X

Beliebte Themen

Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Hans Schmid?

Hans Schmid Der Mümliswiler Skispringer war früher ein Vagabund – das ist nicht negativ gemeint.

FOTOS
zvg
18. Februar 2019

 Früher hob Hans Schmid gerne ab, heute bleibt er mit Frau Elisabeth und den Grosskindern Matti (2) und Malu (5) auf dem Boden.

Auf dem Sprung

Hans Schmid muss gleich zum Joggen. Der 70-jährige Ex-Skispringer aus Mümliswil SO will «immer in Bewegung bleiben», wie er erklärt. Am nächsten Tag wird er mit seiner Frau und mit zwei seiner sieben Enkelkinder in Melchsee-Frutt Ski fahren. Im Sommer unternimmt er Ausfahrten mit dem Velo. Nur seinen geliebten Sport, der ihn bis an die Olympischen Spiele brachte, kann er nicht mehr ausüben. Profifussballer spielen nachher hobbymässig weiter, Langläufer können bis zum Lebensende auf die Loipe. «Aber beim Skispringen ist mit dem Karriereende Schluss.»

Bei Hans Schmid kam dieses 1977. Nachdem er sich im Training den zweiten Beinbruch innerhalb weniger Monate zugezogen hatte, musste er aufhören, und zwar schlagartig. «Dieses ungeplante Ende machte es doppelt schwer.» Denn Schmids Karriere dauerte über ein Jahrzehnt und war sehr erlebnisreich. «Wir hatten ein intensives Vagabundenleben», sagt er, «wir lernten spannende Menschen und Länder kennen und erlebten grossartige Wettkämpfe.» So wie das Skispringen an Olympia 1972 in Sapporo. Nach Rang 5 im ersten Durchgang segelte er Richtung Podestplatz, als er von einer Windböe erfasst wurde und seine Medaillenträume begraben musste.

Nach dem abrupten Karriereende heuerte er bei einer Versicherung an und arbeitete bis zu seiner Pensionierung 32 Jahre lang im Aussendienst. Das Skispringen verfolgt er immer noch mit grossem Interesse: «Einzelne Wettkämpfe schaue ich mir am Fernsehen gar zweimal an.» Das wird bei der Ski-nordisch-WM im österreichischen Seefeld in den kommenden Tagen nicht anders sein. Und nachts kann es durchaus vorkommen, dass er abhebt: «Ich träume viel vom Skispringen.»