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Schöne Schweiz

Mit dem Geier auf Augenhöhe

Die Begegnung mit einem frei fliegenden Bartgeier ist ein eindrückliches Erlebnis. Auch wenn man ihn meist von unten und nicht wie hier im Bild auf gleicher Höhe sieht.

FOTOS
swiss-image.ch/Andrea Badrutt
27. Mai 2019

Der Bartgeier wurde im 19. Jahrhundert in den Alpen ausgerottet. Er galt früher fälschlicherweise als Räuber und war als «Lämmergeier» verschrien. Sogar Kindsraub wurde ihm angelastet. Dabei sind seine Krallen für den Beutefang ungeeignet. Der grosse Vogel mit der imposanten Spannweite von fast drei Metern lebt in Wirklichkeit von Aas und Knochen.

Wiederansiedlung

Im November 1978 fiel an einem Expertentreffen im Morges VD der Startschuss für die Wiederansiedlung des Bartgeiers im Alpenraum. Der erste Bartgeier wurde 1986 in Österreich freigelassen. Bis heute wurden 223 Tiere ausgewildert. Das Engadin gehört zu den produktivsten Brutgebieten der Alpen. In den letzten Jahren hat es im Engadin und im Grenzgebiet zu Italien diverse natürliche Bruten gegeben. Deshalb werden im Schweizerischen Nationalpark keine Bartgeier mehr ausgewildert.

Besonderheit

Bartgeier ernähren sich primär von Knochen. Diese enthalten einen hohen Anteil an Fett und Eiweiss. Grössere Knochen lassen die Vögel aus grosser Höhe auf Steinplatten und Geröllfelder fallen, wo sie zersplittern. Der Bartgeier besetzt mit dieser Strategie eine ökologische Nische, die ihm niemand streitig macht.