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Laufwunder: Ich bin auch einmal nackt gerannt

Keiner weiss besser, wie man richtig läuft: Viktor Röthlin (42) über Plaudertaschen und Seitenstechen.

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Rainer Eder
24. Juli 2017

Die Interviewer haben das Nachsehen, obwohl Viktor Röthlin vor dem Laufen versprach: Ich bremse auch für Journalisten!


Interview

Wir sind nicht die ersten Journalisten, die auf die Idee gekommen sind, Viktor Röthlin (42) während des Joggens zu interviewen. Das haben andere auch schon getan, sagt der ehemalige Spitzenmarathonläufer, aber nach 100 Metern, wenn die Fotos im Kasten waren, hörten eure Berufskollegen sofort auf zu rennen! Deshalb ist Röthlin überrascht, dass wir die ganzen vier Kilometer des Fun Run am kommenden Switzerland Marathon Light (3. September) in Sarnen mit ihm laufen und dabei mit Fragen löchern. Während des Jogging-Interviews erteilt er wertvolle Lauftipps und spricht über seine Freude am Reiten. Eine Woche später ereilt uns die Nachricht, dass Röthlin vom Pferd gefallen ist und sich Schlüsselbein und Rippen gebrochen hat.

Andreas W. Schmid, Viktor Röthlin und Reinhold Hönle beim Jogging-Interview (v.l.n.r.)

Was müssen wir tun, damit dieses Jogging-Interview ein Erfolg wird?
Einfach Fragen stellen und dran bleiben, vor allem! (Lacht.)

Werden Sie Rücksicht auf uns nehmen?
Ja, ich bremse auch für Journalisten!

Was sollten wir tun, bevor wir loslaufen?
Ich nehme mir immer zwei bis drei Minuten Zeit für die Gelenke damals als Profi genau so wie heute, wenn ich als Lauf-Coach Kurse gebe. Das Hüftkreisen und Bewegen der Knie- und Fussgelenke bewirkt, dass die vom Herumsitzen träge gewordene Gelenkflüssigkeit dünnflüssiger wird. So können die Stösse beim Laufen besser absorbiert werden. Stretching vor dem Laufen ist hingegen kontraproduktiv.

Stimmt es, dass man alles richtig macht, wenn man während dem Joggen noch miteinander reden kann?
Wenn man rein wegen dem Gesundheitsgedanken joggt, dann ja. Will man allerdings als Läufer besser werden, dann reicht es nicht, sich nur im grünen Bereich, in dem man sich unterhalten kann, zu bewegen. Ideal ist es, wenn man sich etwa zu zwei Drittel im grünen Bereich und einem Drittel im gelben und roten Bereich bewegt.

Gehen Ihnen Plaudertaschen auf den Wecker?
Als das Rennen mein Beruf war, redete ich nie, auch während der Trainings, bei denen ich genug Luft gehabt hätte. Das lernte ich in Kenia. Dort ist es verpönt, wenn man quasselt. Wenn Trainingspartner zu viel redeten, zog ich einfach das Tempo an. Nun tratsche ich jedoch auch, wenn ich mit Freunden jogge und von ihnen wissen möchte, was so läuft.

Gab es bei Wettkämpfen Läufer, die Sie vollquatschten, um Sie zu irritieren?
Nein, man hat sich vielleicht zwischendurch mal wüst gesagt, wenn man sich auf den Fuss stand oder bei der Verpflegung den falschen Bidon schnappte, aber einen Trashtalk, wie es Nicola Spirig im olympischen Triathlon in Rio als taktisches Mittel einsetzte, hatte ich nie erlebt.

Wie atmen wir während des Laufens richtig?
Gegenfrage: Wie atmen Sie, während Sie schlafen?

Keine Ahnung wir schlafen ja.
Genauso müssen Sie es während des Laufens handhaben: Machen Sie sich keine Gedanken darüber! Trauen Sie Ihrem Körper zu, dass er das Richtige macht. Viele Leute, die krampfhaft versuchen, durch die Nase ein- und den Mund auszuatmen, bekommen sehr schnell Seitenstechen.

Wie kann man das Seitenstechen möglichst schnell loswerden?
Man sollte bewusst mehr ausschnaufen. Oft hilft es, einen kleinen Stein in die rechte Hand zu nehmen. Ich erkläre nicht, weshalb das funktioniert sonst funktioniert es nicht mehr. Ein erstes Zwischenziel haben wir nun übrigens erreicht, den ersten Kilometer auf dem Fun-Run des Switzerland Marathon Light.

Ich habe vor zwei Stunden etwas gegessen, mein Kollege vor einer Stunde. Was ist richtig?
Die entscheidende Frage ist, was ihr gegessen habt. Eine Stunde vor dem Laufen ist eine Banane völlig easy, während eine Bratwurst nicht ganz optimal wäre... (Lacht.) Grundsätzlich sollten zwischen einer richtigen Mahlzeit und dem Laufen mindestens drei Stunden liegen.

Wann und wie viel sollte man trinken?
Flüssigkeit für einen Lauf von bis zu einer Stunde kann man vorher im Körper einlagern, indem man voraus trinkt. Das sollte reichen. Wer jedoch länger unterwegs ist, sollte von Anfang an regelmässig trinken, denn wenn der Durst kommt, ist es schon zu spät. Viele Hobby-Jogger machen auch den Fehler, dass sie vor einem Rennen zwar das Laufen trainieren, aber nicht das Trinken. Man sollte das Schlucken während dem Laufen üben und ausprobieren, was man gut verträgt.

Hören Sie beim Laufen Musik?
Nur auf dem Laufband. Wenn sich Menschen aber nur mit Musik fürs Joggen motivieren können, habe ich Verständnis dafür. Grundsätzlich finde ich aber, dass man in die Natur hinausgehen und offen für sie sein sollte. Dazu kommt der Sicherheitsaspekt: Wer Stöpsel in den Ohren hat, überhört leicht die Biker oder Hunde, die ebenfalls im Wald unterwegs sind.

Welche besonderen Begegnungen hatten Sie mit Tieren?
Ich habe extrem Angst vor Schlangen. Ich ziehe meine Füsse schon an, wenn ich eine im Fernsehen sehe! (Lacht.) In Australien hatte ich zwei Begegnungen mit Schlangen, wo sich meine Nackenhaare aufstellten und ich in der entgegengesetzten Richtung weiter rannte. Auf den dreieinhalb Mal, die ich um die Erde rannte, wurde ich dreimal von Hunden gebissen. Ich hatte jedoch Glück, viel passierte nicht.

Was halten Sie von unserer Ausrüstung?
Der erste Blick fiel natürlich zuerst auf Ihre Füsse. Und da sehe ich den klassischen Fehler: Man gibt 200 Franken für Laufschuhe aus und wundert sich nachher über Blasen, weil man keine funktionalen Laufsocken trägt, sondern Baumwoll- oder sogar Wollsocken. Diese geben die sieben Deziliter, die jeder Fuss während einem Marathon schwitzt, nicht an die Umgebung ab, sondern baden den Fuss in dieser salzigen Lauge und scheuern mehr, weil es poröse Materialien sind. Das gilt auch für ein Baumwoll-Shirt, wobei das weniger matchentscheidend ist. Sie können auch nackt durch den Wald rennen. Ich habe das vor vielen Jahren in Australien mal gemacht, nachdem ich eine Wette mit dem australischen Marathonläufer Lee Troop verloren hatte.

Wie war die Erfahrung?
Wir sind einer Wandergruppe begegnet ihn kannten sie, mich glücklicherweise nicht! (Lacht.) Der Mann ist aber definitiv nicht fürs Nackt-Joggen geschaffen, das weiss ich jetzt

Wie reagieren Sie, wenn Sie beim Joggen Leuten begegnen, die grobe Fehler begehen?
Es kommt auf die Situation an. Häufig lasse ich es, weil ich denke, der macht jetzt Mittagspause und ist nicht für Tipps zugänglich. Manchmal sage ich etwas, aber mit Schalk, etwa im Stil: Hey, wenn du ein bisschen weniger mit den Händen um dich schlägst, macht Joggen noch viel mehr Freude! Manchmal rate ich auch Joggern, mit einem Fachmann die Schuhe anzusehen, da ich als Physiotherapeut und Laufcoach eine gewisse Verantwortung trage.

Was geht Ihnen beim Joggen durch den Kopf?
An einem Bürotag viel zu viel weil mich das Tempo nicht genügend fordert! (Lacht,) Auf Skiern oder beim Velofahren muss ich mich viel mehr konzentrieren. Die totale Wellnessoase ist jedoch das Reiten. Wenn du eine Sekunde unaufmerksam bist, hast du verloren.

Seit wann reiten Sie?
Nach der WM-Bronze 2007 in Osaka habe ich beim Empfang der Gemeinde Kerns, in der ich aufwuchs, ein einjähriges Pferd geschenkt bekommen. Meine Frau hat es zusammen mit einer Reitlehrerin eingeritten. Ich habe erst nach meiner Zeit als Profisportler mit Reiten begonnen, besitze jedoch keine sportlichen Ambitionen. Ich möchte einfach dem Tier und den anderen Menschen im Wald gerecht werden und mich in schwierigen Situationen richtig verhalten.

Früher liefen Sie 200 Kilometer pro Woche. Wie viele sind es drei Jahre nach dem Rücktritt?
Statt zweimal täglich wie früher laufe ich nur noch, wenn ich wirklich Lust drauf habe. Ich habe herausgefunden, dass ich jeden zweiten Tag Lust auf Bewegung habe, aber nicht zwingend aufs Joggen. Wenn ich genug Zeit habe, bin ich im Winter auf den Langlaufskis und im Sommer mehr auf dem Velo unterwegs, vor allem auf dem Mountainbike. Wenn ich über Mittag nur Zeit für eine Stunde Sport habe, gehe ich rennen. Die früheren 25 Stunden Training haben sich auf drei bis fünf Stunden reduziert.

In Kenia ist es verpönt, wenn man beim Laufen quasselt.»

Messen Sie Ihre Leistung noch?
Ja, die Distanz und Geschwindigkeit interessieren mich noch obwohl es manchmal sehr frustrierend ist. Einmal pro Monat gebe ich 10 Kilometer lang Vollgas. Dann schaue ich bewusst, wie schnell ich noch bin, und freue mich, wenn ich den Kilometer in 3:30 Minuten schaffe.

Wo zwickt es nach 30 Jahren Leistungssport?
Es gab Phasen, da hatte ich richtiggehend Entzugserscheinungen hatte. Da fühlte ich mich, wenn ich die Treppe hinunter stieg, so kaputt wie früher nach einem Longjogg. Das hat über ein Jahr gedauert. Inzwischen fühlt sich mein Körper jedoch ganz normal an.

Sind Sie einst zum Laufen gekommen, weil Sie fürs Fussballspielen zu gerade Beine hatten?
Ich habe tatsächlich wie jeder normale Bub im jugendlichen Alter Fussball gespielt, dann aber realisiert, dass ich meine Goals erst nach einer Stunde schoss, wenn die anderen schon müde waren. Über den Obwaldner Schüler-Cross in Sarnen kam ich dann zur Leichtathletik.

Wer waren Ihre Idole?
Markus Ryffel, der 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles Silber über 5000 Meter gewann, war ein riesiges Vorbild.

Hat Sie der Marathon schon damals fasziniert?
Nein, mir ging es um Olympia, die fünf Ringe, die Teilnahme an diesem riesigen Sportevent. Nachdem ich Ryffel mit 19 Jahren den Junioren-Schweizerrekord über 10000 Meter abgejagt hatte, wollte ich es zuerst über diese Distanz versuchen, merkte aber bald, dass mir dafür die nötige Grundschnelligkeit fehlte.

Der Schweizerische Leichtathletikverband setzte Ihnen dann das Messer an die Kehle und forderte Sie auf, zum Marathon zu wechseln.
Stimmt. Als ich an der EM 1998 in Budapest über 10000 Meter Letzter geworden war, hiess es: Entweder du wechselst auf die Marathon-Distanz oder wie streichen die Fördergelder!

Was macht für Sie den Mythos Marathon aus?
Eigentlich das, was schon Emil Zatopek sagte: Wenn du laufen willst, laufe ein Meile, und wenn du das ganze Leben noch einmal entdecken willst, laufe einen Marathon! Weil er so lange dauert, geht viel mehr ab. Auch für die Zuschauer ist er extrem spannend. Ein Freund, der meinen EM-Sieg in Barcelona auf einem Segelturn per Handy verfolgt hatte, bezahlte nachher seine Begeisterung mit einer Roaming-Rechnung über 3500 Franken. Und ein Göttikind machte auf der Ferienreise so lange Terror, bis die Familie in der nächsten Autobahnraststätte fragte, ob man den Fernseher anstellen und sie mein Rennen zu Ende schauen könne.

War das Ihr stärkster Lauf?
Nein, für mich habe ich meine grösste sportliche Leistung an den Olympischen Spielen 2008 in Peking erbracht. An dem Tag hatte ich die allerbesten Beine meines Lebens. Da es der schnellste Olympia-Marathon aller Zeiten war und fünf andere Teilnehmer ebenfalls ihre Bestleistung abrufen konnten, reichte das leider nicht fürs Edelmetall.

Wie verdienen Sie heute Ihren Lebensunterhalt?
Früher verdiente ich Geld, in dem ich mich bewegte. Jetzt, indem ich andere Menschen bewege. Ich machte ja zuerst eine Lehre als Elektrozeichner, später liess ich mich zum Physiotherapeuten ausbilden. Als ich bei der Diplomierung im Jahr 2000 sagte, dass ich einmal in der Prävention arbeiten möchte, wurde ich noch etwas belächelt. Wenn du zu 10 bis 15 Prozent in der Prävention arbeiten kannst, bist du schon gut, hiess es damals. Mittlerweile sind wir bei VikMotion vier Leute und arbeiten alle ausschliesslich in der Prävention. Ich habe bis zum heutigen Tag nie Geld von der Bank gebraucht und konnte immer alle Löhne zahlen.

Nach dem EM-Titel sagten Sie, Ihre Heirat 2009 hätte wohl nicht geschadet. Was hat sie verändert?
Da wir schon vorher zusammen gelebt hatten, besiegelte sie nur, was wir schon lange wussten. Viel mehr verändert hat unsere Tochter. Es mag meiner Frau Renate gegenüber etwas hart klingen, aber solange ich nur sie zurücklassen musste, wenn ich in Trainingslager oder zu Wettkämpfen reiste, ging das noch einigermassen; als Ärztin hatte sie genug zu tun. Als ich jedoch wenige Tage nach der Geburt von Luna nach Tokio fliegen musste, weinte ich auf dem Weg zum Flughafen, weil ich das Gefühl hatte: Hey, was machst du eigentlich?

Welchen Sport wollen Ihre Kinder mit Ihnen treiben?
Momentan fahren sie extrem gern Velo. Ben hat ein Modell, bei dem er mit den Füssen angibt.

Wofür haben Sie mit Ihrer Frau seit dem Rücktritt öfter Zeit als früher?
Wir geniessen die höhere Flexibilität. Als Vollprofi hatte ich eine Siebentagewoche. Wir konnten am Wochenende, wenn unsere Feunde frei hatten, nie spontan mit ihnen abmachen. Das ist jetzt anders und gefällt mir.

Besitzen Sie immer noch mehr Schuhe als Ihre Frau?
Nein, diese Behauptung von mir war schon immer eine grosse Lüge, welche die Journalisten jedoch nur zu gerne übernahmen. (Lacht.) Ich besitze zwar viele Schuhe, darunter mindestens acht Paar Laufschuhe, aber im Vergleich zu meiner Frau ist das nichts: Sie hat einen Schuh-Fetisch. Für ihre etwa 100 Paar Schuhe habe ich ihr in einem Seitenestrich unseres alten Bauernhauses sogar extra ein Schuhgestell geschreinert, auf dem 150 Paar Platz hätten. Ich hatte damals das Gefühl, dass ich meine Schuhe daneben stellen könnte, aber sie nutzt den Platz nun für ihre Handtaschen.

Was bieten Sie bei Ihrem Switzerland Marathon Light, das Sie als Aktiver andernorts vermissten?
Wenn du in New York City, beim grössten Marathon der Welt, ins Ziel kommst, wirst du einfach weitergescheucht. Du hast keine Chance, diesen Moment zu geniessen. Da wir der Meinung sind, dass vor allem der erste und der letzte Eindruck haften bleiben, gibt es bei uns einen grossen Zielraum mit einem Holzchalet und einer Verpflegungszone, wo sich die Läufer gemeinsam freuen können. Die Teilnehmer werden bei uns am Bahnhof auch nicht per Megafon, sondern von einem Pantomimen begrüsst und zum Start geleitet, wo sie Alphornbläser und Fahnenschwinger erwarten. Das passt zur wunderbaren Alpenkulisse. Zudem bieten wir eine professionelle Kinderbetreuung an.

Was berechtigt sonst noch zu Ihrem Slogan Schönster Halbmarathon der Schweiz?
Der Halwilersee- und der Greifenseelauf behaupten von sich natürlich das gleiche. Schönheit ist aber nicht messbar. Wir sind auf jeden Fall der schnellste Halbmarathon 66 Sekunden vor dem Tralugano! Ein gewichtiger Unterschied zu allen anderen Läufen um einen See ist ausserdem, dass du bei uns fast immer mit Seeblick unterwegs bist. Das kommt bei den Leuten an.

Wann kamen Sie auf die Idee, einen Sarnerseelauf zu organisieren?
Früh. Als ich 18 war, rief mich mein Trainer an und sagte mir, mangels Teilnehmern würde der Sarnerseelauf zum letzten Mal stattfinden. Man liess mich starten, obwohl ich noch zu jung war. Als ich gleich Zweiter wurde, staunten alle. Im Ziel schwor ich mir: Diesen Lauf bringe ich zurück! Die Umsetzung dauerte bis zu meinem Karriereende 2014. Der Lauf führt nun in der anderen Richtung um den See, aber dafür hat es Platz für 6000 bis 7000 Läufer.

Was hat es mit dem Leitspruch Schlag den Vik auf sich?
Es gab immer ein Motto. Der erste Lauf 2015 war meine Abschiedsparty, ein Jahr später hatten wir Setz dir ein Ziel. Als meine Mitarbeiterin Kerstin Schlag den Vik vorschlug, fragte ich, wie sie sich das denn vorstelle. Du startest zuhinterst und alle, die vor dir im Ziel sind, bekommen einen goldenen Bidon. Auf der Homepage des Anlasses gebe ich nun ernst gemeinte Trainingstipps für alle, die das schaffen wollen, und zugleich auch weniger ernste Ratschläge, damit mich nur wenige schlagen.

Wie stehen denn Ihre Chancen, dass Sie die anderen Läufer besiegen?
Beim Start wird es sicher eng. Danach versuche ich möglichst viele Läufer zu überholen. Auf einem Velo fährt eine 360-Grad-Kamera mit, dank der die Läufer später auf unserer Homepage sehen können, was sie für ein Gesicht gemacht haben, als sie von mir überholt wurden. Die grösste Herausforderung für uns ist es jedoch abzuschätzen, wie viele goldene Bidons wir bestellen müssen.

Wir sind nun am Ende unseres Laufinterviews angekommen. Was empfehlen Sie uns nun?
Nach unserem Schlussspurt ist nun Cooldown fällig: also noch ein paar Minuten gemütlich joggen, am besten barfuss auf dem Rasenfeld. Danach macht eine Stretchingsession Sinn. Oder aber wir springen in den kühlen See. Das entspannt die Muskeln auch.

Tipps von Röthlin an Cologna

Tipps von Marathon-Europameister Röthlin an Langlauf-Olympiasieger Cologna

Fotocredit: Andy Mettler

Der dreifache Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna läuft beim diesjährigen Jungfrau-Marathon vom 9. September ein Teilstück und holt sich dafür Tipps von Viktor Röthlin. Der Marathon-Europameister lief den spektakulären Marathon vor vier Jahren selber und verrät Cologna, auf welchen Schuh er setzen soll.

Viktor Röthlin ist angeschlagen: Vor einigen Tagen musste er sich nach einem Sturz vom Pferd das Schlüsselbein operieren lassen. Zwei Rippen sind gebrochen, trotzdem strahlt er beim Treffen mit Dario Cologna. Ich besuche ihn gerne im Bündnerland, sagt Röthlin, der den Langlauf-Olympiasieger als Vizepräsident des Jungfrau-Marathons zur Teilnahme am Jubiläumsanlass motiviert hat. Dario darf sich auf einen spektakulären Jubiläumsanlass am 9. September im Berner Oberland freuen.

Cologna gibt sich locker: Das Lauftraining ist ein wichtiger Teil meines Sommertrainings, erklärt der Davoser. Das kommt der klassischen Langlauftechnik am nächsten. Ich mache gerne Bergläufe und Testläufe am Berg, damit ich so gut wie möglich im Rennmodus bleibe. Diesen wird Cologna brauchen, wenn er für das Asics-Pro-Team das letzte Teilstück in Angriff nehmen wird. Von Wengen bis ins Ziel der Kleinen Scheidegg wird er zwar das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau geniessen können, sagt Röthlin. Aber nur, wenn er genügend Puste hat. Denn dort oben brennen die Beine heftig.

Zweite Karriere als Läufer?

Cologna freut sich jetzt schon auf das einmalige Panorama und die 12 Kilometer lange Strecke, die er zurücklegen muss: Ich habe keinen Druck, will aber mein Team sicher nicht enttäuschen. Zudem bin ich schon mal die 21 Kilometer beim Swiss Alpine Marathon von Klosters nach Davos gelaufen. Ich zähle also auf ein bisschen Erfahrung und stehe ja mitten im Sommertraining. Dieses verläuft laut dem Olympiasieger ausgezeichnet: Ein Olympia-Jahr ist ja immer sehr speziell, aber im Moment läuft alles nach Plan, so der 31-Jährige.

Und falls ihm das Teilstück in den Berner Oberländer Bergen gefällt, schliesst Cologna eine Zukunft als Läufer nicht aus: Vielleicht nehme ich dann mal an einem richtigen Marathon teil, denn diesen Gedanken trage ich schon lange im Hinterkopf. Natürlich würde Viktor Röthlin auch dann für Tipps zur Verfügung stehen.

Mit dem richtigen Schuh einen Marathon absolvieren

Fotocredit: Andy Mettler

Damit Cologna mit der richtigen Ausrüstung läuft, gibt ASICS-Botschafter Röthlin ein paar wichtige Tipps: Der GEL-DS Trainer 22-Laufschuh ist ideal für schnelle Neutral- und Strassenläufer. Durch die GEL-Dämpfung werden die härtesten Strassen weich, gerade bei Regen kommt man nicht ins Rutschen, da der Vorfussbereich aus Wet-Grip-Rubber besteht. Leichte Schuhe sind aber nicht nur was für Leistungssportler: www.kaizensport.ch/leichte-schuhe-nur-fuer-leistungssportler

Dario Cologna am 25. Jungfrau-Marathon

Freitag, 8. September

  • 16:00-18:00 Uhr: Dario verfolgt die Rennen des Jungfrau-MiniRun und gibt eine Autogrammstunde am Asics-Stand

Samstag, 9. September

  • 8:30 Uhr: Ehrenstarter
  • 10:30-12:00 Uhr: Dario läuft das Teilstück Wengen-Kleine Scheidegg als Schlussläufer des Asics ProTeam
www.switzerland-marathon-light.ch