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REPORTAGE

Genussvolle Schnitzeljagd

Essen, rätseln, erleben: Dieses Konzept steckt hinter dem genussvollen Abenteuer Foodtrail. Gemeinsam mit dem Partner, Freunden oder der Familie geht man im Jurapark Aargau auf die Suche nach feinen Kirschen.

FOTOS
Valentina Verdesca
26. August 2019

Kurze Verschnaufpause, dann gehts weiter mit dem Rätsellösen. Wer es schafft, wird kulinarisch belohnt, etwa mit Chriesi-Törtchen.

«Gehe zum Turm und dann dem Zelt entlang. Nach dem grossen Krabbeln siehst du einen gelben Kasten. Gehe dorthin.» Mit dieser Anweisung versuchen wir die erste Genussstation des Foodtrails im Jurapark Aargau zu finden. Wir schauen uns um. Welcher Turm? Welches Zelt? Sind wir etwa jetzt schon auf einer falschen Fährte? Das erste Rätsel erweist sich als kniffliger als gedacht.

Kurze Verschnaufpause, dann gehts weiter mit dem Rätsellösen. Wer es schafft, wird kulinarisch belohnt, etwa mit Chriesi-Törtchen.

Chriesi hier, Chriesi dort – der Jurapark ist voll mit Kirschbäumen. Zahlreiche Hoch- und Niederstammplantagen sind auf der Tour zu sehen. Kein Wunder also, gehören die süssen Früchte zur Hauptattraktion des Foodtrails. Doch nebst den Kirschen bietet das kulinarische Abenteuer auch viele weitere Spezialitäten an. «Diese verraten wir aber nicht. Wir möchten die Besucher überraschen», meint Claudia Macht (54), Erfinderin von «FoodTrail». Doch eines versichert sie: «Wir legen Wert darauf, dass es regionale Produkte aus dem Park sind.» Bei jeder Station ist zu sehen, wo die Produkte herkommen und wer dahintersteht. Ebenso versichert Macht, dass es nicht nur kleine Häppchen gibt. Mit dem Foodtrail hat man gegessen und getrunken.

Naturpärke mit Genuss erleben

Das Konzept hinter einem Foodtrail ist simpel: Rätseln, die Gegend entdecken – und als Belohnung etwas aus der regionalen Küche probieren. «Wie ein Foxtrail, aber mit kulinarischen Leckerbissen», erklärt Claudia Macht. Als ehemalige Stadtführerin organisierte sie in St. Gallen kulinarische Stadttouren, aus denen die Idee zu den Foodtrails entstand. 2016 testete sie die genussvolle Schnitzeljagd zum ersten Mal in St. Gallen. Dort wurde die Idee schnell zum Erfolg. Daraufhin optimierte sie das Konzept und übertrug es auf andere Regionen. Derzeit werden in zwölf Städten Foodtrails angeboten. «Ich bin stolz, dass die Umsetzung gemeinsam mit den lokalen Partnern so gut geglückt ist. Die Rückmeldung unserer Gäste ist sehr gut», erzählt sie. Seit diesem Jahr sind zum kulinarischen Projekt auch vier Schweizer Naturpärke hinzugekommen. Der erste Foodtrail startete im Jurapark Aargau. Dieser kann von Mai bis Juni und von September bis Oktober besucht werden. Zu den weiteren Pärken gehören die Unesco-Biosphäre Entlebuch LU, der Naturpark Pfyn-Finges VS und die Biosfera Val Müstair GR. Nächstes Jahr kommen noch weitere Naturpärke dazu.

«Wie ein Foxtrail, aber mit kulinarischen Leckerbissen.»

 

Chriesi aus dem Supermarkt

Der Foodtrail führt uns von Restaurants zu kleinen Dorfläden und Bauernhöfen. Bei jedem Genussstopp dürfen wir etwas probieren. Ebenfalls vor Ort sind die Produzenten, die über die Herstellung ihrer Spezialitäten informieren. So etwa Landwirt Philipp Schmid (54). Der Aargauer zeigt den Foodtrail-Besuchern gerne die Kirschbäume hinter seinem Hof: «Ich freue mich sehr, den Menschen zu zeigen, woher die Chriesi aus dem Supermarkt eigentlich kommen.» Wie viele weitere Produzenten ist er Kirschen-Lieferant für Coop.

Das kulinarische Erlebnis eignet sich für Paare, Familien und Freunde. Aber auch für Firmen- und Vereinsausflüge. Claudia Macht empfiehlt eine Gruppengrösse von zwei bis fünf Personen. Bei einer grösseren Teilnehmerzahl können Gruppen gebildet werden, die dann zeitversetzt starten. Für wen sich das Abenteuer weniger eignet, sind Veganer. Auf dem Foodtrail werden nämlich keine Alternativen zu tierischen Produkten angeboten. Ebenso sollten Kinder mindestens sechs Jahre alt sein.

Was an einem Foodtrail so besonders ist? «Besucher erhalten die Möglichkeit, einen Naturpark ganz anders zu erleben», erzählt Claudia Macht. Die Teilnehmer können durch die Rätsel viel mehr in die lokale Umgebung eintauchen. Bei den Genussstationen besucht man Produzenten und erfährt dort ihre Geschichten. «Was gibt es Schöneres, als nach einer Herausforderung eine hochwertige Belohnung zu geniessen?»