X

Beliebte Themen

Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Hansjörg Enz?

Der ehemalige «Tagesschau»-Moderator hat im Kongo eine Schule aufgebaut.

21. Januar 2019

Nach seiner TV-Karriere erfüllte sich Hansjörg Enz einen Traum: Er gründete eine Schule im Kongo - sie feiert dieses Jahr ihr 10-jähriges Bestehen.

Sie war sein Markenzeichen. Ob gepunktet, gestreift oder gar mit Edelweiss-Motiv. Trat Hansjörg Enz (68) vor die Kamera, hatte er stets eine Fliege um den Hals. Warum? «Ich kann keine Krawatte binden und Charles Clerc hatte eh die schönsten Krawatten.»

Von 1988 bis 1998 ist der Thurgauer für das Schweizer Fernsehen im Einsatz. Davon fünf Jahre als Moderator der «Tagesschau». Dann kommt es zu einem «unschönen Bruch». Enz kündigt und muss sich mit damals 47 Jahren neu erfinden. Er wechselt die Seite, wird Medienbeauftragter bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit Helvetas, dann Dozent für Jungjournalisten an der Zürcher Hochschule in Winterthur. Doch Enz erfüllt sich noch einen alten Traum und meldet sich auf ein Inserat der deutschen Entwicklungsorganisation Eirene. Er verabschiedet sich von seiner Familie und reist 2008 für zweieinhalb Jahre in den Kongo. In dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land arbeitet Enz bei einer Radiostation und gründet die Primarschule Maendeleo.

Auch acht Jahre nach seiner Rückkehr ist die Schule sein grösstes Anliegen. «Milondola feiert dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen», freut sich Enz, der nach wie vor ein- bis zweimal im Jahr in den Kongo reist. Daneben gibt er ehrenamtlich Deutsch-Unterricht für Einwanderer und macht Interviews für Tele Diessenhofen.

Dann sagt Hansjörg Enz: «Ah ja, da gibts noch was. Ich habe ein neues Hobby: Mitsingen mit Passagieren auf Schiffen von Thurgau Travel – zusammen mit einem Keyboarder.» Kein Neuland für den 68-Jährigen, der 44 Jahre als Frontmann der Band Galgevögel auf der Bühne stand.