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Alex Frei: In zwei, drei Wochen bin ich fit

Persönlich. Alex Frei ist der Rekordtorschütze der Schweizer Nati. Als WM-Botschafter für Coop stand er der Coopzeitung für ein exklusives persönliches Interview zur Verfügung.

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Ferdinando Godenzi
13. April 2010
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Coopzeitung: Wie geht es Ihnen? Hält der Arm?
Alex Frei:
Danke der Nachfrage, sehr gut. Ich kann bereits wieder joggen und aufs Tor schiessen, aber natürlich noch nicht so, wie ich das gerne würde. Dafür braucht es noch etwas Geduld, sicher zwei, drei Wochen, bis ich wieder ganz fit bin.

Sie sind ja nicht gerade vom Glück verfolgt, waren schon öfter länger verletzt. Wie gehen Sie damit um?
In Dortmund musste ich mich wegen Abnützungserscheinungen im Hüftgelenk behandeln lassen, kam dann zurück und verletzte mich an der Euro, Innenbandabriss. Das war für mich moralisch die schlimmste Verletzung ... die Euro im eigenen Land, Captain der Mannschaft, und jetzt erneut ein Rückschlag beim FC Basel. Leid tut es mir vor allem für die Leute, die an mich glauben.

Wie können Sie sich immer wieder motivieren?
Das ist schwierig, aber ich habe eine Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit, dem Verein und auch den Sponsoren. Das ist meine Motivation, dass ich ihnen für den Glauben an mich als Sportler und Athlet etwas zurückgeben kann. Dafür kämpfe ich.

Der Körper eines Profisportlers wird enorm stark beansprucht ...
Wenn man jung ist, macht man sich keine Gedanken, da spielt man einfach drauflos und gibt auch nicht besonders acht auf den Körper. Irgendwann kommt das Alter, in dem man merkt, dass sich der Körper nicht mehr so schnell erholt. Ich werde sicher den einen oder anderen Folgeschaden haben, das muss man akzeptieren. Für meine Karriere hoffe ich, dass ich die Zeit, in der ich verletzt war, zurückbekomme und noch bis etwa 35 spielen kann.

Sie waren als Junge Fan von Hollands Marco van Basten. Heute sind Sie selbst ein Idol. Wie gehen Sie damit um?
Am Anfang meiner Karrierehatte ich Mühe, zu akzeptieren, dass ich bewundert werde, dass Leute Fotos und Autogramme von mir wollen. Da muss man hineinwachsen. Aber ob ich ein Idol bin, müssen andere sagen. Ich selbst habe keine Idole mehr, ich bewundere aber Sportler und auch andere Menschen, die immer ihre Leistung bringen, wie zum Beispiel Roger Federer, oder Leute, die bereits abgeschrieben waren und wiederkommen.

Hier in Biel-Benken sind Sie aufgewachsen, hier hat Ihre Karriere begonnen. Was haben Sie für Erinnerungen?
Ich hatte eine tolle, unbeschwerte Kindheit hier. Die Ruhe und die Freiheit hier auf dem Land ist eben viel wert. Auf diesem Platz haben wir immer Rollhockey - natürlich noch auf Rollschuhen - und Fussball gespielt.

Es gibt hier ein nach Ihnen benanntes Turnier ...
Ich möchte damit auch etwas zurückgeben an Biel-Benken. Als vor einigen Jahren die Anfrage kam, einen Junioren-Cup zu patronieren, habe ich zugesagt und mittlerweile ist es ein Traditionsturnier in der Nordwestschweiz für den Breitensport, für Dorf-mannschaften.

Sie engagieren sich auch für Muskelkranke, warum?
Für mich war es die richtige Anfrage zum richtigen Zeitpunkt. Ich hatte zu dieser Zeit gerade selbst zwei Muskelverletzungen und beschäftigte mich mit dem Thema Muskeln. Ich realisierte, was das für die Menschen mit diesen Krankheiten heisst, und konnte deshalb aus Überzeugung Ja sagen.

Sie wirken bodenständig, seriös, gilt das auch für Ihr Privatleben?
Ich bin keiner, der stets auffallen muss und regelmässig die Partnerin wechselt. Ich habe seit drei Jahren eine Freundin, Nina. Weil ich sie aber auch etwas schützen möchte, halten wir uns bewusst etwas zurück. Die Leute werden meine Freundin oder zukünftige Frau dann kennenlernen, wenn es nötig ist.

Zukünftige Frau? Gibt es da schon konkrete Pläne?
Nein, nein, aber irgendwann ... man spürt ja schon, ob eine Partnerin die Richtige ist, aber ich habe noch keine Pläne fürs Heiraten.

Leben Sie zusammen?
Wir haben in Dortmund eineinhalb Jahre zusammen gewohnt. Jetzt muss sie wegen des Studiums regelmässig nach Deutschland. Aber wenn sie hier ist, wohnen wir zusammen.

Kochen Sie auch mal?
Ja. Aber jetzt muss ich wieder etwas aufpassen, was ich da erzähle. Man hatte mir in den Jugendjahren mal das Image des Traumschwiegersohns angehängt. Dabei hatte ich nur gesagt, dass ich selbst koche, wasche, bügle. Für mich ist das selbstverständlich, aber deshalb bin ich noch nicht der Traumschwiegersohn.

Jetzt kommt die WM, da hat Privates weniger Platz. Was bedeutet die WM für Sie?
Weltmeister zu sein, wäre sicher das Grösste überhaupt. Aber für die Schweiz und für mich ist es ein Erfolg, dabei zu sein. Aber wir gehen sicher nicht hin, mit dem olympischen Gedanken Dabei sein ist alles.

Wer wird Weltmeister?
Topfavoriten sind sicher Spanien, Brasilien und Argentinien. Und die Deutschen darf man nie vergessen, die sind immer gefährlich.