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Schneeschuhski: Mit Crossblades im Tiefschnee

Auf Brambrüesch tobten sich bis jetzt vor allem Einheimische aus. Nun entdecken nach den Skifahrern und den Bikern auch Schneeschuhläufer aus der ganzen Schweiz den Churer Hausberg.

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Rainer Eder
05. Februar 2018

Schneesport

Schneeschuhlaufen und Skifahren. Die Crossblades  ermöglichen beides in einem Sportgerät.

Wer die Top-Skigebiete der Schweiz aufzählt, der wird zugegeben nicht als Erstes Chur Brambrüesch erwähnen. Dabei gibt es viele Wintersportler, die gerade das suchen: Eine Wintersportregion, die eher unterschätzt ist, die nicht von Unterländern geflutet wird, sobald der Nebel das Mittelland bedeckt, und wo man deshalb noch Ruhe und Natur pur findet. Vor allem die grösste Sportgemeinde der Schweiz, die Wanderer, die im Winter oft mit Schneeschuhen unterwegs sind, sind scharf auf solche Orte.

Das weiss man auch bei Chur Tourismus und versucht, den vermeintlichen Standortnachteil zum -vorteil zu machen, sagt Michael Christ (41), Leiter Marketing bei Chur Tourismus. Neu sind prächtige Schneeschuhwanderungen zwischen Brambrüesch, Pradaschier und Feldis ausgeschildert. Wer sich nicht scheut, auch mal Zug und Bus zu nehmen, der kann beispielsweise mit Schneeschuhen von Brambrüesch via Dreibündenstein nach Feldis gehen. Marschzeit: vier bis fünf Stunden.

Wir haben die Tour ausprobiert und uns dabei ein besonderes Vergnügen gegönnt: Wir haben Crossblades gemietet. Dieses neue Sportgerät ist eine Mischung aus Schneeschuh und Ski. Der grosse Vorteil: Geht es abwärts, wird der Schneeschuhläufer zum Skifahrer.

Die Spur legen ist ein Chrampf

Michael Christ zeigt, wie leicht man den Schneeschuh zum Ski umbauen kann.

Doch zunächst geht der Weg aufwärts Richtung Hühnerköpfe. Wir haben Glück, denn wir sind nicht die Ersten, die an diesem Tag unterwegs sind, und finden einen vorgespurten Weg. So ist Schneeschuhlaufen ein Klacks. Müsste man in diesem tiefen Schnee selber spuren, wärs ein Chrampf. Müde wird man auch so, und die Crossblades haben ihre Tücken: Ist es zu steil, droht man zurückzurutschen. Es sind nicht massive Eisenkrallen, die uns festhalten, wir gehen auf einem Fell wie bei Tourenskiern. Ob es mit den Harscheisen, die man für eisige Stellen montieren kann, besser geht, ist nicht sicher. Das grosse Hindernis im Wald sind derzeit die Schneemassen, die das Gehen erschweren. Aber die unverbrauchte, weisse Landschaft, die tief verschneiten Bäume und der Blick Richtung Domleschg und ins Rheintal erquicken die Seele derart, dass alle Mühsal vergessen ist.

Nach eineinhalb Stunden haben wir die Hühnerköpfe erreicht. Nun könnte man die nächste Etappe bis nach Dreibündenstein mit dem Sessellift bewältigen. Doch wir entscheiden uns für die sportliche Variante und marschieren weiter. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir Dreibündenstein, wo wir den grossartigen Rundblick geniessen.

Vor uns liegt der Weg nach Feldis: eine sanfte Abfahrt. Nun zeigen sich die Crossblades von der spassigen Seite: Mit wenigen Handgriffen bauen wir die Schneeschuhe zu Skis um und gleiten durch den tiefen Schnee. In grossen Bogen versuchen wir, das Tempo zu kontrollieren. Die kurzen Skis und die Wanderschuhe, mit denen wir in der Softbindung stehen, machen das Fahren nicht einfach. Elegant durch den Tiefschnee stieben ist etwas anderes. Ich bin froh, ohne Sturz ach ja, es gab ja Zeugen Also: Ich bin froh, mit nur wenigen Hinsitzern hinunterzukommen.

Die letzten Kilometer bis nach Feldis fahren wir auf der Skipiste. Das geht viel besser. Hier kommen uns die Crossblades zugute. Zu Fuss wären wir etwa 45 Minuten unterwegs gewesen. Mit den Crossblades keine 10 Minuten.

Crossblades: Vor- und Nachteile

Crossblades sind eine Alternative für Schneeschuhläufer, die das Hinuntergehen stört. Im Tiefschnee erfordern sie allerdings einiges an fahrerischem Können, denn mit Wanderschuhen steht man nicht gleich stabil wie mit einem Ski- oder Tourenschuh (alternativ sind die Crossblades auch mit Bindungen für Ski- und Tourenschuhe erhältlich).

Fazit: Wer beim Schneeschuhlaufen vor allem laufen möchte, bleibt beim Schneeschuh. Wer beim Skitourenfahren die Tiefschneefahrten liebt, bleibt beim Tourenfahren. Wer aber eine abwechslungsreiche Tour mit Aufstiegen und Abfahrten sucht, der bekommt mit den Crossblades ein tolles Sportgerät und besteht mit etwas Übung auch im Tiefschnee.

Weitere Informationen

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