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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Roberto Blanco?

Roberto Blanco Der Deutsche, der in der Schweiz wohnt, will nicht nur auf Schlager reduziert werden.

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Robert Mair, Alamy
17. Juni 2019

Beneidenswert jung geblieben: Roberto Blanco heute.

Der Strahlemann 

Er trägt trotz der Wärme einen stilvoll gemusterten Wollpullover und einen Ferrari-roten Schal. Seine sonore dunkle Stimme ist unverwechselbar, der Gang elastisch, sein Lachen breit und herzlich. Er begrüsst den Thurgauer Big-Band-Leader Dani Felber (47)mit einer Umarmung. Roberto Blanco ist 82 Jahre alt, aber er wirkt, als wäre er 20 Jahre jünger, fast alterslos, und verbreitet noch immer karibische Lebensfreude.

Der Sohn kubanischer Eltern, der von seiner zweiten Ehefrau Luzandra (41) gemanagt wird, landete in den 1970er-Jahren Gassenhauer wie «Ein bisschen Spass muss sein», «Der Puppenspieler von Mexiko» und «Ich komm’ zurück nach Amarillo». Seine «Roberto Blanco Show» erreichte bis zu 17,5 Millionen Fernseh-Zuschauer und 50 Prozent Marktanteil. Als das Niveau der neuen Lieder («Resi bring Bier») sank und der Erfolg nachliess, wurden die Kommentare in den Medien hämisch. Seine Dünnhäutigkeit ist im Interview nicht zu überhören, wittert er doch hinter jeder zweiten Frage, dass man ihn auf den Schlager reduzieren will oder unterschätzt.

«Ich bin ein Sänger, der auch Schlager singen kann», betont der Entertainer. Ihn ärgert, dass die meisten Plattenfirmen das Risiko scheuen, seine anderen Seiten zu zeigen. 2013 konnte er mit «Swinging New York» endlich ein schönes Jazz-Album veröffentlichen. Und als Blanco und Felber vor zwei Jahren zufällig feststellten, dass beide nach Ermatingen TG an den Bodensee gezogen waren, begannen sie gemeinsam zu swingen. Beim «Festival da Jazz» in St. Moritz GR werden sie am 7. Juli wieder zusammen auftreten – und ein paar Vorurteile über den Haufen werfen.

Roberto Blanco in den 70er-Jahren mit Katja Ebstein.