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Areuse-Schlucht: Bei den Elfen und Trollen

Die kleine Steinbrücke in der Areuse-Schlucht ist ein beliebtes Motiv für Postkarten und für Touristen. Doch die Schlucht hat noch vieles mehr zu bieten.

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Noëmi Kern
04. August 2014

Es beginnt alles ganz harmlos. Vom Bahnhof in Boudry NE aus führt der Weg zuerst durch die Weinberge, die umgeben sind von Steinmäuerchen. Idylle pur. Die Areuse fliesst ruhig dahin, ein zahmes Flüsschen. Doch der Schein trügt.

Bald schon wird der Weg schmaler und steigt bergauf. Der Fluss sucht sich tief unten seinen Weg durch die Felsen. Gräbt sich immer tiefer hinein, höhlt sie aus und formt sie neu. Tosend fliesst das Wasser talabwärts Richtung Neuenburgersee. Da ist man froh um das Geländer, das einem einen Blick hinunter erlaubt, ohne einen Sturz zu riskieren.

Durch die Feuchtigkeit in der Schlucht sind die Felsen mit Moos und Pflanzen überwachsen, umgestürzte Bäume liegen über der Schlucht, an einer Stelle blieb ein grosser Felsbrocken zwischen den Felswänden stecken und hängt hoch über dem rauschenden Wasser. Es ist wie im Dschungel. Oder im Märchenwald. Denn die Schlucht hat etwas Mystisches an sich. Hier müssten doch Elfen und Trolle leben. Vielleicht ist auch die Grüne Fee aus dem Val-de-Travers ab und zu hier

Falls man sie hier nicht findet, dann vielleicht in Noiraigue. Dort weitet sich die Schlucht und die Areuse ist wieder ein kleines Flüsschen, das ruhig und beschaulich durch das Val-de-Travers fliesst. Man mag kaum glauben, dass sie sich wenig später tosend in die Tiefe stürzt.

Region: Westschweizer Jura
Ort: Boudry NE
Typ: Wanderung
Dauer: ca. 3 Stunden
Natur: ****
Abenteuer: ****
Kultur: *
Bewertung: Coopzeitung

Die Wanderung durch die Areuse-Schlucht lässt sich nach Belieben auch zu einem zweitägigen Ausflug ausbauen: Statt nach Noiraigue nimmt man die Abzweigung zur Ferme Robert, ein Restaurant mit Übernachtungsmöglichkeit, und wandert am nächsten Tag weiter zum Creux du Van. Aber auch mit dem Ausflugstipp aus Ausgabe 31 (Asphaltminen) lässt sich die Wanderung durch die Areuse-Schlucht gut kombinieren. Natürlich kann man auch in Noiraigue starten und in Boudry aufhören.

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