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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Guido Tognoni?

Er war der erste Pressechef der FIFA. Heute macht er Formel-1-Träume wahr.

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Thomas Renggli, Keystone
22. April 2019

  Guido Tognoni hatte und hat immer die Übersicht. Heute und auch früher an der Seite von Sepp Blatter.

Der FIFA-Mann

Er gehört zur Kategorie der heruntergekommenen Bündner. Aufgewachsen in Bever, promovierte Guido Tognoni in Zürich in den 1970er-Jahren zum Juristen. Seine Berufung aber fand er in der schönsten Nebensache – zuerst als Sportredaktor des Tages-Anzeigers, ab 1984 als Pressechef der FIFA. Der damalige Generalsekretär Sepp Blatter hatte Tognoni auf den Zürichberg geholt – und gewährte ihm Freiheiten. Neben seiner Tätigkeit im Weltfussballverband fungierte Tognoni als TK-Chef des ZSC. Es waren die wilden Zeiten, als im Hallenstadion der Blick aufs Eis von dicken Rauchschwaden verschleiert wurde. Tognoni behielt die Übersicht. Als FIFA-Mediendirektor wirkte er an den WM-Turnieren 1986, 1990 und 1994. 

Die dort geknüpften Kontakte bescherten ihm zwischen 2004 und 2007 einen Job in Katar. «Der Erfolg im Leben hängt zu 50 Prozent vom Glück ab», sagt er. Dazu gehöre, dass er im vergangenen Sommer seine Frau an ein Pferderennen in Dielsdorf begleitet habe. Dabei begegnete er dem Schweizer Softwareunternehmer Francisco Fernandez: «Wir tauschten die Visitenkärtchen – und einige Wochen später klingelte das Telefon.» Fernandez engagierte Tognoni als Marketingchef der neu gegründeten «Formula V» – einem Unternehmen, das sich in der E-Sport-Branche etablieren will. In Simulatoren kann jedermann das Formel-1-Feeling erleben. Die erste Lounge steht in Cham, bald soll der zweite Ableger beim Zürcher Bahnhof Tiefenbrunnen eröffnet werden. Spätestens dann wird Marketingprofi Tognoni das Zürcher Seefeld zum Schweizer Monte Carlo befördern.