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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Rita Fuhrer?

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Keystone, Thomas Renggli
05. August 2019

Rita Fuhrer engagiert sich seit sechs Jahren für das Heimatwerk Bauma.

Als im Jahr 2000 Bundesrat Adolf Ogi (heute 77) zurücktrat, stand die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer (heute 66) als Nachfolgerin bereit. Doch im Dunst der Parteistrategien musste sie nach fünf Wahlgängen Samuel Schmid (heute 72) den Vortritt lassen: «Damals war ich enttäuscht, aber ich nahm die Niederlage nie persönlich.»

Rita Fuhrer lächelt herzlich. «Meine Tätigkeit für das Heimatwerk in Bauma ist eine Herzensangelegenheit.» Seit sechs Jahren gehört ihre Schaffenskraft dieser Zürcher Oberländer Institution. Unweit ihres Wohnorts Auslikon wurde Fuhrer darauf aufmerksam und realisierte schnell, dass hier Handlungsbedarf bestand. Zur Rettung des Betriebs musste sie selber ins Portemonnaie greifen.

Hintergrund des Projekts ist die historische Bedeutung der Textilindustrie in dieser Region. «Dieses Handwerk wollen wir erhalten, um auch der nächsten Generation zu zeigen, wie ihre Ahnen gelebt haben.» Mit der Fabrikation von nachhaltigen Produkten würden Arbeitsplätze geschaffen «und wir beleben ein altes Gewerbe». Zwar sei der «Breakeven» noch nicht erreicht, aber seit ein Teil des Sortiments von Coop (im Prämienshop der Supercard) vertrieben wird, sei die Nachfrage in der gesamten Schweiz merklich gestiegen.

Mit ihrem Amt als höchste Weberin der Region kehrt Fuhrer quasi zu den eigenen Wurzeln zurück. Als Jugendliche wollte sie Handarbeitslehrerin werden. Doch mit der Geburt ihres ersten Sohnes verflüchtigte sich dieser Plan. Wie wichtig die Arbeit zu Hause ist, weiss sie aber genau: «Ich war die längste Zeit in meinem Leben Hausfrau – und ich bin stolz darauf.» 

  Zur Jahrtausendwende wollte sie Bundesrätin werden.