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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Urs Güntensperger?

Die FCZ-Kultfigur trägt heute Krawatte - und fühlt sich wohl dabei.

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zvg
03. Dezember 2018
Heute erinnert er sich gerne an die vergangenen Zeiten zurück.

Heute erinnert er sich gerne an die vergangenen Zeiten zurück.

Sieben Profivereine in zwölf Jahren, Tore am Laufmeter und Forechecking an der Bar. Beim FC Luzern verbrachte Urs Güntensperger seine erfolgreichste Zeit, im Frankfurter Waldstadion jubelten ihm 40 000 Fans zu, beim FCZ ist er bis heute eine Kultfigur. Dort, wo «Günti» spielte, ging die Post ab – auch weil der Zürcher Volksnähe als angenehmen Auftrag betrachtete: «Ich hatte ein Leben neben dem Fussballplatz», sagt er, «ich war normal, vielleicht zu normal.» Heute ist Urs Güntensperger 51 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Das Lausbubenhafte blitzt noch immer aus seinen Augen: «Vor drei Jahren begann ich Trompete zu spielen, um in der Guggenmusik mitzumachen.»

Vor allem ist Güntensperger im Berufsleben angekommen. Als Bezirksleiter der Firma Würth hat er 15 Mitarbeiter unter sich. Sein Anzug sitzt perfekt, die Krawatte ist militärisch korrekt gebunden: «Das habe ich bei den Panzergrenadieren gelernt», sagt er.

Als Fussballer musste sich Güntensperger den Erfolg erkämpfen. Bei den FCZ-Junioren wurde er als zu klein eingestuft. Beim Quartierverein Albisrieden debütierte er mit 16 in der 2. Liga. Via Winterthur schaffte er beim FC Lugano den Sprung in die Nationalliga A – Monatslohn: 4500 Franken. Die grösste Herausforderung aber wartete nach dem letzten Schlusspfiff: «Plötzlich musst du bei null beginnen.» Zunächst sei er als Ex-Fussballer belächelt worden, doch er habe sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Güntens­perger glaubt, dass ihm seine Qualitäten als Sportler im Beruf halfen: «Ich war immer ein Führungsspieler.» Er freut sich, wenn er an früher erinnert wird. Gleichzeitig weiss er aber ganz genau: alles verjährt – das Gute wie das Schlechte. 

«Günti» im Dress von Bundesligist Eintracht Frankfurt im Jahre 1998.