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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Peter Schellenberg?

Der frühere Direktor von SRF raucht schon lange nicht mehr Kette.

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10. September 2018

Alphatier: Peter Schellenberg heute im Garten mit Hund Wuschel ...

Peter Schellenberg (78) ist auf den Hund gekommen. Er kann darüber lachen. «Stimmt ja auch, Wuschel bestimmt den Tagesablauf.» Wuschel ist ein 60 Kilogramm schwerer Berner Sennenhund, der regelmässig Auslauf braucht. In diesem Moment aber hält er Siesta, und so kann Schellenberg sich in aller Ruhe einer Fernsehdokumentation widmen, in der es um die Russische Revolution geht. «Für mich ist das wie die Volkshochschule, ich lerne jedes Mal etwas Neues.»

15 Jahre lang, von 1988 bis 2003, war Peter Schellenberg Direktor des Schweizer Fernsehens und damit, wie er sagt, «der Staatsfeind Nummer eins für die SVP». Der Vater zweier Söhne sah sich damals mit Anfeindungen konfrontiert, die ihm nicht viel anhaben konnten. «Ich selber habe eine Elefantenhaut. Meine Familie aber hat das getroffen.» Seine Mutter sagte ihm nach seinem Rücktritt und kurz vor ihrem Tod: «Ich bin froh, dass ich das noch erleben darf. Jetzt wirst du es wieder besser haben.» Dass er trotz des Drucks so lange an der Spitze durchgehalten hat, darauf ist er am meisten stolz.

... und einst im TV-Studio mit Bundesrat Moritz Leuenberger.

80 Zigaretten pro Tag rauchte Schellenberg – natürlich auch aus Nervosität – in Spitzenzeiten. Heute, da sein Lebensrhythmus gemächlicher geworden ist, kommt er mit drei «Krummen» aus. Eine Zeit lang schrieb er noch Kolumnen und machte für Radio Munot eine Jazz-Sendung. «Für 30 Stutz die Folge, ich wollte den Freien nicht Konkurrenz machen.»

Hin und wieder ist er mit seiner Frau in Marseille, wo er im Hafen ein Prachtstück von einem Haus hat, wie er sagt. Mehrheitlich aber verbringt er seine Tage in Zürich-Oerlikon. «Für den Hund ist es so angenehmer.»