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Was macht eigentlich?

Was macht eigentlich Walter Brun?

Der Ex-Autorennfahrer gibt heute als Beizer am Stanser Flughafen Gas.

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Mathias Haehl, Keystone
26. August 2019

Walter Brun heute als Gastwirt und Musiker.

Benzin im Blut – das haben viele. Nicht so Walter Brun: Er hat Musik im Blut. Und Most. Damit stösst der Musikautomaten-Verkäufer gerne an: mit Bier, Wein oder Grappa. Auch seine Rennautos verbrannten viel «Most». Er sagt: «Zum Auspuff kam Musik raus. Ein Wohlklang!»

1000 Autorennen fuhr er, alles begann 1963 in einem Ford Cortina. Brun wurde 1971 Europameister, 1986 Team-Weltmeister in der Sportwagenklasse. In zwei bösen Crashes schrammte er am Tod vorbei. Doch der «schnelle Walti» war einer vom Schlage Niki Laudas, ein Stehaufmännchen. Er dachte gross, liess sich in die Formel 1 drängen. Drei Jahre leistete der Luzerner sich einen Rennstall, bis er merkte, dass arabische Investoren die versprochenen 47 Millionen Franken nie bezahlen. «Ich bin durch die Hölle und zurück.»

Am Ende drückten Brun 20 Millionen Franken Schulden. Er verkaufte seine zehn Boliden für je eine Million, heute zahlen Fans für die Oldtimer das Achtfache. Ärgert ihn das? – «Ach was!», sagt der Saxofonist und Pianist, der mit seinen «Swinging Boys» Dixie-Konzerte gibt.

Mit 76 Jahren sagt er: «Ich bin glücklich.» Brun hat fünf Kinder und die brummende Landbeiz «Allmendhuisli» am Stanser Flughafen. Wenn ihn das Tempofieber packt, dann rast er in einer «heis- sen Corvette» Runden. Nicht der Speed interessiert ihn, sondern wie sein Auto auf der Strasse liegt. Und die Macht des Menschen über die Maschine – anders als heute in der Formel 1, wo «fast nur noch Technik den Erfolg bestimmt».

Walter Brun bezeichnet sich als Naturburschen: «Ich war noch nie krank, war noch nie in den Ferien, nahm noch nie eine Tablette.» Hat so einer noch Träume? «Nein, das nicht mehr, aber der Teufel soll trotzdem noch warten, bis er mich holt.»

Der «schnelle Walti» gibt immer Gas: Früher als Autorennfahrer und Lebemann.