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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Michel Ansermet?

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Sven Thomman, zvg
11. März 2019

 Michel Ansermet als Krokodil-Flüsterer heute …

Im Jahr 2000, bei den Olympischen Spielen in Sydney, erlebte Michel Ansermet (54) seinen Karriere-Höhepunkt: Mit der Schnellfeuerpistole gewann er die Silbermedaille. Danach beendete er seine Karriere, blieb seinem Sport aber noch mehr als zehn Jahre treu: als Trainer und Chef Spitzensport des Schweizer Schiesssportverbandes. Dann machte er seine zweite Passion zum Beruf: Tiere – je giftiger und gefährlicher, desto besser. Krokodile etwa, Schlangen, Frösche, Komodowarane, kurz: Amphibien und Reptilien. Eine zoologische Ausbildung hat Ansermet nicht (er lernte Elektromonteur), aber eine immense Erfahrung. 60 Expeditionen begleitete oder leitete er bis heute.

Die giftigen Tiere begleiteten Ansermet seit Kindsbeinen. «Ich bin im Tessin aufgewachsen, da wimmelt es von Skorpionen und Spinnen.» Als er neun Jahre alt war, fing er eine (selbstverständlich giftige) Aspisviper und ernannte diese zu seinem Haustier. «Meine Mutter war schockiert, mein Vater half mir, ein Terrarium zu bauen.» So fing es an.

Heute arbeitet Michel Ansermet als Senior-Kurator beim Aquarium-Vivarium Aquatis in Lausanne VD. «Wenn eine Giftschlange eingefangen werden muss, holen wir Michel», erzählt ein Tierpfleger. Ob der Australische Inlandtaipan (die giftigste Schlange der Welt) oder die Krokodile, Ansermet hat sie im Griff. Und das ist sein Problem: «Ich bin ein schlechtes Vorbild: Wenn ich meine Krokodile streichle, muss ich meinen Leuten immer sagen: Macht das ja nie!» Erst einmal hatte er Pech, da biss ihn sein Komodowaran in den Fuss. «Nicht der Rede wert», sagt Michel Ansermet. 

… und als Schütze bei der Siegerehrung an den Olympischen Spielen 2000 in Sydney.