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Wandern

Wo Wasser und Licht miteinander spielen

Im Spätherbst, wenn in den Bergen schon Schnee liegen kann, entdecken die Wanderer wieder vermehrt die tieferen Regionen. Zum Beispiel das Kaltbrunnental. Dort befinden sich unter anderem die bedeutendsten prähistorischen Fundstätten der Schweiz.

FOTOS
Andrea Meier
28. Oktober 2019

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Eng ist es, dunkel und feucht. Und weil wir uns die Hosen nicht schmutzig machen wollen, kriechen Filmemacherin Andrea Meier (49) und ich in recht unbequemer Kauerstellung in die nur einen Meter hohe Ibachhöhle hinein. Sie ist eine jener Höhlen im Gebiet Kaltbrunnental-Brislachallmet BL, die auch unerfahrene Höhlenforscher wie wir gefahrlos begehen können. Bei anderen Höhlen ist mehr Vorsicht geboten. Die Ibachhöhle ist eine kleine Quellhöhle mit einem für diese Art typischen Ellipsenprofil. Sie ist nur etwa zehn Meter lang, aber wir merken schon nach wenigen Metern: Höhlenforschung ist anstrengend, erst recht ohne angemessene Ausrüstung. Also drehen wir nach wenigen Metern wieder um und kriechen zum Ausgang zurück.

Malerischer Ausgangspunkt

STECKBRIEF

Nunningen–Grellingen

An-/Abreise: mit Bahn und Bus nach Nunningen SO, Rückfahrt mit Zug ab Grellingen BL.
Schwierigkeit leicht
Technik 1 von 5
Kondition 2 von 5
Strecke 11 km
Dauer 2 Std. 50 Min.
Aufstieg 200 m
Abstieg 500 m

Überhaupt geht es uns ja nicht um Höhlenforschung, sondern ums Wandern. Und das lässt sich im Kaltbrunnental oder Chaltbrunnetal, wie es auch geschrieben wird, trefflich. Gestartet sind wir in Nunningen SO, einem verträumten Dorf im Schwarzbubenland. Die Wanderung Richtung Kaltbrunnental verläuft über weite Strecken im Wald. Das ist angenehm. Zudem führt der Weg mehrheitlich bergab.

Kurz nach Roderis SO liegt der Einstieg in die Schlucht. Hier stossen wir auch auf die regionale Wanderroute 32, die sogenannte «ViaSurprise». Sie ist ein in sechs Tagesetappen unterteilter Rundwanderweg im Solothurner und Baselbieter Jura, der unter anderem durchs Kaltbrunnental führt.

Links und rechts ragen mächtige Jurakalkfelsen auf. Ein Mischwald, der jetzt, im Herbst, schon einige Blätter verloren hat, lässt etwas Sonne durch, während unten in der Schlucht der Ibach Richtung Norden plätschert. Unterwegs treffen wir irgendwann auf die Grenze zum Kanton Baselland, die bis fast zur Birsmündung dem Ibach entlang verläuft. So wandern wir mal auf Solothurner Boden, dann wieder auf basellandschaftlichen Pfaden, je nachdem, ob der Weg östlich oder westlich des Ibachs verläuft.

Spannendes Höhlenland

Auf der Höhe des Dorfes Himmelried SO beginnt jener Teil des Kaltbrunnentals, in dem man die Höhlen findet. Ein Karstlehrpfad bringt Wanderern diese wenig bekannte Gegend im waldigen Gebiet der Brislachallmet und des Kaltbrunnentals näher. Die Höhlen waren in der letzten Eiszeit vor circa 110 000 bis 11 000 Jahren wichtige Siedlungsstätten unserer Vorfahren. Damals war auch das Mittelland zwischenzeitlich von Gletschern bedeckt. Das Kaltbrunnental und seine Höhlen gehören zu den bedeutendsten prähistorischen Fundorten der Schweiz. Sie belegen, dass der Mensch in der sich ständig wandelnden Umwelt überlebt hat, weil er sich als vielseitiger Jäger den sich verändernden Bedingungen besser anpassen konnte als Tiere und Pflanzen.

Imposanter Wappenfelsen

Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichen wir die Birs, in die der Ibach hier, zwischen Grellingen BL und Zwingen BL, fliesst. Wir setzen den Weg nach Osten fort. Beim sogenannten Chessiloch befindet sich der Wappenfelsen. Er ist heute ein militärhistorisches Denkmal. Während des Ersten Weltkriegs wurden die beiden strategisch wichtigen Eisenbahnbrücken über die Birs vom Militär bewacht. Irgendwann hat ein Soldat begonnen, das Wappen seiner Einheit auf den Felsen zu malen. Andere haben es ihm gleichgetan und so ein einmaliges Denkmal geschaffen. 

Der Wappenfelsen beim Chessiloch BL ist ein militärhistorisches Denkmal.