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Weltreise: Mit dem Roten Kreuz vor Ort

Auf fremde Kulturen treffen. Gefällt Ihnen das? Im Verkehrshaus Schweiz lädt das Schweizerische Rote Kreuz auf eine Reise in fremde Länder ein. Aber es geht nicht in die Fünfsternewelt.

FOTOS
Visualimpact.ch/Rainer Eder, zVg
18. Januar 2016

Ob mit dem Landrover oder im Führerstand einer alten Lok: Wie Heinrich Stebler (67) machen die Besucher eine virtuelle Reise durch SRK-Schwerpunktländer.


Reisen

Was tut das Schweizerische Rote Kreuz SRK eigentlich im Ausland? Im Verkehrshaus können Sie virtuell bis zu sechs Länder besuchen, in denen das Rote Kreuz tätig ist. Nur Mut es wird spannend. Angenommen, Sie entscheiden sich für Nepal, dann wartet dort eine Original-Rikscha. In Äthiopien ists ein uralter Zug made in Switzerland, und in Honduras lockt gar ein Fallschirmsprung. Doch was Sie auch wählen, im Fünfsternehotel landen Sie nicht. Dafür, wenn Sie sich für Nord-Ghana entscheiden, in einer Rundhütte. Auf Ihrer Reise müssen Sie immer wieder Entscheidungen treffen. Zum Beispiel: Trinken Sie Wasser aus dem Wasserloch? Die Konsequenzen können, nun ja, sehr unangenehm sein.

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Hier gibts Tickets für Länder wie Nepal, Äthiopien, Philippinen oder Ghana.

Immerhin haben Sie die Wahl die Bewohner Nord-Ghanas, Nepals und der anderen Länder nicht. Deshalb kümmert sich das Rote Kreuz in den unterschiedlichsten Ländern um so banale Dinge wie die Trennung von Brauch- und Abwasser. Überhaupt: Wasser. Wir wollen nicht immer erst als Feuerwehr kommen, sondern präventiv wirken, sagt SRK-Frau Katharina Schindler (52). Darum bauen wir beispielsweise Warnsysteme auf, die in Ghana vor Überschwemmungen oder auf den Philippinen vor Wirbelstürmen warnen. Was Stürme oder Hochwasser, Klimaveränderung oder Dürre bedeuten, bekommen die Weltreisenden auch mit. Aber in der Ausstellung wird nicht mit dem Zeigfinger gefuchtelt, und manchmal kann man einfach nur staunen. Etwa, wenn am Zugsfenster wunderbare Landschaften vorbeiziehen. Und man lacht trotz der Tragik auf den Stockzähnen, wenn die Freiwilligen des ghanaischen Mothers Club ihre Warnungen vor Ebola im fröhlichen Frauenchor unter der Landbevölkerung verbreiten. Offenbar hats geholfen die Seuche hat von den Nachbarländern nicht auf Ghana übergegriffen. Muss ja auch nicht sein: Die Menschen haben schon mit Meningitis, Cholera oder dem weitverbreiteten Grauen Star zu kämpfen.

Wie eine apere Skipiste

Ein Syrer erfand dann lange vor Christus das Glasblasrohr und seither hat sich beim Herstellen von Glas nicht viel geändert. Zumindest nicht in der Glasi aus dem Jahr 1817. Dort kann man hautnah zuschauen, wie die Glasbläser mit geschickten Händen und unglaublich viel Gefühl Krippenfiguren, Schüsseln oder auch Grappagläser giessen und blasen. Letzteres ist ein Erlebnis der besonderen Art: Wie in einer Ballett-Choreografie mit fünf Tänzern gehen die Bewegungen, gehen die Arbeitsgänge der Männer ineinander über: Einer bringt das flüssige Glas, einer dreht und bläst das Rohr, einer schneidet das Glas ab, einer setzt den Stiel auf, einer transportiert das noch heisse Glas in den Abkühlofen. Es geht so schnell und scheinbar leicht, dass man mit Schauen kaum nachkommt.

Wir wollen nicht immer die Feuerwehr sein.»

Katharina Schindler, SRK-Mitarbeiterin

Auf der Weltreise erlebt man mit, was das SRK gegen die verschiedenen Miseren tut. Oft sind es ganz banale Dinge. Da ist der kleine Bub mit dem Grauen Star. Durch eine simple, kaum viertelstündige Operation durch ein SRK-Team wird er geheilt. Sein Grossvater und viele Bewohner seines Dorfes sind daran noch erblindet, wie der Bub erzählt. In Äthiopien berichten Dorfbewohner, wie sie durch das SRK auf Dürren und die damit einhergehenden Hungersnöte vorbereitet werden. Beim Fallschirmsprung über Honduras sieht die Landschaft aus wie eine nachwinterliche Bündner Skidestination: ziemlich kahl und erodiert. Die betroffenen Landbewohner zeigen, wie sie mit dem SRK Baumschulen aufgebaut haben und die kahlen Hügel mit standortgerechten Bäumen wieder sichern.

In der Zeitmaschine

Am Ende der Weltreise, für die man sich mindestens anderthalb Stunden Zeit nehmen sollte, gibt es noch einen ganz speziellen Ausflug: an den Anfang und in die Zukunft des SRK, das heuer sein 150-Jahr-Jubiläum feiert. In einer Zeitmaschine fahren die Passagiere im Jahr 1908 nach Messina, wo das SRK Erste Hilfe und Wiederaufbau leistete. Im Zweiten Weltkrieg gings darum zu helfen, ohne sich mit den Faschisten ins Bett zu legen. Und im Jahr 2066 wird es der Hilfe des Roten Kreuzes wohl immer noch bedürfen. Wenn die Zeitmaschine recht hat, kümmert sich das SRK dann wohl um die Opfer der Kriege um Ressourcen.

Wichtige Informationen

Ab 19. November können Sie eine solche Reise antreten, bei der grossen inter
aktiven Ausstellung des SRK im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern. Sie ent
scheiden, wo es lang geht und wem Sie trauen. Sie erfahren hautnah, was getan
wird, um die Folgen von Katastrophen einzudämmen. Und dabei begegnen Sie verschiedenen Ländern, Menschen und Kulturen. Ein grosses Erlebnis, das tiefe Einblicke in die Arbeit des SRK vor Ort gewährt.

In einer multimedialen Reise durch die Zeit erfahren Sie zudem Wichtiges aus
der Welt und Rotkreuz geschichte der Vergangenheit, der Gegenwart und einer
fiktiven Zukunft. Steigen Sie ein, reisen Sie mit ein ganzes, aussergewöhnliches Jahr lang, während das SRK 2016 sein 150 jähriges Bestehen feiert.

Museum, Verkehrshaus Shop und Sonderausstellungen
Sommerzeit 10:00 - 18:00 Uhr
Winterzeit 10:00 - 17:00 Uhr

Ansprechperson

Katharina Schindler
Leiterin Kommunikation Internationale Zusammenarbeit SRK

Mail: katharina.schindler@redcross.ch
Tel. 031 387 73 41

www.redcross.ch
www.verkehrshaus.ch