsprechend konzipiert, sagt Damian Pfister (51), Leiter Reka-Ferien. «Und wenn wir ältere erneuern, tun wir das immer auch im Hinblick auf Barrierefreiheit.»

Im Golfo del Sole kann Manuela Saladin sich frei am Strand bewegen oder mit Fabian Frey ins nächste Dorf radeln.

Im Golfo del Sole kann Manuela Saladin sich frei am Strand bewegen oder mit Fabian Frey ins nächste Dorf radeln.

So werden auch im Golfo del Sole, der einzigen Reka-Tochter ausserhalb der Schweiz, Infrastrukturen nach und nach so aufgewertet, dass sie auch mit Rollstuhl nutzbar sind. Neben dem JST Multidrive stehen auch ein Badewagen und ein spezielles Fahrrad zur Verfügung. Ausserdem sind die Rezeption, die Restaurants, der Pool und der Strand nun barrierefrei zugänglich.

«Uns ist wichtig, dass Familien ihre Freizeit zusammen verbringen können, auch wenn ein Familienmitglied in der Mobilität eingeschränkt ist.»

Thomas Erne, Geschäftsleiter der Stiftung Cerebral

Die Stiftung Cerebral hat Erfahrung mit dem im Simmental BE erfundenen geländegängigen Rollstuhl: Er ist bereits auf Wanderwegen im Einsatz. «Uns ist wichtig, dass Familien ihre Freizeit zusammen verbringen können, auch wenn ein Familienmitglied in der Mobilität eingeschränkt ist», sagt Thomas Erne (51). Für den Geschäftsleiter der Stiftung Cerebral gehört dazu auch das Wandern. Auch Manuela Saladin kennt den Multi- drive bereits vom Stockhorn BE: «Einen steilen Abhang damit hinunterzufahren, braucht schon Mut», gesteht sie. Fahren im Sand sei deutlich einfacher

Überwintern soll der JST Multidrive jeweils in der Schweiz. «Er fährt sogar im Schnee», schwärmt Erne. «So können wir ihn in den Skigebieten einsetzen.»