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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Hanspeter Latour

Früher macht der Berner den Fussballern Beine, heute hält er Gartenfreunde auf Trab.

13. Mai 2019

Als Trainer erlebte Hanspeter Latour grosse Emotionen. Heute liebt er es stiller, aber ruhiger ist es deswegen um ihn nicht geworden.

Tagelanges Telefon-Pingpong mit Hanspeter Latour. Der 71-jährige Berner Oberländer ist schwer erreichbar. Dabei wollte er kürzer- treten. Bereits 2009 vollführte er den ersten Versuch, den rasanten Lebensrhythmus auf ein normales Mass herunterzufahren. Nach 35 Jahren als Fussballtrainer im In- und Ausland hörte er auf, gründete eine Einzelfirma und verdiente fortan mit Vorträgen und Auftritten als Fernsehcoach («Der Problemlöser») sein Geld. Vor vier Jahren dann der zweite Anlauf für eine Tempodrosselung, indem er sich pensionieren liess.

Heute muss er feststellen: «Ich habe immer noch viel um die Ohren.» Firmen und Behörden engagieren ihn weiterhin gerne als Redner, allerdings besteht er auf einem Kompromiss: «Im ersten Teil, okay, da erzähle ich gerne von den Fussballanekdoten von früher. Die wollen ja alle hören.» Das Publikum müsse sich aber auch auf den zweiten Teil einlassen: Da redet Latour über Biodiversität, über den Vogel des Jahres 2019 («Hätten Sie es gewusst? Nein? Es ist der Kiebitz!»), den er mit seiner Fotokamera einfängt, und darüber, wie man einen Garten naturnah anlegt; im Sommer wird er auf SRF in «Schweiz aktuell» Gartenfreunde zu diesem Thema coachen und beraten.

Wirklich zurückgesteckt hat er, was den Fussball anbelangt; da stand er vor vier Jahren letztmals auf dem Platz. «Den Trainerjob vermisse ich nicht», sagt er, «aber den Fussball verfolge ich schon noch.» Für den Cupfinal am 19. Mai sieht er den FC Basel als Favoriten, aber chancenlos sei Thun nicht.

Schliesslich verabschiedet er sich. Der nächste Vortrag. Für den fussballspielenden Anrufer hat er aber noch einen Tipp parat: «Wichtig ist, dass man weiss, wo vorne und hinten das Tor steht.»