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Ein Tag in Schwyz

Diesem Ort verdankt die Schweiz ihren Namen, und die Geschichte der Eidgenossenschaft wird nirgends so lebendig wie hier.

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Beat Müller, Luzern Tourismus, Caroline Pirskanen, LTB AG/Paul Käslin, zvg
19. Februar 2018

Das Kollegi thront über dem Ort und bietet Kantischülern ebenso wie Angestellten der kantonalen Verwaltung traumhafte Aussicht.


Ein Besuch in Schwyz ist immer auch ein wenig eine Reise in die Vergangenheit in die Landesgeschichte ebenso wie in die eigene Schulzeit: Trockene Lektionen über die Entstehung der Eidgenossenschaft krönten die Lehrer gerne mit einem Besuch im Bundesbriefmuseum. Das wurde in den vergangenen Jahren zwar kräftig entstaubt, aber noch weitaus anschaulicher und unterhaltsamer nicht nur fürs junge Publikum präsentieren sich die historischen Fakten heute im Forum Schweizer Geschichte, einem Teil des Schweizerischen Landesmuseums.

Dani Häusler am Hauptplatz, hinten das Rathaus. Mit seiner Haarpracht gäbe er einen guten Reisläufer ab, aber statt mit der Lanze erobert er das Publikum mit seiner Klarinette.

Dort treffen wir den Klarinettisten Dani Häusler: Der Vollblut-Musiker, der im vergangenen Jahr für seine Arbeit als Interpret und Komponist, Lehrer und SRF-Musigwälle-Moderator mit dem Goldenen Violinschlüssel ausgezeichnet wurde, lebt seit vielen Jahren in Schwyz. Im Ausland führe das gerne zu Missverständnissen, erzählt Häusler: Wenn du versuchst zu erklären, dass du Schwyzer bist, und die Leute wissen wollen, aus welchem Ort der Schweiz du kommst das ist manchmal schon kompliziert. Darum sagen die Schwyzer auch hierzulande, wenn sie den Rest der Eidgenossenschaft meinen, nicht etwa Schwiiz, wie alle anderen Schweizer, sondern Schweiz.

Im Forum Schweizer Geschichte macht Lernen Spass.

Geschichte und Tradition begegnet man hier nicht nur im Museum: Die Rathausfassade erzählt in bunten Bildern von der Morgartenschlacht und anderen Heldentaten. Prächtige Patrizierhäuser sind Zeugen des Reichtums, zu dem viele Schwyzer durch das Söldnerwesen kamen: Als kampferprobte und unerschütterliche Krieger waren die Reisläufer vom späten Mittelalter an bis ins 17.Jahrhundert in ganz Europa begehrt. Das bekannteste dieser Patrizierhäuser, die Ital-Reding-Hofstatt, dient heute als Begegnungszentrum und ist öffentlich zugänglich, allerdings nur von Anfang Mai bis Ende Oktober.

Die Schwyzer haben jedoch nicht nur eine heroische Tradition, sondern auch eine bäuerliche. Die zeigt sich am Dreikönigstag, wenn die besten Peitschenschwinger ein gutes Hundert zum Priis-Chlepfä auf dem Schwyzer Hauptplatz antreten. Was einst bloss dazu diente, das Vieh anzutreiben, wird heute als Brauchtum gepflegt. Ebenso traditionell ist das Schwyzerörgeli, das hier in Schwyz seine Heimat hat und heute in der ganzen Schweiz zum festen Bestand der Volksmusik gehört.

Aber übertroffen wird all dies von der Natur: Am Fusse der Mythen liegt der Ort auf 516 m ü.M. hoch genug, um auf Lauerzer- und Vierwaldstättersee hinabzublicken. Für die Anreise von Basel, Bern oder St.Gallen muss man gut zwei Stunden Zugfahrt einrechnen. Für Dani Häusler kein Problem: Ich musiziere ja überwiegend in der Innerschweiz. Eine kleine Kostprobe gibt er unten im Video, als musikalische Einladung zum Besuch in Schwyz.

So könnte ihr Tag aussehen

  • Vormittag: Per Bus direkt zum Zentrum und dann ins Forum Schweizer Geschichte ein Erlebnis, nicht nur für Kinder!
  • Mittag: Diverse Möglichkeiten zur Einkehr gibt es rund um den Hauptplatz. Wer Süsses mag: Kösikrapfen probieren! Die mit Birnenmus gefüllte Spezialität ist sehr nahrhaft.
  • Nachmittag: Rundgang durch den Ort: das mit historischen Szenen bemalte Rathaus, Martinskirche und Patrizierhäuser. Die Aussicht vom Kollegi lohnt den kleinen Aufstieg.
  • Souvenirs: Fabrikläden von Victorinox (Sackmesser) und Felchlin (Schoggi).