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Begegnung

Hilfreich: Für eine gute Sache

Einfach, damit es von Anfang an klar ist: Hier geht es nicht um mich, sondern um die Sache. Eine gute Sache.

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zvg
02. Januar 2018

Art Furrer, für einmal ohne Cowboy-Hut, wurde in Nepal herzlich empfangen und bunt bemalt. Die Lebensbedingungen in Nepal sind teilweise sehr karg trotzdem gehen die meisten Menschen laut Art Furrer mit einer positionen Haltung durchs Leben. Arno Heiri und Bruno Jelk erhalten vom Gemeindepräsidenten in Arughat ein Zertifikat, in dem die Schweizer Hilfe verdankt wird. Jelk ist Mitgründer des Hilfswerks Earth C-Air, das sich für die vom Erdbeben schwer getroffenen Menschen in Nepal einsetzt. Eine gute Schulausbildung ist sehr wichtig auch in Nepal. Mit dem Bau von Schulhäusern trägt Earth C-Air dazu bei, dass dies möglich ist. Sonam Bhuti ist in mausarmen Verhältnissen aufgewachsen. Heute arbeitet die 24-Jährige in Kathmandu, verteilt Hilfsgüter und kann auch für Helikopter-Rettungseinsätze eingesetzt werden. Art Furrer beschreibt sie als Frau mit aussergewöhnlicher Ausstrahlung. Müttervereine im Wallis und anderen Gegenden haben gestrickt und gestrickt und gestrickt, damit die Kinder im Tsum Valley warme Mützen, Pullover und Handschuhe anziehen können. Es sind wunderbare Landschaften, die Art Furrer auf seinem Trip von oben sah hier das Tsum Valley mit dem Passübergang auf 5000 Metern Höhe nach Tibet. Nepalesische Jugendliche zeigen den Gästen aus der Schweiz einheimische Tänze. Die Märsche durch die steilen Täler sind oft anstrengend umso besser, dass die Yaks die ganz schweren Lasten schleppen. Und noch ein Bild, das eindrücklich zeigt, wie stark die Rinder sind! Die Schweizer Helfer von Earth C-Air haben bei ihrem Besuch in Nepal einheimische Helipiloten für die oft sehr schwierigen Rettungseinsätze ausgebildet. Lugla gilt als einer der gefährlichsten Flugplätze der Welt, denn die Landebahn ist nur 380 Meter lang, geht bergauf und ist am einen Ende durch eine Schlucht, am anderen durch eine Bergwand begrenzt...


Südasien

Nicht, dass es heisst: Der Furrer muss sich natürlich in den Mittelpunkt stellen! So wie damals, als ich 30 Meter tief in eine Gletscherspalte fiel und mir nach meiner fast wundersamen Rettung vorgeworfen wurde: Der Unfall sei nur inszeniert gewesen, damit ich es wieder einmal in die Schlagzeilen schaffe.

Um was geht es bei dieser guten Sache? Sie erinnern sich sicher, dass im Frühjahr 2015 in Nepal die Erde bebte. Tausende starben, im ganzen Land herrschten chaotische Verhältnisse. Die Welt zeigte sich solidarisch, an Hilfe mangelte es nicht, ebenso wenig an Geld. Doch dieses versickerte zu grossen Teilen im Schlund der Korruption. Die Regierung kümmerte sich nur um die Hauptstadt Kathmandu und die nahe Umgebung. Viele Täler hingegen, die nur schwer erreichbar sind, waren völlig auf sich selbst gestellt und mussten ohne Hilfe auskommen. Wie heisst es doch so schön (wobei schön in diesem Zusammenhang natürlich nicht passt): Den Letzten beissen die Hunde. In Nepal sind dies die abgelegenen Täler.Als Bruno Jelk, der ehemalige Rettungschef in Zermatt, von den schlimmen Zuständen nach dem Erdbeben hörte, sagte er sofort: Da müssen wir etwas unternehmen! Da müssen wir hin! Er hatte vor dem Erdbeben in Nepal einheimische Helipiloten für die sehr schwierigen Gebirgsrettungen ausgebildet und dadurch eine besonders innige Beziehung zu jener Gegend. Er sammelte in der Schweiz Geld, mit dem er in Kathmandu Wellbleche, Zeltblachen, Nahrungsmittel und Medikamente kaufte. Diese flog er nach Buri Gandaki zu den Ärmsten: Bauern, die als Selbstversorger auf einer Höhe von bis zu 4000 Metern über Meer in einfachen Unterkünften hausten.

Schnell merkte Jelk, dass noch viel mehr Menschen Hilfe benötigten. Also gründete er mit Mitstreitern das Hilfswerk Earth C-Air, das direkt vor Ort in Nepal seinen Sitz hat und mit Einheimischen, aber auch Schweizer Fachkräften alles Nötige organisiert.

Als er kürzlich abermals einen Trip in die betroffenen Gebiete unternahm, flogen meine Frau Gerlinde und ich mit. 1991 hatten wir uns zu ihrem 50. Geburtstag einen Traum erfüllt, als wir in Nepal eine Expedition in den Himalaja unternahmen. Daran erinnerten wir uns wieder, als wir im Tsum Valley ankamen. Die meisten Wege dort sind vom Erdbeben zerstört worden. Wer die hinteren Dörfer im Tal ohne Heli erreichen will, muss tagelang auf dem Ross oder Yak so heisst eine Rinderart reiten oder zu Fuss gehen.

Arno Heiri und Bruno Jelk erhalten vom Gemeindepräsidenten in Arughat ein Zertifikat, in dem die Schweizer Hilfe verdankt wird. Jelk ist Mitgründer des Hilfswerks Earth C-Air, das sich für die vom Erdbeben schwer getroffenen Menschen in Nepal einsetzt.

Eine gute Schulausbildung ist sehr wichtig auch in Nepal. Mit dem Bau von Schulhäusern trägt Earth C-Air dazu bei, dass dies möglich ist.

Sonam Bhuti ist in mausarmen Verhältnissen aufgewachsen. Heute arbeitet die 24-Jährige in Kathmandu, verteilt Hilfsgüter und kann auch für Helikopter-Rettungseinsätze eingesetzt werden. Art Furrer beschreibt sie als Frau mit aussergewöhnlicher Ausstrahlung.

Was wir erlebten, war eindrücklich. Mit jenen, die in irgendeiner Form mit Tourismus zu tun haben, sprachen wir Englisch, mit den übrigen Bewohnern versuchten wir uns mit Händen und Füssen zu verständigen. Rund vier Tonnen selbst gestrickte Pullover, Mützen oder Handschuhe brachten wir aus der Schweiz mit; diese hatten Müttervereine aus den Matter- und Saasertälern und weiteren Gegenden in Fronarbeit und mit viel Herzblut gestrickt, wobei sie die Wolle gar noch selber berappten. Bei der Verteilung der Kleider haben wir genau darauf geschaut: Welche Kappe, welcher Pullover passt zu welchem Kind? Ein kleiner Bub, der einen farbigen Pulli bekam, umklammerte diesen fest mit beiden Armen ein Bild, das mir nicht mehr aus dem Kopf will.

Wir waren auch bei der Eröffnung von zwei Schulhäusern dabei, dem dritten und vierten, die vom Hilfswerk Earth C-Air gebaut worden waren; ein fünftes ist geplant. Eine gute Ausbildung ist wichtig. Denn die Gegend mag zwar so rückständig sein, dass sie mich an meine Jugend vor 70 Jahren erinnert. Trotzdem hat jeder, vom Teenager bis zum Jak-Treiber, ein Handy. Auf diesem sehen sie, wie toll das Leben in Kathmandu sein soll. Alle wollen ins vermeintliche Paradies, landen aber in einem chaotischen Moloch, wo sie ohne Ausbildung absolut chancenlos sind. Indem die Kinder Schulen besuchen, kann solches Leid vielleicht verhindert werden.

Begleitet wurden wir von einem mobilen Ärzteteam, das 900 Menschen untersuchte und behandelte. Viele von ihnen haben Probleme mit dem Atmen, weil sie in ihren Häusern am offenen Feuer kochen und den schädlichen Rauch einatmen. Die Ärzte machten einen tollen Job vor allem aber waren sie dort, wo wirklich Hilfe nötig ist. Ich sah mir nämlich ein Spital an: Es handelte sich um ein Prestigeobjekt in einer sehr touristischen Gegend im Himalaja, über die viel in den Medien berichtet wird. Das Spital war hochmodern, 22 Angestellte arbeiteten dort oder besser gesagt: Sie würden gerne arbeiten. Denn es gibt nichts zu tun. Bei meinem Besuch war kein einziger Patient dort! Kein Wunder, denn die Patienten müssten im Spital rund um die Uhr von den Verwandten betreut und verpflegt werden. Genau so darf Entwicklungshilfe nicht aussehen.
Da bin ich froh, dass bei der Mission fürs Tsum Valley so selbstlose und erfahrene Macher die Federführung innehaben. Als wir dort waren, bildeten sie abermals einheimische Helipiloten darin aus, wie man in Not Geratene richtig rettet: Wenn zum Beispiel das lange Rettungsseil wegen falscher Flugtechnik zu sehr hin und her baumelt, wird es für den Retter am Boden sehr schwierig, den Verunfallten richtig zu befestigen.

Für mich ist ganz klar: Das war nicht meine letzte Reise nach Nepal. Im nächsten Jahr möchte ich nochmals in diese faszinierende Gegend. Denn da kann ich wirklich helfen.

Spenden

Earth C-Air hilft den Menschen in Nepal

Die Non-Profit-Organisation Earth C-Air geht auf die Initiative von Bruno Jelk sowie seinen Heli-Kollegen Gerold Biner und Daniel Brunner zurück. Das Hilfswerk baut Schulen, fördert medizinische Projekte, bildet Bergretter aus und macht noch vieles mehr, das den vom Erdbeben Betroffenen in Nepal nachhaltig helfen soll. Einer der Spender, der sich vor Ort anschaute, was mit seinem Geld alles realisiert wurde, war so beeindruckt, dass er seinen sechsstelligen Betrag spontan verdoppelte.

Spendenkonto

Walliser Kantonalbank
Kontoinhaber: Earth C-Air
Kontonummer: 102.864.79.10
Bezeichnung des Konto: Klubkonto
IBAN: CH47 0076 5001 0286 4791 0
SWIFT / BIC: BCVSCH2LXXX
Postcheck Nr.: 19-81-6
Clearing Nr.: 765

Weitere Informationen zu Earth C-Air