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Der richtige Sonnenschutz für alle Hauttypen

Ein Sonnenbrand ist nicht nur schmerzhaft und unangenehm, sondern schadet auch der Haut. Dermatologe Andreas Arnold sagt, worauf man im Sommer achten sollte und was falsch ist.

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zVg
01. Juni 2015

Hauttypen-Test

Damit Sie das Risiko eines Sonnenbrandes möglichst vermeiden, testen Sie hier, welcher Hauttypen-Kategorie Sie angehören und was es bei diesem Typ zu beachten gibt.

Welche Hautfarbe haben Sie?
auffallend heller Teint + 1 Punkt
heller Teint, aber nicht blass + 2 Punkte
eher mittlerer Teint + 3 Punkte
dunkler Teint + 4 Punkte
Haben Sie Sommersprossen?
sehr viele + 1 Punkt
viele + 2 Punkte
wenige + 3 Punkte
keine + 4 Punkte
Welche Augenfarbe haben Sie?
hellblau, hellgrau, hellgrun + 1 Punkt
blau, grun, grau + 2 Punkte
grau, braun + 3 Punkte
dunkel + 4 Punkte
Wie verhält es sich mit Ihrer Bräunung?
Ich werde nie braun + 1 Punkt
Ich werde kaum braun + 2 Punkte
Ich werde leicht braun + 3 Punkte
Ich werde immer sehr schnell braun + 4 Punkte
Welche Haarfarbe haben Sie?
rotblond + 1 Punkt
blond + 2 Punkte
dunkelblond bis braun + 3 Punkte
dunkelbraun bis schwarz + 4 Punkte
Wie häufig bekommen Sie einen Sonnenbrand?
immer und sehr schnell + 1 Punkt
schnell + 2 Punkte
meistens + 3 Punkte
sehr selten oder nie + 4 Punkte

Zählen Sie nun die Punkte der sechs Fragen zusammen! Folgende Punkte ergeben die Hauttypen

6 12 Punkte: Hauttyp 1 und2
13 18 Punkte: Hauttyp 3 und4
19 24 Punkte: Hauttyp 5 und6

Hauttyp: 1 Hauttyp: 2 Hauttyp: 3
Hauttyp: 4 Hauttyp: 5 Hauttyp: 6

Typ 1: Keltischer Hauttyp
Helle, extrem empfindliche Haut, helle Augen, Sommersprossen, rötliches Haar
Bräunt nie, bekommt in kürzester Zeit Sonnenbrand
Eigenschutz: 5 bis 10 Minuten

Typ 2: Nordischer Hauttyp
Helle, empfindliche Haut und helles Haar, oft Sommersprossen
Langsame Bräunung, häufig Sonnenbrand
Eigenschutz: 10 bis 20 Minuten

Typ 3: Mischtyp
Mittelhelle Haut, helle oder dunkle Augen, braunes Haar
Langsame Bräunung, manchmal Sonnenbrand
Eigenschutz: 20 bis 30 Minuten

Typ 4: Mediterraner Hauttyp
Braune Haut, dunkle Augen, dunkelbraunes oder schwarzes Haar
Schnelle und tiefe Bräunung, selten Sonnenbrand
Eigenschutz: 30 bis 45 Minuten

Typ 5: Dunkler Hauttyp
Dunkle Haut, schwarzes Haar und schwarze Augen
Selten Sonnenbrand
Eigenschutz: 45 bis 60 Minuten

Typ 6: Sehr dunkler Hauttyp
Schwarze Haut, schwarze Augen und schwarzes Haar
Sehr selten Sonnenbrand
Eigenschutz: 60 bis 90 Minuten

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Wissenswert

Unter der Lupe: Die Symbole auf der Sonnencreme

UVA: UV-A-Strahlen werden nicht von der Ozonschicht gefiltert. Sie dringen tiefer in die Hautschichten ein als UV-B-Strahlen und verursachen so Falten. Wenn der entsprechende Stempel auf der Tube ist, heisst das, dass ein Drittel des angegebenen SPF für
UV-A-Strahlen ist.

UVB: UV-B-Strahlen werden zu einem gewissen Grad von der Ozonschicht geblockt sowie durch die Sonnencreme. Sie sind hauptverantwortlich für Hautkrebs.

SPF: Sun Protection Factor, teilweise auch LSF (Lichtschutzfaktor). Er ist bemessen für die UV-B-Strahlen.

Ablaufdatum: Sonnencremes sind in der Regel 30 Monate haltbar. Abgelaufene Sonnencreme schützt nicht mehr zuverlässig.

Haltbarkeit: Symbol dafür ist eine geöffnete Cremedose, auf der die Haltbarkeit ab dem Öffnen meist in Monaten (M) steht. Um diese einzuhalten, müsste man das Öffnungsdatum auf der Packung notieren.

Zeitungsartikel

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Wiederholung ist wichtig

Die Gefahr eines Sonnenbrandes ist im Sommer in der Mittagszeit am höchsten zwischen 11 und 15 Uhr. In dieser Zeit sollten Kinder nicht im Freien spielen, rät der Hautarzt. Aber auch Erwachsene sollten sich besonders gut schützen. Am besten macht man eine Siesta wie die Italiener oder Spanier. Am Wasser und am Strand kommt zur Sonneneinstrahlung noch die Reflexion von Sand und Wasser hinzu. Im Winter ist das Risiko eines Sonnenbrands beim Wintersport besonders gross: Durch die Höhe der Berge und den Schnee nimmt die Sonnenintensität zu. Besonders exponiert und somit anfällig sind die sogenannten Sonnenterrassen im Gesicht: Nase, Ohren, Jochbein, Unterlippe, Stirn und Glatze.

Vor Sonnenbrand schützen kann man sich durch Sonnencreme. Der Schutzfaktor (SPF) verlängert die Eigenschutzzeit der Haut je nach Höhe (vgl. Kasten). Den angegebenen Faktor erreicht man jedoch nie, weiss Andreas Arnold. Um diesen voll auszuschöpfen, bräuchte es zwei Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut. So viel nimmt niemand. Auch reicht es nicht, sich nur einmal am Tag einzucremen: Wenn man schwitzt oder baden geht, lässt der Schutz nach. Man sollte sich also nach dem Schwimmen oder dem Sport wieder neu eincremen auch wenn die Sonnencreme wasserfest oder schweissresistent ist. Wasserfest bedeutet, dass sie nach zweimal zwanzig Minuten im Wasser noch die Hälfte des SPF hat, erläutert Andreas Arnold. Bei einer extrem wasserresistenten Creme sind es viermal zwanzig Minuten. Und: Wenn man sich zweimal eincremt, hat man nicht den doppelten Schutz, mahnt der Facharzt. Man frischt lediglich die Wirkung des Schutzfaktors wieder auf. Wann man sich während des Tages neu eincremen muss, merkt man allerdings nicht. Man sollte es aber lieber früher als später tun, denn: Wenn man rot wird, ist es eigentlich schon zu spät.

Irrtümer und Fehlschlüsse

Vorsicht geboten ist auch vor Irrtümern und Fehlschlüssen. Etwa vor der Meinung, dass ein Sonnenschirm prinzipiell vor der Sonne schütze. Er spendet zwar Schatten, aber die UV-Strahlen lässt er trotzdem durch, erklärt Arnold. Vor allem dünne Stoffe, durch die man quasi hindurchsieht, schützen praktisch nicht vor einem Sonnenbrand. Das gilt auch für Kleidung. Vor allem nasses Gewebe ist sehr durchlässig, weiss Andreas Arnold. Am Auftragen von Sonnencreme führt daher also kein Weg vorbei. Dann sollte man eine halbe Stunde warten, bis man in die Sonne geht, so eine Faustregel. Aber ziehen Sie in der Zwischenzeit kein T-Shirt an, sonst haben Sie einen Grossteil der Creme im Gewebe statt auf der Haut, gibt Arnold zu bedenken. Übrigens: Auch Wolken fangen nicht alle UV-Strahlen ab. Daher ist ein bewölkter Himmel besonders tückisch.

Die Haut vergisst nie

Jeder Sonnenbrand ist einer zu viel.»

Dr. med. Andreas Arnold, Dermatologe in Basel

Wen es doch einmal mal erwischt hat, sollte den Sonnenbrand kühlen. Geeignet sind dafür die im Handel erhältlichen Après-Lotions, die der Haut zusätzlich Feuchtigkeit spenden. Auch antientzündlich wirkende Cremes empfiehlt Andreas Arnold. Bei sehr starken Verbrennungen sollte man einen Arzt aufsuchen, der eine Kortisonsalbe verschreiben kann. Und man sollte mit Sonnenbrand nicht mehr in die Sonne gehen. Besser, es kommt gar nicht so weit. Arnold betont: Haut vergisst nie. Jeder Sonnenbrand ist einer zu viel.

Die Haut hat eine Eigenschutzzeit, in der sie der Sonne ausgesetzt werden kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Der Lichtschutzfaktor der Sonnencreme multipliziert diese Zeit um den darauf angegebenen Faktor. Bei Schutzfaktor 30 kann man also theoretisch 30-mal länger ohne Schädigung der Haut in der Sonne bleiben als die Eigenschutzzeit. Daher ist es auch wichtig, den eigenen Hauttyp und die damit verbundene Eigenschutzzeit der Haut zu kennen. Um den nötigen Sonnenschutzfaktor zu bestimmen, dividiert man die vorgesehene Aufenthaltsdauer in Minuten in der Sonne durch die Eigenschutzzeit. Dennoch muss man die Sonnencreme mehrmals und flächendeckend anwenden, um den Schutz zu gewährleisten.

UV-Strahlen: Die ErdAtmosphäre kann sie nur teilweise abfangen UV-C-Strahlen werden von der Atmosphäre geblockt und erreichen die Erde nicht. UV-A- und UV-B-Strahlen durchdringen die Atmosphäre und treffen auf Erde und Haut.