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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich André Marty?

Konflikten ist er nie ausgewichen, er hat sie gesucht. Weil er an Lösungen interessiert ist.

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Ruben Sprich, SRF
01. April 2019

Als Tagesschaumoderator gab die Frisur zu reden, nun trägt Marty dazu einen Bart. «Ich bin einfach so», sagt er und schmunzelt.

Heute sieht man André Marty (53) nicht mehr so oft am TV. Bis 2012 war er eine feste Grösse in den Nachrichten des Schweizer Fernsehens. Als Korrespondent, zuerst aus Italien, dann aus dem Nahen Osten erschien er regelmässig am Bildschirm. Er arbeitete auch als Redaktor und Moderator bei der Tagesschau von SRF.

Das Leben als TV-Promi vermisst er nicht. «Damit konnte ich nie gut umgehen.» Die Kritik an seiner manchmal etwas verwuschelten Frisur hat ihn jedoch weniger gestört. «Ich bin eigentlich auch froh, wenn primär die Haare und nicht meine Äusserungen kritisiert werden.» Nach seiner Fernseh-Karriere wurde er Kommunikationsbeauftragter im Aussendepartement EDA. «Der Umgang mit Konfliktsituationen war auch als Journalist bereits mein Thema.» Seine Erfahrungen als Korrespondent konnte er hier gut einbringen.

Auch sein aktueller Job als Informationschef der Bundesanwaltschaft (BA) hat mit Konflikten zu tun, genauer mit Gesetzeskonflikten: «Der rote Faden durch mein Berufsleben ist der Begriff des Konfliktes.» Dabei sucht Marty keinen Streit, im Gegenteil, er will Lösungen finden. Dazu passt sein Studium der «Arbeits- und Organisationspsychologie». Tönt kompliziert. «Es handelt sich darum, wie moderne Arbeitsrealitäten gestaltet werden können.» Büffeln neben Arbeit und Familie ist eine Herausforderung. «Es geht gerade die Post ab», sagt der Vater einer Tochter. Die Vorbereitung für einen neuen Job? André Marty: «Ich will dieses Wissen bei der Bundesanwaltschaft anwenden – mir ist aber ebenso klar, dass ich nicht hier pensioniert werden möchte.»