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Porträt

Ganz schön (un)traditionell

Enges Kleid anstatt Tracht, Jazz anstelle von Volksmusik: Eliana Burki ist keine gewöhnliche Alphornistin. Schon als Kind begann sie, das Alphorn auf ihre eigene Weise zu spielen. Das gefällt nicht jedem.

FOTOS
Eva Müller/ZVG
24. Juni 2019

Eliana Burki (35) mit ihrem Alphorn auf einem New Yorker Hochhaus.

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Früher übte sie daheim mit dem Gartenschlauch, heute gibt sie Konzerte auf der ganzen Welt. Die Musikerin Eliana Burki (35) reiste mit ihrem Alphorn schon einmal um den Globus. Egal, ob Tokio, Sydney oder New York – die Alphornistin war dort. «Nur in Brasilien war ich noch nie, aber das hole ich schon bald nach», erzählt sie. Burki ist in Solothurn aufgewachsen. Dort hat sie auch ihre Leidenschaft für das traditionelle Instrument entdeckt. Mit fünf Jahren hörte die kleine Eliana zum ersten Mal ein Alp­horn. Da wusste sie: «Dieses Instrument möchte ich spielen!» Die Mutter, eine Organistin, war zuerst skeptisch, unterstützte den Traum ihrer Tochter aber trotzdem. Burki lernte fleissig. Da das Alphorn mit einer Länge von 3,5 Metern aber nicht gerade handlich war, übte das Mädchen auch mit dem Gartenschlauch: «Das Mundstück drauf und losspielen.»

Burki hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: «Ich lebe von dem, was mir Spass macht. Was gibt es Schöneres?» Doch ihre Begeisterung haben nicht alle verstanden. «In der Schule machten sich die Kinder über mich lustig. Sie fanden mein Alphorn richtig uncool.»

Alle Regeln sind erlaubt

Auch Jahre später wird die Musikerin kritisiert. Denn nicht jedem Traditionalisten gefällt ihre moderne Art. Eliana Burki ist keine Alphornistin alter Schule. Sie bricht beim Spielen gerne ungeschriebene Regeln: Burki trägt keine Tracht und spielt das Instrument mit schnellen Tönen. Die Künstlerin spielt nicht auf Alpfesten, sondern musiziert gemeinsam mit Jazzbands oder Orchestern aus der ganzen Welt.

Kurzerhand erfand sie auch ein neues Instrument. Das Alphorn hatte ihr zu wenig Töne, darum entwickelte sie das Burkihorn. Das Instrument hat ein spezielles Mundstück, mit dem weitaus mehr Töne erzeugt werden können. «Mit dem erweiterten Tonsystem kann ich jazzige Lieder viel besser spielen.» Das Burkihorn ist durch seine Grösse sehr transportfreundlich für Reisen.

So sehr Burki ihre Reisen geniesst, so gerne ist sie in der Schweiz: «Hier sind meine Liebsten.» Seit fünf Monaten ist sie Mutter. Die kleine Nala-Emily nimmt Burki bei ihren Reisen mit. Die Musikerin geniesst die Zeit mit ihrer Tochter: «Mal sehen, wie oft ich noch Konzerte im Ausland gebe, wenn sie zur Schule geht.» Denn sie spielt auch gerne in der Schweiz Alphorn. So tritt sie an den Freilichtspielen in Zermatt VS (13. Juli bis 1. September) bei «Matterhorn: No Ladies Please» auf. Für das Freilichttheater hat sie extra eigene Lieder komponiert. Was einmal mehr zeigt: Eliana Burki ist keine gewöhnliche Alphornistin.