Steinreich: Schätze im Jurapark Aargau | Coopzeitung
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Steinreich: Schätze im Jurapark Aargau

Es ist viel zu schade, durch den Aargau nur durchzufahren. Das glauben Sie nicht? Der Coopzeitung ging es genauso.

FOTOS
Visulaimpact.ch/Rainer Eder, zVg
06. Juli 2015
Die Gisliflue ist eigentlich ein Korallenriff. Im Vordergrund eine Info-Tafel.

Die Gisliflue ist eigentlich ein Korallenriff. Im Vordergrund eine Info-Tafel.


Bericht

Seegurken kann man nicht essen, Seelilien nicht pflücken und in Klappertöpfen wird nicht gekocht. Gurke und Lilie sind versteinerte Tiere, der Klappertopf eine Blume. Und all diese seltsamen Wesen gibts im Jurapark Aargau.

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Doch eins nach dem anderen. Nach einer nur zehnminütigen Busfahrt vom Bahnhof Aarau nach Biberstein-Dorf landet man in einer für die meisten unbekannten Welt, die vor 10 Millionen Jahren durch die Jurafaltung entstand. Es ist eine steinreiche Welt mit Korallenriffen und Wildschweinen, mit Ammoniten und Trockenwiesen, mit Haifischzähnen und einer Aussicht von den Alpen bis in den Schwarzwald.

Überall im Park triffman auf den kleinen Perimuk, das Maskottchen des Juraparks. 

Es ist auch die Welt von Perimuk, dem Jurasaurus, und Anna Hoyer (33). Perimuk ist das Maskottchen des Jurapark Aargau, die junge Frau führt Gruppen, Schulen oder eben die Coopzeitung über den Perimuk-Weg zu den schönsten Orten des Parks. Der Weg führt über Blumenwiesen, vorbei an Wildschweinsuhlen oder durch Laubwälder. Manchmal kommt man sich vor wie in einer Kathedrale: Das Baumdach über dem Hohlweg ist die Kuppel, die Stämme sind Säulen. Und anstelle der Orgel machen die Vögel und Viehherden Musik. Wer mitspielen will, schüttelt einfach einen Klappertopf. Die Samen in der Blüte tönen wie Kastagnetten. Oder eben wie ein Klappertopf. Wenn Anna ihre Gäste auf die Gisliflue oder auf einen der anderen Themenwege im Jurapark führt, reagieren 90 Prozent der Leute anfänglich so: Was? Das ist der Aargau? Das haben wir gar nicht gewusst.

Ammonit aus der Jurazeit.

Wer gut schaut, findet Korallen. »

Markus Dieth, oberster Aargauer im Jahr 2015

Am Meeresstrand

Der Weg zu unserem Ziel, die Gisliflue, ist übersät mit Steinen. Wenn man gut schaut, sieht man immer wieder Korallen oder versteinerte Ammoniten einfach so am Boden liegen, erzählt Anna. Sie weiss auch, wie es zu den Versteinerungen kam: Hier plätscherte einst das Urmeer Tethys und hat seine damaligen Bewohner vor 150 Millionen Jahren versteinert zurückgelassen. Der Perimuk hingegen ist noch frisch und quicklebendig. Er soll Kindern den Weg auf die Gisliflue auf 772 Metern noch spannender machen, müssen sie doch auf der Wanderung seine Freunde und die Perimuk-Knipser finden, um am Schluss unten in Biberstein in einer der Wirtschaften einen Gratis-Sirup zu erhalten (siehe Kasten).

Lehrreich: Tafeln mit einfachen Erklärungen am Perimukweg.

Ab ins Bad

Biberstein zeichnet sich durch zwei Dinge besonders aus: sein historisches Dorfbild mit dem Schloss und die BioBadi. Das Freibad Biberstein ist das erste öffentliche Naturbad der Schweiz. Das Wasser wird mit Pflanzen und Kies gereinigt und nach einer dreistündigen Rundwanderung ist so ein Bad das einzig Richtige.

Tipps

Grüne Schatzkammer

Hier geht es zur Webseite des Juraparks Aargau

Umweltarena: Von Ammonit bis Zaunammer

In der Umweltarena Spreitenbach findet vom 2.Juli bis 27.September eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Jurapark statt. Inhalt: Durch einen Flugfilm, ausgestellte Objekte sowie Filmporträts von Personen im Jurapark Aargau lernt der Besucher den regionalen Naturpark und seine Landschaft näher kennen. Ergänzend dazu sind im Raum verschiedene Gesteine aus der Jurazeit ausgestellt.

Hier geht es zur Webseite der Umweltarena