Bettina Dieterle | Coopzeitung
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Bettina Dieterle

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Dominic Buettner, zvg
28. Oktober 2019
Bettina Dieterle heute und mit Carlos Leal (50)in «20 Regeln für Sylvie» von Giacun Caduff.

Bettina Dieterle heute und mit Carlos Leal (50)in «20 Regeln für Sylvie» von Giacun Caduff.

«Nein, nervös bin ich nicht, aber gut angespannt», sagt Bettina Dieterle am Tag vor der Premiere der komischen Oper «Die lustigen Weiber von Windsor», die bis 24. November im Bahnhofssaal in Rheinfelden AG aufgeführt wird. Die 54-Jährige führt dort Regie. «Mit einem Hang zum Perfektionismus», wie sie lachend erklärt.

Einem breiteren Publikum wurde Dieterle durch die Sitcoms «Mannezimmer» und «Fascht e Familie» vom Schweizer Fernsehen bekannt. Allerdings war sie zu dieser Zeit in der Kleinkunstszene schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr und spielte mit der Kabarettgruppe Acapickels vor vollen Sälen. Auch war sie im Ensemble des Casinotheaters Winterthur ZH und des Theater Fauteuil in Basel.

Seit 1989 hat die ausgebildete Bewegungsschauspielerin aber mehr und mehr auf dem Regiestuhl Platz genommen. Allerdings so ganz ohne Bühne gehts bei der in Zürich lebenden Baslerin dann doch nicht. Aktuell ist sie auch mit ihrem Einfraustück «Suffragettenblues» unterwegs. Dort äussert sie sich dezidiert politisch – durchaus gerne unkorrekt, wie sie erklärt: «Wir müssen uns wieder mehr auf Moral und Ethik besinnen.» Der kritische Blick auf die Gesellschaft war ihr schon immer eigen, seit sie sich in ihrer frühsten Jugend der aufkeimenden Punkszene anschloss. Derweil viele Weggefährten die wilden Jahre nicht überstanden, lebte Dieterle ihre Kreativität im Basler Jugendtheater aus und legte so den Grundstein zu ihrer Karriere.

Wirklich ruhig geworden ist sie aber nicht. Im Gegenteil, sie freut sich, «dass ich heute noch aus meinem persönlichen Wahnsinn Kapital schlagen kann».