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Ausflugstipp

Rein ins Abenteuer

Die Umweltarena in Spreitenbach ist ein Erlebnispark in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit.

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Heiner H. Schmitt
09. September 2019

Die Schülerinnen und Schüler lernen, was ein umweltbewusster Lebensstil ist. Oben im grünen T-Shirt: Melanie Schweizer.

Hauptpartner Coop

Umgestaltete Ausstellung

Günstiger mit der Supercard
Coop ist einer von vier Hauptpartnern der Umweltarena. Als Pionierin im Bereich bio- logischer Landbau und fairer Handel sensibilisiert sie in ihrer neu gestalteten Ausstellung für einen nachhaltigen Konsum. Die virtuelle Geschäftsführerin Lea Schaub führt durch die Ausstellung, erklärt die Geschichte hinter Naturaplan, Pro Montagna, Naturaline und weiteren nachhaltigen Produktelinien. Mit der Coop-Supercard profitieren Sie von einem Rabatt von 20 Prozent auf dem Eintrittspreis. Mehr unter: www.umweltarena.ch
 

Ihren Garten, sagt Melanie Schweizer (14), werde sie einmal sicher nicht so aufräumen wie ihre Eltern. Denn in einem aufgeräumten Garten wachse kaum etwas, die Biodiversität sei fast gleich null.

Dies und vieles mehr hat die vierzehnjährige Schülerin in den letzten Stunden in der Umweltarena in Spreitenbach AG gelernt. Zusammen mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern der Sek E aus Bischofszell TG besucht sie an diesem Tag das Zentrum, das vor sieben Jahren für 46 Millionen Franken erbaut und von der damaligen Bundesrätin Doris Leuthard (56) eingeweiht worden ist. Die fussballfeldgrosse Halle ist eine Ausstellungsplattform für Themen der Nachhaltigkeit. 45 Einzelausstellungen widmen sich den Bereichen Natur und Leben, Energie und Mobilität, Bauen und Modernisieren sowie erneuerbare Energie.

Trocken- statt Betonmauern, Naturwiese statt Rasen, Bäume und Asthaufen statt versiegelter Boden – so werde sie den Garten ihres Heims dereinst gestalten, sagt Melanie. Auf dem Dach werde sie eine Photovoltaikanlage montieren, essen werde sie nachhaltig produzierte Lebensmittel und zur Arbeit fahre sie mit dem öffentlichen Verkehr oder mit einem Elektroauto. Nicht ganz unproblematisch, wie sie in Kürze erfahren wird.

Umweltbildung für Schulen

Die Umweltarena steht Einzelper­sonen und Familien offen, aber auch Firmen – und eben Schulklassen. Für Letztere organisiert das Zentrum Programme à la carte: Führungen zu ausgewählten Themen, Postenarbeiten,Testfahrten mit allen Gattungen von (Elektro-)Fahrzeugen.

Gerhard Girschweiler (69) führt die Gruppe durch die Ausstellung. Der ehemalige Mitarbeiter des WWF ist pensioniert und stellt sich stundenweise in den Dienst der Umweltarena. Engagiert versucht er, die Zuhörerschaft für die teils schwierigen Themen zu sensibilisieren. Er erzählt von unserem Umgang mit Wäldern, von Brandrodungen, die vor 200 Jahren auch hierzulande noch gang und gäbe waren; von der nachhaltigen Produktion von Nahrungsmitteln; von den 700 Kilogramm Abfall, die jeder Bewohner und jede Bewohnerin der Schweiz jährlich verursacht; davon, dass jeder und jede pro Woche höchstens 200 Gramm Fleisch essen dürfte, damit die Ernährung nachhaltig wäre; von der Energiestrategie 2050, die den Verzicht auf Atomkraftwerke postuliert.

Im grünen T-Shirt: Melanie Schweizer.

Die Schülerinnen und Schüler lernen, was ein umweltbewusster Lebensstil ist.

Und da kommt Melanies Elektroauto wieder ins Spiel. Denn wenn der Strom aus den Atomkraftwerken fehlt, gerät die Energiebilanz des Landes aus der Balance. Dies müssen Melanie und drei Mitstreiterinnen nach der Führung auf ihrer «Mission possible» zur Kenntnis nehmen. «Bringen Sie die Stromwaage wieder ins Gleichgewicht!», lautet eine von drei Aufgaben. Mehr Strom produzieren oder weniger verbrauchen? «Machbar, aber schwierig», finden die Schülerinnen. Sie erhöhen am Simulator die Produktion von Strom aus Wasser-, Wind- und Solarkraft, schalten elektrische Geräte ganz aus, statt sie im Standby-Modus zu belassen, verwenden energie- effizientere Waschmaschinen und sanieren Gebäudehüllen. Am Ende halten sich Stromproduktion und -verbrauch wieder die Waage. Nur Melanies Elektroauto – dafür könnte es knapp werden.

Für solche Zusammenhänge zu sensibilisieren, das sei seine Aufgabe, sagt Gerhard Girschweiler. Deshalb will er seinen Gästen zeigen, dass jeder Einzelne abstrakte Wörter wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Energiestrategie im Alltag mit Leben füllen kann.

Melanie hat ihre Vorstellungen. Zumindest, was ihren Garten betrifft.